08.02.2021 - 16:55 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Gegen Warteschlangen beim Blutspenden: Testlauf mit Online-Anmeldung

„Das Blut wird knapp“, lautete die Sorge zu Beginn der Corona-Pandemie. Doch bei den Blutspendeterminen ist der Andrang größer denn je. Um Warteschlangen zu vermeiden, läuft in Oberviechtach ein Testlauf mit Terminvergabe.

Am 19. Februar ist in Oberviechtach wieder Blutspenden angesagt. Neu dabei ist, dass man sich dazu online anmelden kann. Aber auch für spontane Spender stehen in der Mehrzweckhalle Liegen bereit.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Während sich zu Beginn der Coronakrise weniger Leute zum Blutspenden aufmachten, hat sich die Situation mittlerweile entspannt. „Wir hatten im Oktober 2020 doppelt so viele Erstspender wie üblich“, berichtet Christian Ostermeier, Leiter der BRK-Bereitschaft Oberviechtach, im Gespräch mit der Oberpfalz-Medien-Redaktion. Und er ergänzt: „Es war der beste Termin seit längerem.“ Das ehrenamtliche Team der Bereitschaft begleitet jährlich vier Blutspendetermine in Oberviechtach mit Organisation, Werbung und Aufbau sowie der Registrierung und Bewirtung der Teilnehmer.

„In der Halle läuft es reibungsloser. Wir würden gerne weiterhin die vier Termine pro Jahr hier anbieten.“

BRK-Bereitschaftsleiter Christian Ostermeier zum Ausweichquartier in der Mehrzweckhalle

Mit Hygienekonzept

Im Durchschnitt sind es 170 Spender. Ende Oktober waren es 203, darunter 25 Erstspender. „Das ist für uns ein Zeichen, dass wir es richtig machen. Es freut uns, dass die Leute uns ihr Vertrauen schenken und nach Oberviechtach kommen“, bekräftigt Ostermeier. „Täglich werden in Bayern rund 2000 Blutspenden benötigt“, sagt Rainer Endres, Gebietsreferent des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes und zuständig für neun BRK-Kreisverbände. Er appelliert daran, trotz des Covid-19-Virus zum Blutspenden zu gehen, denn dort bestehe keine erhöhte Ansteckungsgefahr. „Es gibt ein Hygienekonzept, welches einen hohen Schutz für Blutspender und Helfer gewährleistet.“ Das beginne schon bei der Anmeldung. So sitzen nicht vier, sondern nur zwei Leute beim Ausfüllen der Anmeldebögen am Tisch, „und jeder bekommt einen eigenen Kugelschreiber“.

Wo nötig, finden die Termine in größeren Ausweichquartieren statt, wie es auch in Oberviechtach der Fall ist. „Im Krankenhaus-Speisesaal waren die Corona-Auflagen nicht zu erfüllen“, berichtet Christian Ostermeier. Mit dem Umzug in die Mehrzweckhalle ist er mehr als zufrieden: „In der Halle läuft es reibungsloser. Wir würden gerne weiterhin die vier Termine pro Jahr hier anbieten.“ Das Blutspenden wird am 19. Februar analog des Oktober-Termins mit markierten Abstandslinien ablaufen, vom ersten Fiebermessen am Eingang über die Anmeldung im Foyer bis zum Ausfüllen des Bogens im ersten Stock. Die Gesundheitskontrolle erfolgt in den mit Plexiglasscheiben ausgerüsteten Umkleideräumen. Hier stellen die Ärzte Blutdruck, Körpertemperatur und Puls fest. Das Blutspenden bei den Mitarbeitern des BRK-Sanitätsdienstes findet unten in der Halle statt. Hier sind die Liegen im großzügigen Abstand von mindestens 1,50 Meter aufgestellt.

So war es beim Blutspenden im Juni 2020

Oberviechtach

Verstärkung im Ärzte-Team

Auch wenn es nur etwa zehn Minuten dauert, bis 500 Milliliter aus der Armbeuge abgezapft sind, müssen die Spender insgesamt rund 45 Minuten einplanen. Ostermeier ist es ein großes Anliegen, dass möglichst viele Leute kommen: „Ohne Blutspenden ist die Versorgung von Kranken und Verletzten nicht gesichert.“ Für den Februar-Termin wurde ein vierter Arzt organisiert. „Damit die Verweildauer kürzer ist“, so der BRK-Bereitschaftsleiter.

„Die Termine sind unberechenbar und schlecht einschätzbar“, sagt Rainer Endres in Bezug auf teilweise aufgetretene Warteschlangen. Deshalb versucht es der Blutspendedienst an einigen Orten jetzt mit Online-Anmeldungen (zehn Leute pro Viertelstunde). Während dies für den 10. Februar in Nabburg nicht möglich war, können sich Spender für den 19. Februar in Oberviechtach einen Wunschtermin sichern. Für das große Interesse hat der Gebietsreferent eine einfache Erklärung parat: „Die Leute kommen im Lockdown nicht viel raus. Hier haben sie Gelegenheit dazu.“ Die Termine seien zwar etwas früher am Nachmittag angesetzt, doch wenn es mit dem Nachhausekommen vor 21 Uhr nicht klappt, stelle dies kein Problem für mögliche Kontrollen während der Ausgangsbeschränkung dar: „Die Spender erhalten eine Bescheinigung.“

Anstelle der üblichen gemeinsamen Mahlzeit, gibt es ein Lunch-Paket zum Mitnehmen: „Geplant ist eine Fleischpflanzerl-Semmel“, verrät Christian Ostermeier, „mit süßem Gruß“. Denn um die Kontaktflächen zu minimieren, fällt auch der Geschenke-Tisch flach. Aber es gibt ja andere Gründe fürs Blutspenden: Es gilt als gute Tat und ist gesund, nicht nur was die Regulierung des Blutdrucks angeht. Natürlich gelten die üblichen Sperrfristen für Personen mit Symptomen oder einer Erkrankung. Wer hustet, niest, Fieber hat oder schlecht Luft bekommt: Zu Hause bleiben!

Hintergrund:

Wer Blut spendet, rettet Leben

  • Blut spenden kann, wer zwischen 18 und 72 Jahre alt und gesund ist. Frauen können im Jahr viermal und Männer bis zu sechsmal teilnehmen. Zwischen zwei Blutspenden müssen mindestens 56 Tage liegen.
  • Die Aktionen organisiert seit 1953 der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes mit 670 Mitarbeitern, circa 240 freiberuflich tätigen Untersuchungsärzten und 12 500 ehrenamtlichen Helfern aus den Kreisverbänden.
  • Termine im Februar: 10. Februar in Nabburg, Nordgauhalle (16 bis 20 Uhr); 19. Februar in Oberviechtach, Mehrzweckhalle (16 bis 20.30 Uhr); 25. Februar in Maxhütte-Haidhof, Stadthalle (16 bis 20 Uhr).
  • Termine im März: 3. März in Neunburg vorm Wald, Schwarzachtalhalle (16 bis 20.30 Uhr); 24. März in Schwarzenfeld, Pfarrheim (16.30 bis 20 Uhr); 25. März in Wernberg-Köblitz, Schulturnhalle (16 bis 20 Uhr); 31. März in Schwandorf, Rot-Kreuz-Haus (15 bis 20.30 Uhr).
  • Neu: Terminvereinbarung ist für einige Orte online möglich: www.blutspendedienst.com/termine

 

 

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