Oberviechtach
14.04.2024 - 15:30 Uhr
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Ministerpräsident Markus Söder beim CSU-Ehrenamtstag in Oberviechtach

Markus Söder ist der Hauptredner beim Ehrenamtstag der CSU-Ortsverbände im Raum Oberviechtach/Schönsee. Die rund 700 Gäste feiern den Ministerpräsidenten. Krawatten und Geschenk lassen schmunzeln.

Ein seltenes Ereignis: Nach Alfons Goppel dauert es 45 Jahre, bis wieder ein Bayerischer Ministerpräsident die Stadt Oberviechtach besucht. Anlass ist der CSU-Ehrenamtstag, welchen der CSU-Kreisverband Schwandorf und die Ortsverbände in der Region Oberviechtach/Schönsee organisiert haben. „Dr. Markus Söder kommt heute als CSU-Parteivorsitzender“, betont Ortsvorsitzender Tobias Ehrenfried am Samstag beim Warten vor der Dreifachturnhalle des Ortenburg-Gymnasiums.

Bis die Limousine um 17.57 Uhr vorfährt, strömen die rund 700 angemeldeten Gäste, alles ehrenamtlich Tätige aus dem Bereich Oberviechtach/Schönsee, in die Halle. Dort gibt es Getränke und ein sehr reichhaltiges kaltes Buffet. „Ich möchte sehen, wie sich ein Zwei-Meter-Mann aus dem Auto schält“, sagt ein Besucher und bleibt stehen. Der Ministerpräsident zieht sich beim Aussteigen die Jacke über Hemd und Krawatte im obligatorischen Weiß-Blau und witzelt: „Was ist das, bin ich auf der falschen Veranstaltung?“ Der Grund: MdL Alexander Flierl tritt als Jäger gerne im Trachtenanzug und grüner Krawatte auf und auch Bürgermeister Rudolf Teplitzky trägt Grün als Stadtfarbe unter der Amtskette.

Einzug mit Blasmusik

MdB Martina Englhardt-Kopf und MdEP Christian Doleschal begleiten den Gast vorbei an der Doktor-Eisenbarth-Festspielgruppe zum Eingang. Im Foyer bittet der Bürgermeister im Beisein von Vertretern der Stadtratsfraktionen um einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. „Die Zukunft gehört der Oberpfalz und dem ländlichen Raum“, schreibt Markus Söder. Unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches der Stadtkapelle Oberviechtach und dem Applaus der Versammelten marschiert der Ministerpräsident in die Halle.

MdL Alexander Flierl übernimmt den Begrüßungspart und erwähnt auch die stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl, den Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Gemeindetages Martin Birner und Staatsministerin a.D. Emilia Müller. Flierl freut sich über die vielen Gäste beim Ehrenamtstag: „Ihr Einsatz ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wir sind heute zusammengekommen, um für diese unbezahlbaren Beiträge Danke zu sagen.“

Dass dies nicht nur ein Lippenbekenntnis sei, unterstreicht anschließend Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzender Markus Söder. Er nennt die Erhöhung der Übungsleiterpauschale und die Verdoppelung der Ehrenamtspauschale und er stellt die Ehrenamtlichen – von den Blaulichtorganisationen bis zu den Gartenbauvereinen – in den Mittelpunkt seiner Rede. Wie er feststellt, sind in Bayern über fünf Millionen Menschen ehrenamtlich engagiert. Söder appelliert, sich auch weiter für andere einzusetzen: „Diese Harmonie trägt die Gemeinschaft im Land.“ Er dankt den Anwesenden im Namen des Freistaates Bayern und der CSU und wünscht sich „weniger Ego und mehr Gemeinschaft“.

Der Ministerpräsident spickt seine gewohnt unterhaltsame Rede auch mit politischen Seitenhieben in Richtung Ampel. Er führt die neun Milliarden Euro, die Bayern jedes Jahr beim Länderfinanzausgleich zu zahlen hat, an und stellt unter Applaus fest: „Bayerisches Geld ist besser aufgehoben in der Oberpfalz als in Berlin.“ Denn anders als der Bund habe Bayern noch Wirtschaftswachstum, die niedrigste Arbeitslosigkeit in Deutschland und die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Immer wieder spielt Söder auf die besondere Verbindung von Franken und Oberpfälzern an und dankt dem Landtagsabgeordneten Alexander Flierl für dessen Arbeit im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz.

Socken, Bier und Geräuchertes

Wie der 57-Jährige bekennt, habe er die ständige Gängelung aus Berlin auch im Hinblick auf die Ernährung satt. Dazu passte der Geschenkkorb, welchen der Oberviechtacher CSU-Ortsvorsitzende Tobias Ehrenfried mit regionalen Spezialitäten – vom Fuchsberger Bier bis hin zu Pascherwürsten aus Schönsee, Geräuchertes aus Niedermurach, Eisenbarth-Elixier aus Oberviechtach oder Alpaka-Socken aus Winklarn mit einer launigen Rede als Survival-Set überreicht. Ehrenfried spricht vorher die geplante Krankenhausreform des Bundes an und bittet den Ministerpräsidenten, weiter für den Erhalt der Notfallversorgung im ländlichen Raum zu kämpfen. Dieser nimmt sich dicht umringt noch Zeit für viele Fotos. Der CSU-Ehrenamtstag klingt bei Gesprächen und Blasmusik gesellig aus.

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