Oberviechtach
02.05.2022 - 16:40 Uhr

Missionsarbeit als Lebensinhalt: Pater Alfons Brunner verstorben

52 Jahre war er Missionar in Afrika, seit Oktober 2020 lebte er im Piusseminar der Mariannhiller Missionare in Würzburg. Am Samstagmorgen ist Pater Alfons Brunner verstorben.

Gerne erzählte Pater Alfons Brunner beim Heimaturlaub in Oberviechtach über seine Missionsarbeit, die sich auf über ein halbes Jahrhundert erstreckte. Die Oberviechtacher nahmen gerne Anteil daran, unterstützten den Ordensmann auch finanziell. Nun müssen sie Abschied nehmen.

„Vorher war er noch bei der Pförtnerin und hat seine bekannten Späßchen gemacht“, erzählt sein jüngerer Bruder Hans Brunner, bei dem er während seiner Missionsarbeit im Busch alle drei Jahre seinen Heimaturlaub verbrachte. Dieser war immer auch verbunden mit einem gesundheitlichen Check in Würzburg. Herzprobleme, die aber medikamentös gut geregelt werden konnten, verhinderten aber 2020 die Rückkehr in die Mission, die Pater Brunner ursprünglich anstrebte. Vor einem Jahr feierte er in der Würzburger Ordensgemeinschaft seinen 85. Geburtstag.

Heimaturlaub beim Bruder

Wenn Pater Brunner seine Heimataufenthalte verbrachte, dann wohnte er in seinem Elternhaus an der Schönseer Straße, gut versorgt von Bruder und Schwägerin Hans und Margareta Brunner. Hier wuchs Alfons Brunner zusammen mit fünf Geschwistern auf. Nach der Volksschule wechselte er an das Bischöfliche Knabenseminar in Straubing und dann an das Mariannhiller Studienseminar in Lohr am Main. Ab 1958 folgte das Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg. 1964 wurde er zum Priester geweiht. Drei Jahre später begann der Einsatz in Afrika.

Bei seinen Heimataufenthalten feierte er Gottesdienste in Oberviechtach, Pullenried, Wildeppenried und Weiding und viele Pfarrangehörige freuten sich schon auf ein Gespräch mit dem Pater aus Afrika oder einen seiner geschätzten Lichtbildervorträge über die Missionsarbeit. Lebendiges und anschauliches Erzählen, das war sein Ding: So haben ihn viele Gläubige in Erinnerung, die gerne den Kontakt mit ihm suchten. Auch der Pater schätzte die stete Unterstützung aus seiner Heimatgemeinde.

Bei der Unterhaltung oder auch bei seinen Predigten nahm er sich kein Blatt vor den Mund, wenn er über die politische Entwicklung in der britischen Kolonie Rhodesien und dem späteren Simbabwe berichtete, wo sich der einstige Freiheitskämpfer Mugabe zu einem Alleinherrscher entwickelt hatte. Selbst der Bischof bekam Repressalien zu spüren.

Donnerstag Beisetzung

"Es war mein Leben. Ich wollte es so haben". Mit diesem Satz fasste Pater Brunner die Erfüllung zusammen, die er in der Missionsarbeit gefunden hatte. Die Beisetzung von Pater Brunner findet am kommenden Donnerstag, 5. Mai, um 12.45 Uhr im Klosterfriedhof der Würzburger Ordensgemeinschaft statt. Im Anschluss wird um 14 Uhr das Requiem in der Mariannhiller Kirche gefeiert.

Stadtpfarrer Alfons Kaufmann will zur Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten in Würzburg einen Bus einsetzen, sofern genügend Interessenten mitfahren. Diese sollen sich unter der Telefonnummer des Pfarramt 1557 anmelden.

Hintergrund:

Lebensstationen

  • 52 Jahre Missionsarbeit:Von den insgesamt 52 Jahren in der Diözese Bulawayo in Simbabwe über drei Jahrzehnte auf Missionsstationen in Brunapeg, Fatima und Magama.
  • Leitung Ekuseleni: Nach einer Seelsorgetätigkeit in der Stadt Bulawayo 1980 Wiedereröffnung und Leitung der wegen des Bürgerkriegs geschlossene Station Ekuseleni.
  • Rückkehr: Im Jahr 2000 wieder Wechsel nach Bulawayo.
  • Im Ruhestandsalter:Bis 2020 unterschiedliche seelsorgerische Aufgaben bei Schwesterngemeinschaften, im Waisenhaus und im Altenheim.
 
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