18.09.2019 - 18:06 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Musikalischer Nachmittag mit Weltpremiere

Marschmusik halt Sonntagnachmittag durch die Eisenbarth-Schule. Beim Familiennachmittag des Kolping-Spielmannszuges spielen aber nicht nur Noten und Instrumente die Hauptrolle. Eine neue Komposition vertont das Leben von Doktor Eisenbarth.

Die Zukunft des Kolping-Spielmannszuges: Das Nachwuchsensemble unter der Leitung von Marina Schwander (links) demonstrierte den Gästen beim musikalischen Nachmittag seinen Lernerfolg.
von Ludwig BergerProfil

In der Doktor-Eisenbarth-Schule stand Musik ganz groß im Stundenplan. Die Musiker des Spielmannszuges hatten Mitglieder samt Familie sowie Interessenten zum Familiennachmittag eingeladen. Die Organisatoren durften sich über eine große Resonanz freuen. Nach der Eröffnung durch Stabführer Reinhard Lößl, unterhielt das Nachwuchsensemble unter der Leitung von Marina Schwander die Zuhörer mit einem flotten Marsch, dem "Little Penguin Walk", der "Ode an die Freude" sowie zum Abschluss den "Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen".

Zusammen mit Maria Ahlemeyer zogen sich die anwesenden Kinder zum Proben in die benachbarten Räume der Stadtkapelle zurück. In einer Schnupperstunde der Musikalischen Früherziehung studierten der Nachwuchs ein Lied ein. Alle anderen Buben und Mächen konnten sich in dieser Zeit mit den im Pausenhof vorbereiteten Spielen vergnügen oder beim Kinderschminken verschönern lassen.

Das Lied „Ich brauche kein Orchester“ wurde dann von den Kindern gesungen und mit einer Choreografie vor allen Gästen dargeboten. Nächste Darbietung war die Vorführung eines musikpädagogischen Konzert nach dem Märchen „Dornröschen“. Dabei wurde die Geschichte aus Sicht der Hofmusiker erzählt, die an mehreren Stellen der Erzählung zum Einsatz kommen. Als die Prinzessin sich an der Spindel gestochen hatte, fielen alle Musiker in einen 100-jährigen Schlaf. Nachdem sie wieder erwachten, spielten sie für Prinz und Prinzessin noch ein Ständchen.

Christoph Ahlemeyer (an der Pauke) ist Komponist des Werks "Eysenbarth", das der Spielmannszug für die bayerische Meisterschaft für Spielleute einstudiert. Im Hintergrund an der Fanfare Stabführer Reinhard Lößl.

Das Gesamtorchester des Spielmannszug bereitet sich aktuell auf die Bayerische Meisterschaft für Spielleute in Feuchtwangen vor. Dabei werden in der Schwierigkeitsklasse „Oberstufe“ die Werke „Der alte Fritz“ von Hans Hütten und „Eysenbarth“ von Christoph Ahlemeyer (siehe Info-Element) der Jury vorgestellt. Letzteres Stück ist für diesen Anlas neu komponiert worden, und die Besucher des Familiennachmittags kamen in den Genuss einer Uraufführung. Komponist Ahlemeyer erklärte, dass darin einige Stationen aus dem Leben des Doktor Eisenbarth vertont worden sind. Auch die Melodie des Eisenbarth-Liedes ist in verschiedensten Variationen immer wieder zu hören. Nach diesem fulminanten Vortrag neigte sich der kurzweilige Familiennachmittag dem Ende entgegen.

Früh übt sich: Spielmannszug-Mitglied Markus Zimmermann mit Sohn Jakob.
Komposition mit Anspruch:

Die Komposition „Eysenbarth“ von Christoph Ahlemeyer beschreibt die bis heute überlieferten Lebensstationen des Oberviechtacher Handwerkschirurgen Johann Andreas Eisenbarth. Nach einer festlichen Einleitung, die musikalisch die medizinischen Leistungen Eisenbarths vertont, begleiten die Zuhörer zunächst den Tross der Spielleute und Gaukler. Gemeinsam tauchen sie in das bunte Spektakel eines Wochenmarktes ein und erleben, wie dem Volk die Heilkünste des Wanderarztes angepriesen werden. Auch den herannahenden Krieg und die geglückte Operation des Major von Graevenitz, dem Eisenbarth eine Kugel aus dem Auge operierte, wird verarbeitet. Am Ende ist Eisenbarth ein gemachter und wohlbekannter Mann mit zahlreichen Privilegien. Als musikalisches Leitthema der elfminütigen Komposition erklingen wiederkehrend verschiedene Variationen des bekannten Spottlieds „Ich bin der Dr. Eisenbarth“.

Der in Oberviechtach lebende Komponist Christoph Ahlemeyer komponierte das facettenreiche und überaus anspruchsvolle Werk im Auftrag des Kolping-Spielmannszuges. Die Oberviechtacher Spielleute werden sich unter anderem mit diesem Stück am 26. Oktober bei der Bayerischen Meisterschaft der Spielmanns- und Fanfarenzüge einer Fachjury präsentieren.

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