28.04.2022 - 11:14 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Der neue Kommandeur der Grenzlandkaserne ist da

Nach drei Jahren steht ein Wechsel in der Bundeswehrkaserne Oberviechtach an. Kommandeur Andreas Bleek übergibt das Panzergrenadierbataillon 122 am 5. Mai an Ralf Georgi. Der gebürtige Sachsen-Anhalter ist in Bayern kein Unbekannter.

Oberstleutnant i. G. Ralf Georgi, ab 5. Mai neuer Kommandeur der Grenzlandkaserne Oberviechtach, trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein, flankiert von Oberstleutnant Andreas Bleek und Bürgermeister Rudolf Teplitzky.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Meine Wunschverwendung ist in Bayern. Hier habe ich bereits die Hälfte meiner Dienstzeit verbracht“, sagt Oberstleutnant i. G. Ralf Georgi bei seinem Antrittsbesuch im Oberviechtacher Rathaus. Eine Woche vor dem Übergabeappell in der Grenzlandkaserne trägt sich der künftige Kommandeur in das Goldene Buch der Stadt ein.

Wie er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verrät, hat er vor drei Tagen „eine kleine Wohnung als Übergangslösung“ bezogen. Der Familienwohnsitz bleibe aber weiterhin in Erfurt, der Hauptstadt Thüringens. „Unser Kind wird dort 2022 eingeschult.“ Ostbayern ist für den 42-Jährigen, gebürtig in der Lutherstadt Wittenberg, kein Neuland. „Ich hatte bis 2011 schon mehrere Dienstverwendungen in Bayern und kenne die Gegend“, sagt er. Georgi schwärmt von der Natur und den kleinen Dörfern und ergänzt: „Ich freue mich auf alle Traditionen.“

„Die Bundeswehr gehört für Oberviechtach dazu, die Kaserne ist uns wichtig“, stellt Bürgermeister Rudolf Teplitzky beim Empfang im kleinen Sitzungssaal fest und ergänzt: „Es ist nicht überall selbstverständlich, dass die Bevölkerung so hinter der Truppe steht.“ Mit Blick zum Marktplatz verweist er auf das gemeinsame Aufstellen eines Maibaumes zusammen mit den Soldaten. Heuer stehe im Juli das Heimatfest an, wobei auch die Bundeswehr mit einer Waffenschau vertreten sein wird.

Einladung für 2023

„Ich war vom ersten Tag an begeistert über den Zusammenhalt“, sagt Oberstleutnant Andreas Bleek. Der scheidende Kommandeur der Grenzlandkaserne trägt sich zum Abschied ebenfalls in das Goldene Buch ein. Und er erinnert sich an weltliche und kirchliche Feste, bei denen er neben Pfarrer und Bürgermeister vorneweg gehen durfte. „Ich musste in dieser Rolle erst ankommen, habe sie aber sehr genossen“, stellt er schmunzelnd fest. Als sehr schade bezeichnet er die Tatsache, dass er „wahrscheinlich der einzige Kommandeur ist, der hier nie einen Neujahrsempfang erleben durfte“. Gründe waren die Coronapandemie und die Geburt des jüngsten Kindes. In Anwesenheit von zwei Vertretern der Stadtratsfraktionen, Thomas Teich und Nina Stoppa, dankt Rudolf Teplitzky nicht nur für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Unterstützung, er lädt Oberstleutnant Andreas Bleek auch prompt zum Neujahrsempfang 2023 ein.

Ein Begegnungsort

An Ralf Georgi gewandt, informiert der Bürgermeister über das wieder geöffnete und von der Stadt gepachtete Soldatenfreizeitheim als Begegnungsort zwischen Bevölkerung und Truppe. Wie Bleek dazu feststellt, sei das Mannschaftsheim in der Kaserne derzeit geschlossen, „und es ist auch kein Termin zur Wiedereröffnung in Sicht“. Der Bataillonskommandeur dankt dem Bürgermeister für seine Initiative und meint anerkennend: „Sie haben Briefe und Power-Point-Vorträge in ganz Deutschland verschickt. Das hat zum Erfolg geführt.“

Der vierfache Familienvater mit Wohnsitz Nähe Kassel, wird am 30. Mai 2022 seinen Dienst bei der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg antreten, tätig als Tutor im Generalstabs-Lehrgang. Nach seinem über vier Monate andauernden Auslandseinsatz im westafrikanischen Mali (Führung der deutschen Soldaten bei der EU-Ausbildungsmission in Koulikoro) kam er erst Anfang April wieder in der Grenzlandkaserne an. Als „Spagat im Kopf“ beschreibt er die Tatsache, dass er „im Ausland war, als die Ukraine überfallen wurde“. Aktuell liege für das Panzergrenadierbataillon 122 aber kein konkreter Auftrag zur Verstärkung der Ostflanke vor. Der Fokus liege weiter bei der Ausbildung. „Wir üben immer das Maximale um im System fit zu werden und es zu bleiben.“ Bei der aktuellen Bundestags-Diskussion zum Mali-Einsatz der Bundeswehr mit Entscheidung bis Ende Mai, deute sich laut Bleek eine „deutliche Verkleinerung des Kontingents“ an.

Appell mit Heeresmusikkorps

Der Oberstleutnant freut sich, dass der Übergabeappell am 5. Mai (Beginn um 14 Uhr) wie in Zeiten vor Corona abgehalten und musikalisch vom Heeresmusikkorps Veitshöchheim umrahmt werden kann. Oberst Andreas Kühne, Kommandeur der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“, wird dazu eine Reihe von zivilen und militärischen Gästen begrüßen können.

Hintergrund:

Zur Person

  • Geboren 1980 in Wittenberg (Sachsen-Anhalt), verheiratet und Vater eines Kindes (6 Jahre). Familienwohnsitz ist Erfurt.
  • Studium in München von 2002 bis 2006.
  • Dienstverwendungen in Bayern in Straubing, Kümmersbruck und in Regen (Kompanieführer von 2009 bis 2011).
  • Letzter Dienstort im Verteidigungsministerium in Berlin.
  • Oberstleutnant i. G. steht für den Dienstgrad Oberstleutnant im Generalstab.
  • Ab 5. Mai 2022 Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122 in Oberviechtach.
 
 

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