08.01.2021 - 15:58 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Modernes Ambiente für Oberviechtacher Archivalien

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Das Gedächtnis der Stadt Oberviechtach zieht voraussichtlich im Februar um. Der Archivneubau punktet mit einem praktischen Rollregalsystem: Rund 420 laufende Meter bieten viel Platz für Ordner. Auch an die Archivpädagogik ist gedacht.

„Sesam öffne dich“: Das Stadtarchiv zieht im Frühjahr in die Ebene zwei des Neubaus ein. Wolfgang Ruhland präsentiert das praktische Rollregalsystem.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Wolfgang Ruhland atmet auf. Kurz vor Weihnachten wurde das Rollregalsystem im neuen Stadtarchiv im Mühlweg aufgebaut. Jetzt fehlen nur noch die Innentüren, die sich aufgrund Ausfällen während der Corona-Pandemie verzögert haben. Der geschäftsleitende Beamte im Oberviechtacher Rathaus ist zuversichtlich, dass die Schreinerei den Januartermin halten kann. „Wir könnten dann Anfang Februar mit der Grundreinigung beginnen und anschließend mit dem Umzug starten“, so Ruhland.

Große Lagerkapazität

Oberpfalz-Medien war dabei, als Ruhland zusammen mit Archivarin Christa Zapf die neue Unterkunft der kommunalen Akten in Augenschein nahm. Das Rollregalsystem in der Ebene zwei des Neubaus bietet durch die Einsparung von Gängen eine vielfach größere Lagerkapazität. Rund 420 laufende Meter an DIN-A4-Ordnern finden hier Platz. In den Standregalen gegenüber werden voraussichtlich die Akten der ehemals selbstständigen Ortsteile bis zur Eingemeindung sowie das Zeitungsarchiv aufbewahrt. „Wir müssen uns noch überlegen, nach welchem System wir vorgehen“, führt Christa Zapf an. Die Grundlage bildet der Einheitsaktenplan für die bayerischen Gemeinden mit dem Verzeichnis der festgelegten Aufbewahrungsfristen.

„Die Klimatisierung des Raums ist mit dem Bayerischen Staatsarchiv abgesprochen“, erklärt Wolfgang Ruhland. Denn die Haltbarkeit eines Archivgutes ist vor allem abhängig von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Hier lag in der Vergangenheit einiges im Argen. Nach dem Abbruch vom „Haus der Bäuerin“ im Jahr 2014 musste das Archiv an verschiedene Orte ausgelagert werden. Christa Zapf ist die Freude über die in zeitliche Nähe gerückte ordnungsgemäße Unterbringung der Akten anzusehen. Ihr Arbeitsplatz mit moderner Technik befindet sich künftig auf der Ebene drei. Der Schreibtisch steht bereits und auch das Regal im Vorraum für die Registratur und Zwischenablage.

Für den Umzug ins neue Stadtarchiv Oberviechtach werden die Akten gepackt

Oberviechtach

Multimediaraum

Nur mit einem Raumteiler vom Archiv-Arbeitsplatz abgetrennt, geht es in den Lese- und Multimediaraum. Laut Wolfgang Ruhland werden noch drei bis vier Tische aufgestellt. Hier können Bürger in bereitgestellten Akten blättern. Eine lange Holzbank an der Außenwand bietet viele Sitzplätze und deutet auf die weitere Verwendung als außerschulischen Lernort für Schulklassen hin. Damit kann die Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte künftig auch im Archiv stattfinden. Das gewünschte Material wird mittels im Raumteiler eingebauter Technik schnell und unproblematisch zugänglich sein.

"Wir könnten dann Anfang Februar mit der Grundreinigung beginnen und anschließend mit dem Umzug starten."

Wolfgang Ruhland

Sobald die Türen eingebaut und der Putztrupp fertig ist, läuft der Umzug mit Hochdruck an. Unter Einbindung des Bauhofs werden die Akten vom ehemaligen Telekom-Gebäude in der Nunzenrieder Straße abgeholt. Christa Zapf hat hier bereits etliche Schachteln gestapelt. Aus Platzgründen kann vieles jedoch erst kurz vorher eingepackt werden.

Das Erdgeschoss (Ebene eins) des neuen Stadtarchivs wird unter anderem als Museums-Depot genutzt. Rund 65 Quadratmeter stehen dafür bereit. Gleich daneben befindet sich eine behindertengerechte Toilette. Der Aufzug ging Ende des Jahres in Betrieb. Und auch die Illumination an der Fassade fiel über die Feiertage schon positiv auf. Nach dem Winter wird das während der Bauphase abgebaute Pochwerk wieder im Hof zwischen Archiv und Museum aufgestellt. Das Fundament ist bereits betoniert.

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