13.12.2019 - 13:35 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Letzte Ruhe bleibt erschwinglich

Die Grabgebühren für den Oberviechtacher Friedhof steigen geringfügig an. Das gilt auch für die im Trend liegenden Urnen-Baumgräber. Um Wahlhelfer für den 15. März 2020 zu finden, erhöht der Stadtrat das "Erfrischungsgeld" um 100 Prozent.

Seit 1979 ist der Friedhof in städtischer Hand. Die Sanierung von Wegen und Leichenhaus floss in die Kalkulation der Gebühren ein. Kostendeckend kann die Einrichtung jedoch nicht betrieben werden.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Bei der Stadtratssitzung standen - wie jedes Jahr im Dezember - die Friedhofsgebühren auf der Tagesordnung. Einstimmig und ohne Aussprache wurde wie in den Vorjahren eine geringfügige Erhöhung beschlossen und die Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der Bestattungseinrichtung geändert. "Das ist notwendig, um mit den Kosten, die sich ständig erhöhen, einigermaßen Schritt zu halten", sagte Bürgermeister Heinz Weigl. Von einer Kostendeckung sei man noch immer weit entfernt. Der Haupt- und Finanzausschuss gab nach seiner Sitzung keine Empfehlung an den Stadtrat ab.

Sanierung eingerechnet

Die Erhöhung für ein Einzelgrab beläuft sich wieder auf 50 Cent pro Jahr, was bei einer Liegedauer von 15 Jahren 7,50 Euro mehr ausmacht. Kämmerer Michael Hösl hatte den Fraktionen die Gebührenkalkulation vom 14. Oktober 2019 vorgelegt. Unter Berücksichtigung der günstigsten Kalkulationsgrundlagen und ohne Kostensteigerung sei eine Gebühr von 951 Euro je Einzelgrab anzusetzen. Tatsächlich werden jedoch ab 2020 nur 717 Euro für 15 Jahre berechnet (siehe Infokasten). Bei der Kalkulation wurde die Sanierung der Friedhofsanlage mit 325 565 Euro eingesetzt. Übrigens: Am günstigsten ist ein anonymer Stellplatz im Urnen-Gemeinschaftsgrab (287 Euro). Eine Gruft, früher beliebt bei "besser gestellten" Familien, gibt es ab 2456 Euro. "Es haben fast nur noch Unternehmerfamilien eine Gruft. Aufgrund der hohen Kosten werden viele aufgelassen", erklärt Gerhard Albang vom städtischen Friedhofsamt. Jetzt liegen Einzelgräber und besonders die kleineren Urnengräber im Trend. Seit Juni 2017 gibt es Urnen-Baumgräber (309 Euro). Mittlerweile ist der erste Baum "voll belegt". Unter einem weiteren Baum sind acht Plätze eingeteilt. "Entfernt wohnende Angehörige schätzen es, dass keine Pflege anfällt", meint Albang. Im Jahr 1979, also vor 40 Jahren, hat die Stadt den Friedhof von der Kirche übernommen.

Bei der Stadtratssitzung waren auch die Kommunalwahlen am 15. März 2020 ein Thema. Hier ging es um das sogenannte Erfrischungsgeld für die Wahlhelfer. Dieses wurde einstimmig um 100 Prozent erhöht. Statt 25 Euro (Kommunalwahl 2014) werden diesmal 50 Euro pro Tag an jede Person ausbezahlt. "Der Landkreis übernimmt die Auslagen der Kommunen komplett", berichtete Weigl von der Kreistagssitzung.

Wahlhelfer gesucht

"Es wird immer schwieriger, Wahlhelfer zu finden", stellte Bürgermeister Heinz Weigl fest. Er appellierte daran, dass jede Gruppe mit einer Liste mindestens 20 Personen meldet, die beim Auszählen der Wählerstimmen helfen. "Es wird eine lange Nacht", meinte Weigl. Denn neben Landrat, Bürgermeister und Stadtrat werde auch der Kreistag gewählt. Wie Weigl informierte, werden diesmal acht Briefwahlbezirke (bisher fünf) und sechs Wahlbezirke eingerichtet. Man gehe davon aus, dass zwei Drittel der Wahlberechtigten die Briefwahl nutzen.

Für den Neubau des Hochbehälters "Roßhaupt" war der Bauantrag am Sitzungstag noch nicht eingetroffen. "Wir rechnen täglich damit", meinte Weigl. Der Bürgermeister wurde einstimmig beauftragt, diesen mit dem gemeindlichen Einvernehmen an das Landratsamt weiterzuleiten. "Es ändert sich nichts. Der Bauantrag wird wie beschlossen gestellt", betonte Heinz Weigl. Ziel sei es, so schnell wie möglich auszuschreiben, damit die Bauarbeiten im Frühjahr/Sommer 2020 starten können. Bereits im April 2019 hatte das Gremium den Neubau beschlossen.

Beim Punkt Anfragen mahnte CSU/CWG/Aktive-Fraktionssprecher Alexander Ried die im Bauausschuss im Oktober angeforderte Liste der Wasserrohrbrüche der letzten zwei Jahre. "Diese wird derzeit zusammengestellt", erklärte der Bürgermeister. Für den Christkindlmarkt 2020 regte Ried an, ein Festbüro einzurichten. Damit sei bei Problemen leichter ein Ansprechpartner zu finden. "Kann man machen", so Weigl. Barbara Ruhland kritisierte, dass Helfer in Christkindlmarkt-Verkaufsbuden, die ihr Auto im "nachträglichen" Parkverbot abgestellt hatten, mit einem Strafzettel bedacht wurden. "Hier ist die Polizei zuständig", meinte der Bürgermeister. Außerdem seien die Parkverbotsschilder 72 Stunden vor der Veranstaltung aufgestellt worden. Er erklärte sich aber bereit, für eine unbürokratischen Aufklärung mitzuhelfen. Christian Schneider sprach das im Sommer aufs Tablett gebrachte Thema "Wohnsitzmeldung von in Oberviechtach stationierten Soldaten" an. "Ich werde der Sache noch einmal nachgehen", so Weigl.

Etliche Leitungen im Hochbehälter "Roßhaupt"sind stark verrostet . Dazu kommen Schäden an Wänden und Decken. Der Neubau in unmittelbarer Nähe wurde im Stadtrat im April 2019 beschlossen.
Friedhofssatzung:

Grabgebühren ab 2020

Die Änderung der Friedhofsgebührensatzung tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Gebühr beträgt für ein Einzelgrab für Kinder bis zum 10. Lebensjahr 131,50 Euro (für 10 Jahre) und für Erwachsene 717 Euro (für 15 Jahre). Eine Doppelgrabstätte kostet 1199 Euro, eine Dreifachgrabstätte 1555 Euro und eine Mehrfachgrabstätte 1914 Euro. Für eine Gruft (bis vier Stellplätze) sind 2456 Euro zu bezahlen, sowie pro weiteren Stellplatz zusätzlich 245 Euro.

Eine Urnen-Reihengrabstätte kostet 687 Euro, ein Stellplatz im Urnen-Gemeinschaftsgrab 287 Euro und ein Urnen-Baumgrab 309 Euro. Alle Gebühren sind für eine Liegezeit von 15 Jahren berechnet.

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