19.01.2020 - 11:11 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Kreative Ideen sprudeln weiter

Bei der Gründung vor 30 Jahren haftet den "Freunden der Kunst" das Image des Elitären an. Auf der Jubiläumsveranstaltung wird deutlich, wie sich das Bild des Oberviechtacher Kulturvereins gewandelt hat.

Das Vorstandsteam der "Freunde der Kunst" wird bestätigt. Monika Krauß (Vierte von rechts) leitet den Verein zusammen mit Anne Gierlach (Dritte von rechts) und Uschi Baumer (Fünfte von rechts).
von Georg LangProfil

"Wir feiern heuer unseren 30. Geburtstag und sind mehr als volljährig." Mit diesen launigen Worten eröffnete Vorsitzende Monika Krauß die Jubiläums-Jahreshauptversammlung im Landgasthof "Zur Taverne" in Lind. "Die Freunde der Kunst sind der Inbegriff für Kultur, verbunden mit Lebensqualität", lobte Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf das Engagement des Kunstvereins, der im abgelaufenen Vereinsjahr bei der Ansprache eines breiten Publikums 14 500 Euro umsetzte.

Von 4 auf 14 Termine im Jahr

Auf die Initiative von Lothar Karl Joppien und Günther Robl konnten vor 30 Jahren 56 Personen für die Gründung eines "Vereins für Kunst und Kultur in Oberviechtach-Schönsee" begeistert werden. Das Gründungsprotokoll, aus dem Monika Krauß in ihrem Rückblick zitierte, erinnerte auch an die weiteren Kräfte bei der Weichenstellung für die Vereinsgründung am 28. Dezember 1989 im damaligen Reichenstein-Freizeitzentrum von Stadlern: Siegfried Bräuer, Andrea Denzinger, Ferdinand Denzinger, Michael Koller, Georg Lang und Elisabeth Robl. Vier Veranstaltungen jährlich waren seinerzeit angedacht. Mittlerweile sind es 14, wie der Rechenschaftsbericht von Schatzmeisterin Uschi Baumer für das Jahr 2019 deutlich machte. Der Kulturverein zählt heute 159 Mitglieder und spricht mit seiner Angebotspalette auch Nichtmitglieder an, so dass neben dem Jahresbeitrag von 60 Euro auch mit den sprudelnden Eintrittsgeldern der Gäste die vielen Veranstaltungen mitfinanziert werden können.

Selbst viele Teilnehmer der Jahreshauptversammlung waren erstaunt, welch breitgefächertes Programm die Kunstfreunde in den zurückliegenden drei Jahrzehnten auf die Beine gestellt hatten. Eine Plakatausstellung von Anne Gierlach und eine musikalisch unterlegte Präsentation von Roman Sorgenfrei lieferten einen informativen Rückblick auf das Engagement. Sorgenfrei ließ Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Filme, Kabarett, Theater, Ballett, Vorträge, Vereinsausflüge und den alljährlichen Kindermalkurs auf kurzweilige, unterhaltsame Art Revue passieren. Den letztgenannten gestaltet die akademische Kunstmalerin Katharina Gierlach, finanziert von Ehrenbürgerin Erika Odemer, der mehrfach der Dank für ihr verdienstvolles Mäzenatentum dankte.

Dank für Zusammenarbeit

Vorsitzende Monika Krauß vergaß auch nicht all jenen Einrichtungen zu danken, die bei der Ausrichtung von Veranstaltungen mitwirkten. Sie nannte die Stadt Oberviechtach, das Doktor-Eisenbarth-Museum, die beiden Kirchen mit Pfarrheimen, das Ortenburg-Gymnasium, das Kinocenter Pösl, die Musikfreunde Neunburg vorm Wald und die "Taverne" in Lind. Zweite Bürgermeisterin Christa Zapf würdigte die "kunstsinnigen Damen und Herren" bei der Vereinsgründung vor 30 Jahren. Aus dem "Pflänzlein von damals" habe sich eine Einrichtung entwickelt, die von Oberviechtach nicht mehr wegzudenken sei. Anerkennende Worte fand sie für die florierende Zusammenarbeit mit der Stadt und den anderen kulturtragenden Institutionen. Für die Zukunft wünschte sie den Kunstfreunden "weiterhin kreative Ideen, Inspiration und Schaffenskraft".

Bei den Neuwahlen wurden sämtliche Mitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Das "Triumfeminat" von Monika Krauß, Anne Gierlach und Uschi Baumer führt weiterhin den Kunst- und Kulturverein, wobei Baumer zugleich Schatzmeisterin ist. Ortrud Sperl bleibt Schriftführerin und als Beisitzer engagieren sich Peter Eckstein, Klaus Habl, Gabi Ried, Susanne Setzer, Roman Sorgenfrei, Alfred Tragl und Hans Kistler. Für ihr zehnjähriges Mitwirken wurde Gabi Ried und Klaus Habl gedankt.

Die Neunburger Musiker Christoph Greger (Violoncello) und Lars Greger (Gitarre) begleiteten die Versammlung mit einem anspruchsvollen Programm, unter anderem mit Werken von Friedrich Burgmüller und Nicolo Paganini. Abgeschlossen wurde die Jubiläumsveranstaltung mit einem "Überraschungsbüffet" der Wirtsfamilie Reger. Der Artikel über die Ehrung verdienter Mitglieder folgt.

Christoph und Lars Greger (links) setzten musikalische Höhepunkte.
Info:

"Biederes Grenzlandvolk"

"Kultur für das biedere Grenzlandvolk" titelte die Linder Faschingszeitung 1990 über die Gründung der "Freunde der Kunst". Beim Powerpoint-Rückblick auf die 30-jährige Vereinsgeschichte wurde dieser satirische Beitrag nicht ausgespart und sorgte für Erheiterung bei der Jubiläumsversammlung, die zudem in der Linder "Taverne" stattfand. "Was ist denn schon Blechmusik und Brotzeit gegen Chopin und Champagner?", witzelte der Faschingsartikel, der seinerzeit darauf anspielte, dass dem neuen Verein das Image des Elitären anhaftete.

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