19.05.2019 - 10:57 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Neuer Schwung fürs Schultheater

Chaos ist vorprogrammiert, wenn die Herdmann-Kinder als Schauspieler agieren. Dargestellt werden sie von Gymnasiasten, die zeigen, wie ein Krippenspiel ablaufen könnte, wenn keiner Ahnung von der Bibel hat.

Das neu zusammengesetzte Ensemble von Amanda Rieß (rechts) brachte den Jugendklassiker "Hilfe, die Herdmanns kommen" auf die Schülbühne.
von Georg LangProfil

Wenn die Herdmann-Kinder auftauchen, dann herrscht Chaos. Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig sind in der Kleinstadt gefürchtet, denn sie stehlen, lügen, rauchen und schlagen andere Kinder. Wie sie in ihrer völlig kirchenfernen Lebenssituation die Hauptakteure des weihnachtlichen Krippenspiels werden und wie diese Inszenierung abläuft, das hat Amanda Rieß mit ihrem Ensemble am Ortenburg-Gymnasium (OGO) humorvoll auf die Schulbühne gebracht.

Die Mensa war in einen Theatersaal mit improvisierter Bühne umgewandelt, als Oberstudiendirektor Ludwig Pfeiffer Spieler und Publikum begrüßte und an die lange Tradition des Schulspiels am OGO erinnerte. In letzter Zeit waren die schauspielerischen Aktivitäten etwas ruhiger geworden und so hoffte der Schulleiter, dass mit dem Stück von Barbara Robinson sowie Paul und Nele Maar wieder das Theaterleben in Schwung komme. Das aktionsreiche Stück bot der neuen hochmotivierten Crew von Amanda Rieß Gelegenheit ihrer Spielbegeisterung freien Lauf zu lassen. Das Publikum verfolgte amüsiert, wie die Herdmanns das traditionelle Krippenspiel auf ihre ganz eigene Weise umsetzen. Sie haben keine Ahnung von der biblischen Weihnachtsgeschichte und sind bei der Rollenverteilung nur in der Kirche aufgetaucht, weil einer von ihnen etwas von kostenlosen Süßigkeiten gehört hatte. Die schräge Inszenierung mit ihren zahlreichen Missverständnissen, artet dann aber doch nicht so aus, dass "die Heiligen Drei Könige den Josef verprügeln", sondern dass auf herzerwärmende Weise der weihnachtliche Gedanke neu interpretiert wird. Die Herdmanns übertragen die Weihnachtsgeschichte in ihre Lebenswelt und bringen dem Jesuskind statt Weihrauch und Myrrhe, "die kein Mensch brauchen kann", einen ordentlichen Schinken, der von der sozialen Lebensmittelausgabe stammt.

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