44 Jahre lang war das Geschäftshaus am Marktplatz 6 die Heimat für die Pizzeria „Capri“. Als sich Salvatore De Luca im Frühjahr 2024 schweren Herzens in den Ruhestand verabschiedete, war noch kein Nachfolger in Sicht. Die Gastro-Einrichtung wurde nach und nach verkauft. Doch nun präsentiert Hausbesitzer Michael Welnhofer stolz einen neuen Pächter: Es ist der gebürtige Italiener Domenico D‘ Amora (30). Der neue Schriftzug prangt bereits an der Fassade „Ristorante/Pizzeria D’Amora 2.0 – Cucina Italiana“.
„Ich vertraue der Jugend“, sagt Welnhofer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er hofft auf ein langfristiges Pachtverhältnis, „vielleicht ist es ja ein Glücksfall wie mit Salvatore“. Wie er verrät, gab es zwölf Anfragen mit vier Interessenten in der engeren Auswahl. Vom Leerstand bleibt das Geschäftshaus auch dank Renovierung verschont. „Als Oberviechtacher will ich, dass unser Marktplatz belebt ist. Wenn nicht die Einheimischen investieren, wer dann?“, so Michael Welnhofer. Besonders freue er sich über die Tatsache, dass der neue Pächter auch den seit 2016 leerstehenden Bäckereiladen (66 Quadratmeter) mit übernimmt. „Der Raum mit großer Fensterfront und tollen Blick auf den Marktplatz wird der Hauptraum für die Gastronomie.“
Die zwei Gasträume sind saniert, aber noch unmöbliert. „Heute hätten die Stühle geliefert werden sollen“, stellt Welnhofer seufzend fest, „die Tische kommen am 25. Januar“. Eröffnet wird die Pizzeria aber bereits diesen Donnerstag, 16. Januar, mit Speisen nur zur Abholung. „Eigentlich war der Start am 1. November geplant“, führt Welnhofer an. Doch Lieferschwierigkeiten, wie beispielsweise bei den Heizkörpern, verzögerten den Termin. Der Hausbesitzer nennt noch einen weiteren Grund: „Die Vorschriften der Bayerischen Bauordnung lassen jeden Bauwerber überlegen, ob er ein Vorhaben überhaupt anpackt. Die Auflagen sind hoch und teilweise irrsinnig.“
Warten aufs Brandschutzkonzept
So warte er „schon ewig“ auf die Vorgaben für das Brandschutzkonzept für den neuen, großzügigen Gastroraum im ehemaligen Laden. Zugang wird über die bisherige Pizzeria sein, „ob die Ladentüre als Fluchtweg bestehen bleibt, wird sich zeigen“. Michael Welnhofer berichtet von einem Teilbestandsschutz und davon, dass die Küche mittlerweile komplett nach den neuesten Richtlinien, wie mit einer Entlüftungsanlage und einem zusätzlichen Waschtisch für Salate, eingerichtet ist. Neu gefordert wird ein Sozialraum mit eigenen Personaltoiletten. „Ohne den ehemaligen Backraum hätte ich ein Problem“, so der Verpächter, dessen Vater von 1960 bis 1969 – bis zu einem Unglücksfall – eine Bäckerei betrieb.
Neuer Pächter mit zwei Pizzerien
Pächter Domenico D‘ Amora hat die Speisekarten bereits gedruckt und das Lager bestückt. Im neuen Ofen kann er zwölf Pizzen und damit die doppelte Menge als sein Vorgänger backen. Der gebürtige Italiener ist in der Küstenstadt Amalfi aufgewachsen, seit rund zwölf Jahren in Deutschland und seit drei Jahren selbstständig mit einer Pizzeria in Willmering bei Cham. „Deshalb auch das 2.0“, erklärt er den Namen an der Fassade. Der 30-Jährige führt beide Lokale und kann in Oberviechtach auf die Unterstützung von Vater Francesco und der Familie zählen. Oberpfalz-Medien verrät er noch sein Lieblingsgericht, die Pizza Nummer 29 „Panuozzo Domenico“. Diese sei nicht rund, sondern gerollt, „ähnlich einem Baguette“.
Geschäftshaus am Marktplatz 6 in Oberviechtach
- Hausname: „Houderer“
- Bäckerei, Laden, Café Welnhofer:1960 bis 1969 (Schließung nach Unglücksfall), 1972 bis 2016 Filiale Bäckerei Scheitinger im Anbau
- Gastronomie Hauptgebäude:1980 bis 2004 Pizzeria „Capri“

















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