28.02.2021 - 14:22 Uhr
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Oberviechtach: Fischotter-Problem am Marktweiher

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Der Marktweiher ist ein Kleinod inmitten Oberviechtachs. Pächter ist der Fischereiverein. Er kümmert sich um den Besatz. Vorsitzender Peter Schwabenbauer erklärt, welcher vierbeinige Vielfraß den Mitgliedern das Leben schwer macht.

Hübsch anzuschauen ist er schon, der Marktweiher in Oberviechtach. Schöner fänden ihn die Angler noch, würde sich dort nicht auch der Fischotter pudelwohl fühlen und eine Menge Schaden anrichten.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Seit einiger Zeit hat der Fischereiverein Oberviechtach den Marktweiher von der Stadt gepachtet. Was der Verein dort eigentlich macht, welche Aufgaben und Probleme damit verbunden sind, darüber hat der Vereinsvorsitzende Peter Schwabenbauer mit der Redaktion von Oberpfalz-Medien gesprochen. "Wir dachten uns, wenn es doch hier einen Fischereiverein gibt, warum sollte dieser dann nicht auch den Weiher pachten", sagt Schwabenbauer.

Was im Gespräch schnell deutlich wird: Stadt und Verein arbeiten Hand in Hand dafür, dass der Marktweiher ein Schmuckstück in Oberviechtach bleibt. Das heißt: Die Stadt übernimmt unter anderem die Mäh -und Pflegearbeiten rund um den Weiher, der Fischereiverein wiederum kümmert sich darum, dass der Weiher in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen wird. So war der Fischereiverein zum Beispiel beim letzten Bürgerfest der Stadt mit einem Weinzelt und einer Fischbraterei mit dabei.. Auch dazu gehört mittlerweile das traditionelle Fischerfest, welches jährlich ausgerichtet wird. Sollte es die Pandemie dieses Jahr erlauben, dann könnte das auch in diesem Jahr im Juli wieder klappen, erklärt Schwabenbauer.

Schwabenbauer schätzt den Marktweiher sehr, auch wenn er nur eines von mehreren Gewässern ist, die der Verein gepachtet hat. Schwabenbauer: "Er wird von den Ortsansässigen und älteren Mitgliedern äußerst gut angenommen. Kurze Anfahrtswege und ein idyllisches Ambiente machen das Angeln zu einem besonderen Erlebnis. Von der zentralen Lage des Weihers profitieren vor allem auch diejenigen Mitglieder, die in der unmittelbaren Nähe des Gewässers wohnen." Damit es den Fischen gut geht, müssen die Vereinsmitglieder unter anderem auch regelmäßig prüfen, ob der Wasserablauf als auch der Wasserzulauf in Ordnung sind.

Überraschungsgäste

Allgemein beginnt das Anglerjahr am Marktweiher zwischen März und April. "Immer dann, wenn der Weiher eisfrei ist", sagt Schwabenbauer. Damit der Weiher auch mit Fischen besetzt ist, führt der Verein den jährlichen Fischbesatz durch. Manchmal ist es überraschend, was sich alles im Weiher findet: Hechten, die bis zu einem Meter lang werden oder Waller (Welse). Schwabenbauer ist verdutzt über den Wallerbestand, da kein Besatz an Wallern erfolgt ist. "Das sind die schönen Überraschungen der Natur", freut sich Schwabenbauer.

Virus macht Strich durch Rechnung

Das Schnupperangeln des Vereins findet heuer, soweit das möglich ist, am Marktweiher in Oberviechtach statt. Das Coronavirus hat dem Verein aber im vergangenen Jahr insgesamt einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Gemeinschaftsfischen mit der Kür eines Fischerkönigs, die Vereinsversammlungen, Ehrenabende und - besonders schmerzlich - das Fischerfest sind allesamt der Pandemie zum Opfer gefallen. Zum Fischerfest sagt Schwabenbauer: "Die Planungen dafür waren schon komplett abgeschlossen." Neuwahlen finden daher auch erst statt, sobald sich die Mitglieder wieder treffen dürfen.

Otter machen Probleme

Ein weiteres Problem ist flink, lang und hat einen Schwanz - der Fischotter. "Das ist wirklich eine Herausforderung, aber eigentlich kann man nichts gegen ihn machen, weil er ganzjährig geschont ist", erklärt Schwabenbauer. Der Räuber verursacht in allen Gewässern des Fischereivereins großen Schaden, der zu enormen Verlusten des Fischbestandes führt. Schwabenbauer: "Wenn die Weiher zugefroren sind, dann geht der Fischotter auf Wanderschaft. Er sucht solange, bis er eine geeignete, eisfreie Stelle findet. Hier taucht er dann unter und die Jagd auf die Fische beginnt."

Eigentlich heißt es, der Otter sei ein scheues Tier. Schwabenbauer zufolge trifft dies aber nicht immer zu. So haben Angler während ihrer Passion im hinteren Bereich des Weihers ein scherzendes Otterpärchen beobachtet , welches mit großen Sprung ins Wasser eingetaucht ist, ohne sich an der Anwesenheit der Angler zu stören.

Fischereiverein mit 1800 Kilo Setzlingen

Oberviechtach

Zeitplan anpassen

Damit der Verein dem Otter-Problem zumindest ein bisschen etwas entgegnen kann, sagt Schwabenbauer, hat man sich mittlerweile darauf geeinigt, den Fischbesatz erst in der Zeit von März bis April durchzuführen. Dies soll dazu beitragen, dass die gesetzten Fische hoffentlich "im Wasser bleiben", da der Otter während dieser Jahreszeit auch die Möglichkeit hat, in anderen Gewässern, also auch in Bächen, seine Nahrung aufzuspüren. "Es ist einfach dennoch Wahnsinn, wie viele Otter sich in den Gewässern tummeln, sagt Schwabenbauer abschließend.

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