26.05.2021 - 17:12 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Lange To-Do-Liste für Doktor Eisenbarth

Hohe Inzidenzwerte, niedrige Inzidenzwerte, Hürden, dann Lockerungen. Die Arbeit am Eisenbarth-Festspiel wird nicht leichter. Doch das Festspiel-Team muss sich terminlich festlegen. Es bleibt bei der Aufführung im September.

Sie waren 2019 ein Hingucker: Die Gaukler des Ortenburg-Gymnasiums trugen dazu bei, dass sich der Marktplatz in eine barocke Festspielarena verwandelte. Auch bei der Neuinszenierung sind sie mit von der Partie.
von Georg LangProfil

Optimismus ist die Losung der Stunde. Zwar beeinflusst die Sars-CoV2-Pandemie nach wie vor die Planungen und Arbeiten am neuen Festspiel-Projekt der Stadt und des Festspiel-Vereins. Aber die Begeisterung und der Einsatz für "Stadt. Spiel. Platz" sind unübersehbar. Obwohl Ende April bei einem erneuten Treffen der Festspielleitung mit Bürgermeister Rudolf Teplitzky und der Stadtmarketing-Beauftragten Margit Boch die Aufführungstermine auf den 11. und 12. September 2021 verschoben werden mussten, schreitet die Arbeit weiter voran.

Die Verschiebung sei notwendig, um dem Publikum einen uneingeschränkten Genuss des innovativen Konzeptes zu ermöglichen, sind sich Bürgermeister und Festspielleitung einig. Zum Zeitpunkt der Besprechung war nicht absehbar, welche Auflagen beim anfänglichen Juni-Termin eingehalten werden müssten. "Niemand hat etwas davon, wenn weniger Zuschauer vor als Schauspieler auf der Bühne stehen", meint der künstlerische Leiter Florian Waldherr. "Wir sind uns aber einig, dem Publikum noch in diesem Jahr die neuen Szenen vorstellen zu können" stimmen Margit Boch und Festspielleiterin Bianca Reil überein.

Absprachen mit der Gastronomie, Verkehrskonzept, Ticketverkauf und Einlasskontrolle stehen auf der To-Do-Liste von Margit Boch, die für diesen Aufgabenbereich die fachliche Erfahrung mitbringt. Dem Festspielverein hingegen obliegt weiterhin dafür zu sorgen, die Ideen für die brandneuen Historien-Szenen Wirklichkeit werden zu lassen.

Als nächster Schritt stehen hierfür im Juni Probenwochenenden und Filmaufnahmen der sechs Mini-Festspiele an - mit Hygienekonzept. Jede Szene ihren eigenen Proben- und Aufnahmetag. Die Videoaufnahmen werden der Stadt und dem Verein als Dokumentation dienen, liefern aber auch wichtiges Material für die Vermarktung des Festspiels.

Das erfordert von allen Beteiligten eine perfekte Vorbereitung. Online laufen daher aktuell regelmäßig Proben der kleinen Stadt- und Eisenbarth-Geschichten. "Ihr habt mich wirklich beeindruckt", kommentiert Zweiter Vorstand und Regisseur der Pfarrer-von-Miller-Szene Stefan Eiser die Leistung seines Teams bei der jüngsten Online-Probe. Das Schauspieler-Trio dieser Szene entführt die Zuschauer in eine rätselhafte Winternacht des Jahres 1705 als Pfarrer von Miller die Entscheidung fällt, sich an die Spitze aufständischer Bauern zu stellen, um gemeinsam gegen die österreichische Besatzungsmacht vorzugehen. In anderen virtuellen Probenräumen sorgen sich Oberviechtacher Bürger der Barockzeit um ein verschwundenes Kind und die Bedrohung durch Wölfe oder treffen den mysteriösen Venediger.

Natürlich darf im neuen Programm auch Doktor Eisenbarth nicht fehlen. Gaukler-Auftritte und Augenstar-Operationen am Bildschirm zu proben, war sicher nicht gerade ideal. Neben erfahrenen Festspiel-Veteranen müssen sich hier auch zwei neue Darsteller ins Thema einfinden. "Ich habe viel über Eisenbarth und seine Zeit erzählt", berichtet der Autor und Regisseur der Szene, Florian Waldherr, und ergänzt: "Da gab es dann auch mal als Gute-Nacht-Geschichte per WhatsApp eine kleine Vorlesestunde aus einem Eisenbarth-Roman für die Gruppe. Das hilft, sich besser vorstellen zu können, wie so eine Behandlung damals abgelaufen ist."

In mehreren Szenen sind in diesem Jahr auch Kinder als Schauspieler zu sehen. "Dies erfordert eine etwas andere Probendynamik und Organisation der Proben, aber sie sind wie ein Schwamm und saugen jeden Impuls, den man ihnen gibt, dankbar auf", erzählt Regisseur Sandro Bauer von seiner Arbeit in der Szene rund um die Wolfsplage.

Parallel näht Schneidermeisterin Johanna Brandl fleißig neue Kostüme und auch an Bühnenausstattungen und Requisiten wird gewerkelt. An einem Ort entstehen neue Bühnenteile rund um den Bühnenbauer und Kassier Nico Thein, an anderer Stelle versucht man die Bühne in das städtische Gesamtbild zu integrieren. Die Terminverschiebung erfordert nochmals Anpassungen bei der Besetzung, weil bewährte Kräfte ausfallen und auch Attraktionen wie Eisenbarths Phantasticum medicinale erst wieder aus dem Dornröschenschlaf der letzten beiden Jahre erweckt werden müssen. Die Arbeit geht also nicht aus.

Eisenbarth-Puppe als Dauerleihgabe im Cebb

Oberviechtach
Eisenbarths Phantasicum medicinale mit seinen kuriosen medizinischen Versuchen gehört auch im September zum festen Programm des Spielwochenendes.
Der "Starstich", eine medizinische Behandlung durch Doktor Eisenbarth, darf im Septemberprogramm nicht fehlen. Die Proben hierfür laufen vorerst aber nur auf der digitalen Schiene ab.
Hintergrund:

"Stadt.Spiel.Platz"

  • Am 11. und 12. September wird das Projekt "Stadt.Spiel.Platz" dem Publikum vorgestellt. Der Kartenvorverkauf beginnt Anfang Juli, Gutscheine können aber jetzt schon erworben werden.
  • Wer Lust hat, beim Festspiel mitzumachen, soll sich unter mitmachen[at]doktor-eisenbarth[dot]de melden. Jeder ist willkommen, ob auf, hinter oder neben der Bühne, ob im Schauspiel, in der Maske, in der Technik, im Bühnenbau oder in der Organisation.

 

 

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