Oberviechtach
06.06.2019 - 14:47 Uhr

Für Sanierung spricht wenig

Vor 50 Jahren wurde der Hochbehälter Galgenberg in Betrieb genommen. "Die Lebensdauer ist am Ende", so die Diagnose. Nachdem eine Sanierung fast das gleiche kostet, sprach sich der Stadtrat für einen Neubau (rund 2,5 Millionen Euro) aus.

Optisch steht der 1968/69 errichtete Hochbehälter am Galgenberg noch recht gut da. Seine inneren Werte lassen jedoch zu wünschen übrig. Nachdem die Kosten für Sanierung und Neubau nicht weit auseinander liegen, beschloss der Stadtrat, auf dem Gelände eine Halle für zwei Edelstahltanks samt Wasseraufbereitungsanlage zu errichten. Das bestehende Gebäude soll einer anderen Nutzung zugeführt werden. Bild: Portner
Optisch steht der 1968/69 errichtete Hochbehälter am Galgenberg noch recht gut da. Seine inneren Werte lassen jedoch zu wünschen übrig. Nachdem die Kosten für Sanierung und Neubau nicht weit auseinander liegen, beschloss der Stadtrat, auf dem Gelände eine Halle für zwei Edelstahltanks samt Wasseraufbereitungsanlage zu errichten. Das bestehende Gebäude soll einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Der Hochbehälter mit Aufbereitungsanlage am Galgenberg gilt als das "Herz" der Wasserversorgung der Eisenbarthstadt. Rund 1500 Kubikmeter Quellwasser wird hier aufbereitet und bereitgehalten. Bürgermeister Heinz Weigl erinnerte zu Beginn der Sitzung an den Bau in 1968/69 und stellte fest: "Es wird eine größere Maßnahme." Die Anlage funktioniere noch, sei aber in die Jahre gekommen. Auch wenn die bauliche Hülle außen noch recht stattlich daherkomme, die inneren und technischen Werte würden Mängel aufweisen.

Darüber informierte am Dienstagabend Dipl.-Ing. Ingmar Plettenberg aus Krumbach (Schwaben) sehr detailliert. In der Aufbereitungsanlage seien die Armaturen zum Teil ausgetauscht worden und auch die Technik der Filterstation sei noch aktuell. Die Stadträte konnten aber an den präsentierten Bildern gut erkennen, dass nicht nur der Kessel, sondern auch Flanschverbindungen viele Korrosionen aufweisen.

Zeitbombe tickt

Der Hochbehälter mit seinen zwei Kammern (1500 Kubikmeter Speicherkapazität) wurde noch nie saniert, sondern jährlich entleert und gereinigt. "Hier tickt eine Zeitbombe", gab der Planer zu bedenken. Denn Stahlbeton halte circa 50 Jahre und damit hätte der Hochbehälter sein Lebensalter schon erreicht. Im Vorraum machten feuchte Wände, starker Rost an den Entnahmeleitungen und am Einstieg zur Wasserkammer Sorgen. "Das Spülluftgebläse mit Baujahr 1968 und auch die elektrischen Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß", betonte Plettenberg.

Bei der Aufstellung der Kosten (siehe Kasten) zeigte sich, dass Sanierung (2,381 Millionen Euro) und Neubau (2,445 Millionen Euro) nahe beieinander liegen. Bei einem Neubau würde die Wasserspeicherung künftig in zwei runden Edelstahltanks (a' 600 Liter) mit automatischer Reinigung erfolgen. Diese würden ebenso wie das Büro des Wassermeisters in einer Halle (ohne Erdhügel) untergebracht. In der Entwurfsplanung müsse dann noch diskutiert werden, ob man auch Geräte für Druckerhöhung, UV-Behandlung und Chlorung aufnehmen sollte, so Plettenberg. "Eine Sanierung verschlingt fast die gleiche Summe, ist qualitativ aber nicht das gleiche", gab er zu bedenken und betonte: "Man hat viel Geld ausgegeben und hat trotzdem etwas Altes".

Bei der Diskussion mit Nachfragen erklärte Wassermeister Michael Blab, dass die Kammern nicht mehr ganz dicht seien. "Hier kann man bei einer Sanierung eventuell böse Überraschungen erleben", gab Ingmar Plettenberg zu bedenken. Winfried Legl vom Ingenieurbüro Weiß aus Neunburg informierte, dass die Stadt mit rund einer Million Zuschuss rechnen könne - egal ob Sanierung oder Bau.

Beschluss nichtöffentlich

"Mein Vorschlag lautet, eine Halle neben dem bisherigen Gebäude auf den gleichen Platz zu bauen", sagte der Bürgermeister. Die Abstimmung erfolgte zwecks notwendigen Grundstücksankauf in der nichtöffentlichen Sitzung. Wie schon vorher zu erkennen war, fiel diese zugunsten eines Neubaus aus. Ein weiterer Artikel zur Sitzung folgt.

Sanierung oder Neubau:

Investitionskosten

Der Hochbehälter mit Wasseraufbereitungsanlage am Galgenberg ist in die Jahre gekommen. Das Büro Plettenberg hat die vorläufigen Investitionskosten ermittelt.

n Sanierung

2 381 000 Euro (837 000 Euro für Wasserförderung und Aufbereitung; 960 000 Euro Wasserspeicherung; 5000 Euro Außenanlagen; 379 000 Euro Baunebenkosten; 200 000 Euro Fremdwasserbezug).

n Neubau

2 445 000 Euro (53 000 Euro Erschließung; 622 000 Euro Wasserförderung und Aufbereitung; 1 417 000 Euro Wasserspeicherung; 5000 Euro Außenanlagen; 348 000 Euro Baunebenkosten).

 
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