19.02.2019 - 16:35 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Kleine Haufen, großer Ärger

Wer nach der Schneeschmelze auf dem Freundschaftsradweg unterwegs ist, trifft und tritt auf unhygienische Hinterlassenschaften. Während dafür ein Bußgeld möglich ist, machen sich auch Besitzer strafbar, die ihren Hund nicht anmelden.

Seit dem Frühjahr 2017 gibt es an den zwei Eingängen zum Marktweiher eine Hundetoilette. Die Stadt plant derzeit keine weiteren Ankäufe.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

313 Hunde hat Stadtkämmerer Michael Hösl aktuell in seiner Datei. In einer Pressemeldung verweist er darauf, dass nach der städtischen Hundesteuersatzung jeder über vier Monate alte Hund gemeldet sein muss. "Dies gilt auch für sehr kleine Hunde", bekräftigt Hösl. Die Unterlassung könne sogar strafrechtlich geahndet werden. Wie jede Steuer sei sie eine öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung (etwa das Reinigen der Straßen von Hundekot) gegenübersteht.

Nicht die Hunde, sondern deren Besitzer, sind in der sozialen Verantwortung, dass öffentliche Wege frei von „Häufchen“ bleiben.

Noch keine Anzeige

"Brav warten bis Frauchen eine Tüte zieht", heißt es am Marktweiher-Rundweg bevor Bello sein "Geschäft" machen darf. Nachdem sich immer mehr Bürger über die "Hinterlassenschaften" der Vierbeiner aufregt haben, wurden auf Beschluss des Stadtrates im Frühjahr 2017 an den zwei Eingängen zum Gelände Hundetoiletten aufgestellt. Diese haben einen Spender für Kotbeutel und einem großen Behälter für die Entsorgung derselben. Die Entleerung übernimmt der Bauhof. "Wir haben schon Tüten nachbestellen müssen", sagt Gerhard Albang von der Stadtverwaltung. Aber er schränkt ein: "Es werden auch hier unvernünftige Hundebesitzer beobachtet." Zwar drohe ein Bußgeld, aber zur Anzeige wurde ein solches Delikt bei der Stadt noch nicht gebracht. Schließlich mag sich keiner deshalb streiten oder Feinde machen. Die Verwaltung könne nur immer wieder auf die Hundehaltungsverordnung hinweisen.

Aber auch Gehsteige sind derzeit mit den lästigen "Tretminen" behaftet. Bei hohem Schnee haben die Tiere nur sehr ungern die Spur verlassen und sich zum "Geschäftmachen" nicht in die Böschung verdrückt. Erst kürzlich ging bei der Stadt eine E-Mail eines genervten Bürgers ein. Etliche Bilder im Anhang zeigen, wie auf dem Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweg "herumgekackt" wurde. Bei Tauwetter treten die vorher im Schnee versunkenen Häufchen wieder zutage. Der Spaß für Jogger und Walker hält sich da in Grenzen! "Ich denke nicht, dass die Hundetoiletten hier das Problem lösen. Denn die Leute werfen die gefüllten Tüten oft einfach ins Gebüsch oder über einen Gartenzaun am Weg", stellt Bürgermeister Heinz Weigl fest. Derzeit sei deshalb kein weiterer Ankauf geplant.

Rabatt möglich

Jährlich fällig ist die Zahlung der Hundesteuer an die Gemeinde; eine Satzung regelt die Höhe. So sind für den ersten Hund 31 Euro sowie für jeden weiteren 50 Euro sowie für Kampfhunde 93 Euro zu berappen. Allerdings ist derzeit kein solcher gemeldet. Steuerfrei sind beispielsweise Blindenhunde und Rettungshunde mit Prüfung. Ermäßigungen gibt es bei Einöden und Weilern.

Aktuell sind im Stadtgebiet insgesamt 313 Hunde registriert, davon 135 "steuerermäßigt". 149 Haushalte haben nur einen Hund, 29 Meldungen betreffen "weitere Hunde". Michael Hösl appelliert an alle Besitzer, falls noch nicht erledigt, ihre treuen Gefährten nachzumelden: "Es ist auch im Sinne der Steuergerechtigkeit und im Interesse der vielen Hundehalter, die ihre Tiere korrekt angemeldet haben." Weitere Informationen gibt es bei der Stadtverwaltung (Telefon 09671/307-10, E-Mail hoesl[at]oberviechtach[dot]de). An- und Abmeldungen sind auch über das Rathaus-Service-Portal auf der Homepage möglich. www.oberviechtach.de

Hundesteuer:

Satzung beachten

Die Stadtverwaltung stellt immer wieder fest, dass Hundehalter ihre Vierbeiner nicht ordnungsgemäß bei der Verwaltung angemeldet haben. Das Unterlassen kann strafrechtlich geahndet werden. Außerdem wird gebeten, Verunreinigungen der öffentlichen Flächen, Gehwege und Grünflächen durch Hundekot zu vermeiden. Die Verwaltung appelliert an die Vernunft der Hundehalter, vor allem wegen der Gesundheitsgefährdung speziell auf Kinderspielplätzen.

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