Manche fristen versteckt hinter Sträuchern ein Schattendasein oder sind gar in Schutt und Erdreich verschwunden. Die Rede ist von Kleindenkmalen oder Marterln, wie sie im hiesigen Sprachgebrauch allgemein bezeichnet werden. Freilich betrifft die Eingangsschilderung nicht alle Feldkreuze, Bildstöcke und Gedenktafeln. Viele Kleindenkmäler befinden sich in einem gepflegten Zustand und vermitteln dem Passanten oder dem Betrachter, der sogar vor dem Marterl verweilt, eine Aussage. Kreuze in unterschiedlichen Ausführungen und bildhafte Heiligendarstellungen offenbaren die religiöse Motivation für die Errichtung. Ein Spruch, eine Jahreszahl, das Monogramm des einstigen Eigentümers und der Standort können zusätzliche Angaben sein, wenn man sich dem jeweiligen Kleindenkmal annähern will.
Dieser Aufgabe hat sich jetzt eine Arbeitsgruppe um Kreisheimatpfleger Ludwig Berger verschrieben, die die Marterl im ehemaligen Landkreis Oberviechtach erfassen will. Der Standort, Anlass und Zeitpunkt der Errichtung sowie die Besitzverhältnisse (öffentlich/privat) sollen abgeklärt werden. Ganz von vorne müssen die „Denkmalpfleger ehrenhalber“ aber nicht anfangen. Der frühere Kreisheimatpfleger Hubert Teplitzky hat schon mehrere „Marterl- und Denkmalwanderwege in und um Oberviechtach“ bearbeitet und publiziert. In der Marktgemeinde Winklarn wurde im Rahmen eines Schulprojekts eine detaillierte Publikation erstellt und in Schönsee hat der Oberpfälzer Waldverein schon Vorarbeiten geleistet, auf denen Ludwig Berger mit seinem Team aufbauen kann. Die Arbeitsgruppe ist sich bewusst, dass die Flur-, Dorf- und Hofkreuze, die Bildstöcke, Sühnekreuze, Gedenksteine, Totenbretter und Kapellen zum kulturellen Erbe des Heimatraumes zählen, die es möglichst vollständig zu erfassen und erhalten gilt.














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