15.09.2019 - 18:19 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Licht am Ende des Tunnels

Schützenmeister Albert Kiener bietet seinen Rücktritt an. Die zur Versammlung der "Scharfschützen" erschienenen Mitglieder einigen sich auf einen neuen Termin. Erst da sollen die Neuwahl des Schützenmeisters und die Nachwahlen erfolgen.

Das Vereinslokal der Schaftschützen am Sandradl war auch bei dieser Versammlung gut gefüllt
von Christof FröhlichProfil
Am Beginn der Versammlung hatte Versammlungsleiter Mark Liebermann in angespannter Atmosphäre zunächst einen schweren Stand, dann aber glätteten sich die Wogen.
Das Urgestein des Vereins, Schießsportleiter Rudi Krippner, seit Januar 1972 Vereinsmitglied, zog ein positives Fazit dieser Versammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass bei den Oberviechtacher "Scharfschützen" schon bald nicht mehr nur geredet, sondern wieder dem Schießsport der Vorzug eingeräumt werde.

Am Freitagvormittag hatte bei der Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Amberg wegen der Suspendierung des ersten Schützenmeisters Richter Markus Fillinger die Hoffnung ausgesprochen: "Vielleicht löst sich jetzt alles in Wohlgefallen auf" und an die beiden streitbaren Lager appelliert: "Schauen sie halt, dass sie friedlich miteinander umgehen" (wir berichteten).

Bereits am Abend schien dieser Appell bei der von Schützenmeister Albert Kiener einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung der "Scharfschützen" erste Früchte zu tragen: Es wurde zumindest miteinander und nicht nur übereinander geredet oder nur per Mail kommuniziert. Ein Blick zurück: Schützenmeister Albert Kiener hatte die Versammlung für den 13. September einberufen, zweiter Schützenmeister Günter Gilch hatte sie wieder abgesagt. Die Brisanz, die durch die seit Monaten anhaltenden Querelen im Raum stand, war am Freitagabend im gut gefüllten Schützenheim am Sandradl, regelrecht zu spüren.

Versammlungsleiter bestellt

Nach der Begrüßung beauftragte Schützenmeister Albert Kiener, "um allen Vorurteilen vorzubeugen", Mark Liebermann mit der Versammlungsführung. Auf der Homepage des Vereins hatte Albert Kiener bereits im Vorfeld dieser Versammlung angekündigt, dass er an diesem Abend bereit sei, sein Amt als Schützenmeister zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus hatte er in der Tagesordnung, da auch weitere Vorstandsmitglieder ihr Amt schon zur Verfügung gestellt haben, Neuwahlen oder Nachwahlen angekündigt.

Doch dazu kam es an diesem Abend nicht. Versammlungsteilnehmer machten in lebhaften Diskussionen und zahlreichen Wortmeldungen deutlich, dass sie mit dem Abhalten dieser Versammlung nicht einverstanden sind, zumal der zweite Schützenmeister Günter Gilch wegen eines Reha-Aufenthalts nicht anwesend sein konnte. Mark Liebermann hatte als Versammlungsleiter zunächst keinen leichten Stand, da bei einigen Mitgliedern immer wieder Emotionen wegen der Geschehnisse der vergangenen Monate (wir berichteten ausführlich) hochkamen und auch wieder Vorwürfe in den Raum gestellt wurden.

Liebermann appellierte an die Versammlung, das Geschehene hinter sich zu lassen und im Interesse des Vereins und derer, die den Schießsport weiterhin betreiben wollen, nach vorne zu blicken, da möglicherweise auf beiden Seiten Fehler gemacht worden seien.

Neuen Termin favorisiert

In der regen Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Anwesenden an diesem Abend die Versammlung mit der vorgestellten Tagesordnung nicht "durchziehen" wollten. Liebermann bat um Vorschläge, wie möglichst zeitnah einen von allen akzeptierte Versammlung mit Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden und Neu- oder Nachwahlen stattfinden solle.

Man einigte sich darauf, dass sich nach Rückkehr des zweiten Vorsitzenden Günter Gilch von der Reha die beiden Vorsitzenden an einen Tisch setzen und gemeinsam die nächste Hauptversammlung planen und dazu einladen sollen. Schützenmeister Albert Kiener sei erst zum Rücktritt bereit, wenn er sein Amt und damit auch die Verantwortung für den Verein an einen Nachfolger übergeben könne.

Aus diesem Grund wurde die Versammlung für diesen Abend auch für beendet erklärt. Am Ende zog Schießsportleiter Rudi Krippner, ein "Urgestein" des Schützenvereins, der dem Verein seit 47 Jahren angehört und in dieser Zeit fast immer Verantwortung im Verein getragen hat, ein Fazit. Er habe mit Freude registriert, dass diese Versammlung endlich wieder im eigenen Vereinslokal stattfand und dass man wieder miteinander gesprochen und sich dabei in die Augen geschaut habe. Das wertete er als ein sehr positives Zeichen für eine gute Zukunft.

Leichter Optimismus

Krippner gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die beiden Vorsitzenden schnellstmöglich an einen Tisch setzen, den Ablauf der nächsten Hauptversammlung gemeinsam festlegen, dass bei dieser Versammlung die Neu- oder Nachwahlen stattfinden und dass die Sportschützen, wenn an den Schießständen einige Mängel behoben sind, wieder mit Begeisterung ihrem Schießsport nachgehen können. Ein wenig klang das schon wie "Zukunftsmusik".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.