18.09.2020 - 16:08 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Festspielverein ist auf der Suche nach Akteuren

Oberviechtachs Kulturhöhepunkt bereitet Sorgen: Die Besetzungsliste des Festspiels „Eisenbarth erleben“ weist viele Lücken auf. Die Vorstandschaft ist auf der Suche nach Frauen und Männern, die sich auf der Bühne verwirklichen wollen.

Eine Momentaufnahme aus der Inszenierung "Eisenbarth erleben". Die Szene im Feldlager wird im nächsten Jahr noch ausgebaut. Dabei kommen neu angeschaffte Theaterdegen zum Einsatz.
von Georg LangProfil

„Der eingebildete Kranke“ von Moliere unter der Regie von Julia Gruber wäre nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Regisseurs Michael Eckl das Zwischenspiel gewesen, mit dem der Doktor-Eisenbarth-Festspielverein heuer sein Programm fortsetzen wollte. Corona hat dann, wie auch bei vielen anderen Traditionsfestspielen, einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Im nächsten Jahr planen die Verantwortlichen wieder eine Rückkehr zur Wanderinszenierung „Eisenbarth erleben“. Diese soll im Jahr des Oberviechtacher Heimatfestes 2021, das alle zehn Jahre stattfindet, als besonderer Programmpunkt eingebracht werden.

Nach der Festspieltradition auf der Marktplatzbühne seit 2002 hat sich der Verein vor einigen Jahren zu einer neuen Form der Inszenierung des Barockspektakels entschlossen. „Eisenbarth erleben“ ermöglicht dem Publikum direkte Nähe zum Geschehen. In manchen Szenen werden die Zuschauer sogar in das Spielgeschehen einbezogen, etwa wenn sie am Marktsweiher in einer sehr dynamischen Spielsituation vom Scharlatan Abramo als Zeugen für das angeblich schändliche Agieren Eisenbarths aufgerufen werden.

Ende März waren die Oberviechtacher Festspielwochen wegen der Pandemie abgesagt worden

Oberviechtach

Für 2021 steht eine hochmotivierte Spielerschar bereit. Allerdings hat sich das Ensemble während der zurückliegenden Monate dezimiert. Hier ist nicht die Pandemie schuld, sondern berufliche und familiäre Gründe haben zum Rückzug von bewährten Stammspielern geführt, so dass die Rolle von Eisenbarths Gesellen Martius neu besetzt werden muss.

Auch zwei neue Scharlatane müssen gefunden werden, nachdem die bisherigen Darsteller aufgrund anderer Verpflichtungen bzw. der Ferne des Wohnorts diese Funktion im Spiel nicht mehr übernehmen können. Auch der plötzliche Tod von Udo Weiß, der eine intensive Verbindung zum Festspiel hatte und seit vielen Jahren in unterschiedlichen Rollen agierte, hat eine Lücke in der Besetzungsliste hinterlassen.

„An Ideen für die Inszenierung 2021 fehlt es nicht!“, bekräftigt Florian Waldherr, der viele Jahre als Hauptdarsteller den Eisenbarth auf die Bühne brachte und dann in die die Rolle des realitätsfernen Kurpfuschers Abramo wechselte, der mit seinen abstrusen Experimenten das Publikum begeistert. Auch in Sachen Regie hat Waldherr schon Gewaltiges geleistet. „Wir haben seitens der Stadt ein gut ausgestattetes Festspiel“, lobt Bianca Reil, die Vorsitzende des Festspielvereins, die Investitionen der Kommune. Dies gilt insbesondere auf dem Sektor der Technik, wo der Verein ebenso wie in der Schauspielerei, Maske und Bühnenbau über das Jahr verteilt Workshops und Möglichkeiten der Weiterbildung anbietet.

Die Festspielleiterin setzt alle Hebel in Bewegung, dass im nächsten Jahr wieder ein fulminantes Barockspektakel unter Einbeziehung der Gaukler des Ortenburg-Gymnasiums über die Bühnen der Wanderinszenierung gehen kann. Auch für das barocke Rahmenprogramm auf dem Marktplatz sind die Weichen schon gestellt.

Männer und Frauen, die in irgendeiner Funktion im Eisenbarth-Ensemble mitwirken wollen, können sich unter Telefon 09671/9239335 oder per E-Mail unter vorstandschaft[at]doktor-eisenbarth[dot]de melden.

Der Festspiel-Verein verfügt über einen reichen Kostümfundus. Vorsitzende Bianca Reil und Florian Waldherr nehmen eine Inspizierung vor.
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