27.03.2019 - 15:03 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Grenzgänger auf farbigen Ebenen

Es sind teils echte Kunstwerke, die an diesem Vormittag entstehen. Beim Begegnungstag der Winklarner Grundschüler mit Glechaltrigen aus Marienbad wird das alte Handwerk der Hinterglasmalerei gepflegt – mit tollen Ergebnissen.

Gemeinsamer Unterricht im Zeichen der Hinterglasmalerei: Die Schüler aus Winklarn und Marienbad erhielten Einblick in die alte Handwerkstechnik und konnte ihre Kreativität dann selbst unter Beweis stellen.
von Udo WeißProfil
Zahlreiche Ehrengäste wurden von Rektorin Christine Schneider (Mitte) und Lehrerin Annemarie Mösbauer (Vierte von links) zur internationalen Schüler-Vernissage begrüßt. Lehrerin Jirina Linhová, Tereza Pechova und Sonja Vrátná (vordere Reihe von rechts) dankten für die freundliche Einladung an die Schule.

Die Viertklässler der Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule Winklarn-Thanstein erweiterten dabei den Austausch mit der Partnerschule aus Marienbad um eine künstlerische Ebene. Zu einer „Vernissage der besonderen Art“ hieß Rektorin Christine Schneider zahlreiche Ehrengäste wilkommen. „Ein aufregender Tag liegt hinter uns“, betonte sie und ging auf das Projekt „Hinterglasmalerei“ ein, dass die Schüler aus der Oberpfalz und Tschechien bearbeiteten. Unter der Federführung von Lehrerin Annemarie Mösbauer waren Motive nach Friedensreich Hundertwasser von den Kindern auf Glas gemalt worden. „Diese Bilder bestechen durch ihre Farbigkeit und außerdem reichen Hundertwassers Wurzeln bis nach Böhmen und Mähren zurück“, betonte Mösbauer.

Maria Baumer, Vorsitzende des Arbeitskreises Hinterglas, freute sich über das grenzüberschreitende Projekt, besonders, weil zahlreiche Hinterglasbilder der früheren Winklarner Schule einst nach Tschechien gekommen sind. „Es zeigt sich, dass zusammenwächst, was zusammengehört“, betonte sie und sprach an, dass deutsche und tschechische Schüler durch gemeinsame Projekte zusammenwachsen, sich kennen und schätzen lernen. Ihr Dank galt dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond, dem Landkreis, dem Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) Schönsee und dem Koordinationszentrum „Tandem“ Pilsen, vertreten durch Sonja Vrátná.

Hinterglasbilder bestechen durch ihre Farbigkeit.

Lehrkraft Annemarie Mösbauer

„Es ist wichtig, neue Kontakte an Schulen zu knüpfen und andere Kulturen kennenzulernen“, sagte CeBB-Mitarbeiterin Tereza Pechova, die seit 2011 das Projekt „Kultur ohne Grenzen“ mit Veranstaltungen und Workshops mit deutschen und tschechischen Partnern umsetzt. Ihre Hoffnung, dass die begonnene Partnerschaft zwischen den Schülern Früchte trägt, konnte Rektorin Schneider bestätigen: „Die Kinder sind ohne Barrieren aufeinander zugegangen, und beim Fußballspiel in der Pause war jegliche Scheu überwunden.“ Die Schulleiterin überreichte je einen Blumenstrauß an Maria Baumer und Annemarie Mösbauer.

Dann kamen die Hauptakteure, die kleinen Künstler zu Wort. In einem geschichtlichen Abriss erinnerten sie daran, dass es bereits vor 200 Jahren Hinterglasmalerei in Winklarn gab. Thomas Aquinus Rott, der Namensgeber der Schule, war ein bedeutender Maler, der sogar Lehrlinge ausbildete. Auch die Technik wurde genau erklärt. Dabei müssen zuerst die Feinheiten gemalt werden, dann die einzelnen Flächen. Buchstaben und Zahlen werden in Spiegelschrift aufgetragen. „Uns ist besonders wichtig, dass diese alte Technik nicht ausstirbt. Moderne Maler mit der alten Technik darzustellen, war für uns eine besondere Freude“, unterstrichen die Kinder.

Für die Partnerschule aus Marienbad übersetzte Lehrerin Jirina Linhová. Auch sie bedankte sich für den Vormittag: „Vielen Dank für die Einladung. Wir haben den Tag genossen und glauben, dass unsere Zusammenarbeit weitergehen wird.“ Musikalisch wurde die Vernissage von der Flötengruppe der Schule umrahmt. Der Elternbeirat hatte dazu einen Imbiss mit Kaffee, Kuchen und Getränken vorbereitet.

Motive nach Hundertwasser wurden von deutschen und tschechischen Schülern auf Glas gemalt und bei einer Vernissage stolz den Gästen präsentiert.

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