05.10.2020 - 16:38 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Neue Strukturen im Oberviechtacher Rathaus

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Straffe Verwaltung, mehr Service: Im Oberviechtacher Rathaus gibt es nur noch drei Ämter mit dem Fokus auf "Digitalisierung". Flexible Arbeitszeiten bedeuten Vorteile und interessiert zeigt sich die Stadt an Grundstücken.

Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky (hinten, rechts) stellt mit seinen drei Amtsleitern – Kämmerer Michael Hösl (von links), Wolfgang Ruhland (Hauptamt) und Andreas Mandl (Bauamt) – die Optimierungen im Rathaus vor. Flexible Arbeitszeiten und Terminvereinbarungen sollen für mehr Bürgerfreundlichkeit sorgen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Die Änderungen im Rathaus stammen aus den internen Workshops. „Durch die Neustrukturierung wollen wir Schnittstellen optimieren und damit den Bürgerservice steigern“, sagt Bürgermeister Rudolf Teplitzky beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Sachgebiete wurden themenbezogen zusammengefasst und damit die Reduzierung von fünf auf drei Ämter erreicht. Das Ordnungsamt wurde dem Hauptamt (Amtsleiter Wolfgang Ruhland) zugewiesen und im Bauamt (Amtsleiter Andreas Mandl) werden künftig alle baurelevanten Angelegenheiten – auch diese vom Technischen Bauamt – gebündelt. „Das reduziert Ansprechpartner für Bürger sowie zeitfressende Abstimmungen und steigert somit den Bürgerservice“, bekräftigt Teplitzky. Dritter Amtsleiter ist Kämmerer Michael Hösl.

Appell: Termine vereinbaren

Ab 1. November gelten im Rathaus neue Öffnungszeiten (täglich von 8 bis 12 Uhr, sowie Dienstag von 13.30 bis 15 Uhr und Donnerstag von 13.30 bis 17 Uhr). „Wir bitten die Bürger, Terminvereinbarungen verstärkt zu nutzen“, appelliert der Bürgermeister. Denn bei zeitintensiven Angelegenheiten sei es besser, wenn beide Seiten (Bürger und städtische Mitarbeiter) vorbereitet seien. „Man kennt das ja vom Arzt oder Autoservice“, sagt er schmunzelnd und ergänzt: „Wir arbeiten natürlich auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten und haben den Zeitrahmen für die Termine jetzt entsprechend großzügig ausgeweitet.“

Das reduziert Ansprechpartner für Bürger sowie zeitfressende Abstimmungen und steigert somit den Bürgerservice.

Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky zur Zusammenfassung von Ämtern

Im internen Workshop wurden weitere Optimierungen für die Stadtverwaltung diskutiert. Das Projekt "digitale Gremienarbeit" läuft bereits auf Hochtouren. Geplant ist, dass ab 2021 alle Stadträte digital mit der Verwaltung zusammenarbeiten (digitaler Workflow). Dicke Mappen mit Sitzungsunterlagen soll es dann nicht mehr geben. Stattdessen erhalten die Räte die Unterlagen elektronisch aufs Tablet, samt aller Hintergründe zum jeweiligen Tagesordnungspunkt. Die Einführung des Ratsinformationssystems ist für das erste Quartal 2021 geplant. Laut Teplitzky wurde bereits ein Softwarevertrag mit einem Anbieter geschlossen.

Nach 100 Tagen im Amt hat der Bürgermeister eine erste Bilanz gezogen

Oberviechtach

Weniger Ordner soll es in Zukunft auch im Rathaus geben. Das Ziel: Verwaltungsprozesse optimieren. "Schritt für Schritt und mit Gefühl", will der neue Bürgermeister diese Umstellung praktizieren. Dazu passt, dass das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf für das von Experten schon lange angemahnte Registermodernisierungsgesetz beschlossen hat, um damit den digitalen Nachholbedarf in Deutschlands Amtsstuben anzugehen. Übrigens: Seine erste Bürgerversammlung wird Rudolf J. Teplitzky voraussichtlich am 17. November (falls mit den Corona-Regeln vereinbar) halten. Als Themen nennt er bereits die Parkplatzregelung in der Innenstadt sowie die Planung für das Heimatfest 2021.

Die Stadt ist stetig auf der Suche nach Grundstücken. Grundsätzlich können alle Flächen interessant sein, egal wo.

Andreas Mandl, Bauamtsleiter

„Die Stadt ist stetig auf der Suche nach Grundstücken“, sagt Bauamtschef Andreas Mandl beim Pressetermin, „grundsätzlich können alle Flächen interessant sein, egal wo.“ Denn die Stadt benötige Grundstücke für verschiedene Themenfelder, wie beispielsweise als Ausgleichsflächen zur ökologischen Aufwertung. Zur Verwirklichung von Zielen sei es oft notwendig, Grunderwerb zu tätigen. Hierfür sei es oft von Vorteil, wenn die Stadt einen Tauschgrund anbieten kann. Deshalb sei man an allen Flächen interessiert, „egal ob Wiese, Acker, bewaldet, bebaut oder unbebaut“.

Zugriff auf Grundstücke

Man wolle verstärkt auf die Belebung der Innenstadt hinwirken und Leerstände beseitigen, verweist Teplitzky. Dafür sei es jedoch nötig, Zugriff auf diese Grundstücke zu haben. Eigentümer von Altstadt-Immobilien sollten sich bei Abgabebereitschaft oder Vermietung mit der Verwaltung in Verbindung setzen. Für ein weiteres Gewerbegebiet sei die Stadt zudem auf der Suche nach Flächen in Ortsrandlage mit Nähe zur Bundesstraße 22. „Wir wollen ein attraktiver und lebendiger Gewerbestandort bleiben“, bekräftigt der Bürgermeister.

Hintergrund:

Die Stadt als attraktiver Arbeitgeber

Bürgermeister Rudolf Teplitzky und das gesamte Rathaus-Team gratulierten kürzlich Selina Hummer zum Abschluss ihrer Berufsausbildung zur Verwaltungsfachangestellten, die sie mit dem sehr guten Notenschnitt von 1,6 abgeschlossen hat. Selina Hummer bleibt der Stadtverwaltung treu und übernimmt die Aufgaben von Alexandra Schmid. Ab sofort ist sie deshalb für das Gewerberecht, das Marktwesen und für die Organisation der städtischen Veranstaltungen zuständig.

Martin Simon (16), ehemaliger Schüler der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule, trat im September seine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Rathaus an. "Grundsätzlich möchte die Stadt als attraktiver Arbeitgeber vor Ort auch 2021 wieder einen Auszubildenden einstellen und in den kommenden Jahren neue Stellen schaffen", betont Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky.

Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky gratuliert Selina Hummer zum Notenschnitt von 1,6.
Die Stadt tritt aktiv am Grundstücksmarkt auf; auch das Anwesen Schönseer Straße 18 (Mitte) wurde angekauft. Der Abbruch soll die Kurven-Situation mit Einmündung zum Baugebiet Sandradl (links) entschärfen.
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