13.10.2020 - 13:41 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Historischer Streifzug durch die Geschichte von Haus Murach

Wie prägend die Burg und das Pflegamt einst für ihre Vorfahren waren, das erfuhren die Bewohner von Obermurach bei einem unterhaltsamen Dorfabend. Dabei rückte auch das Adelsgeschlecht der Ortenburger in den Blickpunkt.

Eine kolorierte historische Postkarte zeigt die Burg Haus Murach nachdem sie funktionslos geworden war und noch keinerlei Restaurierung erfahren hatte.
von Elfriede WeißProfil

„Eine Sonderstellung hatte das Dorf Obermurach“, erzählt Georg Lang beim Vortragsabend im Dorfgemeinschaftshaus, den Hedwig Pamler zusammen mit der Feuerwehr Obermurach ausgerichtet hatte. „Murach der perg“, wie Burg und Dorf in einer geschichtlichen Quelle genannt werden, standen zusammen mit dem herausragenden Geschlecht der Ortenburger im Mittelpunkt der kurzweiligen Präsentation. Mit Bildern vom Hauserner Burgfest und der Ovigo-Zeitreise bezog Lang aber auch aktuelles Geschehen rund um die Jahrhunderte alte Festung ein.

Beim Dorfabend, der als geschlossene Veranstaltung vollkommen unter der Einhaltung der Corona-Auflagen stand, ging der Referent auch auf spezifische Merkmale der Ortschaft ein, die im Volksmund heute noch als „Haus“ bezeichnet wird, abgeleitet von der Burg „Haus Murach“. Die feste Bauweise und der Wohncharakter schlagen sich in diesem Ausdruck nieder. Als Bezug hierzu weist der Merian-Stich von 1644, den die Bilderschau einleitend präsentierte, die Festung sogar als „Schloß“ aus.

Auch die Oberviechtacher Stadtmauer hat eine interessante Geschichte.

Oberviechtach

Zu den Besonderheiten der Bewohner Obermurachs zählte die Steuerfreiheit. Dafür hatten sie aber Wachdienste auf der Burg zu verrichten und mussten unter anderem auch die Heu- und Grummeternte in der zum Schloss gehörenden „Point“ und in den „Gruobwiesen“ verrichten. Diese Flurbezeichnungen existieren heute noch, wie die Zuhörer dem Referenten bestätigten. Eine besondere Stellung hatten die einstigen Anwesen Stegner und Thurauer, die als „Burghüter“ ihrem Herrn jederzeit ein Pferd bereithalten mussten. Sie sorgten also für die Mobilität des Pflegers rund um die Uhr.

Eine Szene aus der "Zeitreise" von OVIGO. Die Theatergemeinschaft bringt wieder Leben in das mittelalterliche Gemäuer.

In einem anderen Themenbereich erzählte der Referent von der Herrschaft der Ortenburger, die im zwölften Jahrhundert durch die Ehe Rapotos I. mit der Grafentochter Elisabeth aus dem Geschlecht der Sulzbacher zustande kam, nachdem diese Dynastie 1188 in der männlichen Linie erloschen war. Der aus dieser Ehe hervorgegangene Ortenburger Heinrich I. war in erster Ehe mit der böhmischen Prinzessin Boszislava (Jutta) verheiratet und in zweiter Ehe im Alter von 70 Jahren mit der viel jüngeren Markgräfin von Hohenburg. Erbstreitigkeiten führten im 13. Jahrhundert zum Niedergang der Ortenburger-Herrschaft auf dem Nordgau. Murach ging schließlich in den Besitz der Wittelsbacher über.

Nach einem Ausflug zu den lang andauernden Streitigkeiten der Sazenhofer auf Fuchsberg mit den Pflegern auf Burg Murach rückte noch die aktuelle Nutzung der mittelalterlichen Ruine ins Blickfeld der Besucher. Georg Lang zeigte abschließend Aufnahmen von Burgfesten der zurückliegenden Jahre sowie von der „Zeitreise“, die aktuell auf dem Spielplan des Ovigo-Theaters steht.

Feuerwehrvorstand Christian Bindl (rechts) und Hedwig Pamler (links) dankten dem Referenten Georg Lang für die Präsentation einer unterhaltsamen Bilderreise in die Vergangenheit.
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