12.11.2019 - 16:08 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Jäger gedenken ihres Schutzpatrons

Nicht in der Pirsch auf das Wild findet der wahre Jäger seine Erfüllung, sondern im Respekt vor Tier und Natur. Diesen Aspekt bringt Pfarrer Herbert Rösl bei der Hubertusfeier ins Spiel. Und das ist ganz im Sinne des Schutzpatrons.

Hörnerklang im Fackelschein: Zum Auftakt der Hubertusmesse spielten die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Oberviechtach vor der Walpurgiskapelle.
von Christof FröhlichProfil

Vor naturnaher Kulisse haben die Mitglieder der Kreisgruppe Oberviechtach im Bayerischen Jagdverband ihre Hubertusmesse gefeiert. Schauplatz war die Walpurgiskapelle, die zwischen Oberviechtach und Niedermurach liegt. Bereits in den Tagen zuvor stand eine Entenjagd ganz im Zeichen der Erinnerung an den heiligen Hubertus. Den Gedenktag für den Schutzpatron der Jäger feiert die katholische Kirche am 3. November.

Die Mitglieder der Kreisgruppe haben ihren Schutzheiligen in den Mittelpunkt eines eindrucksvollen Gottesdienst gestellt. Zum Auftakt der Hubertusfeier in den Abendstunden traf sich die Jägerschaft der Region zunächst im Waldstück neben der Walpurgiskapelle. Ein Lagerfeuer brannte, und mit Jagertee konnten sich die Teilnehmer auch innerlich aufwärmen. Mit dem Signal "Begüßung" eröffneten die Jagdhornbläser der Kreisgruppe den offiziellen Teil der Hubertusfeier.

Auch den anschließenden Gottesdienst gestalteten die Jagdhornbläser mit ihren Signalen. In seiner Predigt schilderte Pfarrer Herbert Rösl die Legende, die sich um den heiligen Hubertus rankt. Dieser habe als "Hubertus von Lüttich" um das Jahr 665 in Toulouse gelebt und sei passionierter Jäger gewesen. Bei einem Pirschgang habe sich Gott ihm in Gestalt eines kapitalen Hirschs offenbart, der ein Kruzifix im Geweih trug. Für Hubertus war das der Auslöser, sein Leben dem Glauben zu widmen. Im Jahr 705 wurde er zum Bischof von Maastricht ernannt, 716 verlegte er den Bischofsitz nach Lüttich.

Pfarrer Rösl, der nach eigener Aussage selbst gerne bei Spaziergängen den ständigen Wandel in der Natur beobachtet, sah die Aufgabe eines wahren Jägers nicht darin, nur Wild zu erlegen. Vielmehr achte ein Weidmann das Wild als Kreatur und Geschöpf Gottes, dem er gebührenden Respekt entgegenbringe und es in Notzeiten wie im Winter hege und auch beschütze. Im Jagdbrauchtum zeige sich die Achtung vor dem Tier beispielsweise dadurch, dass einem erlegten Reh symbolisch ein Zweig als "letzer Bissen" ins Maul gelegt wird. Das Verblasen mit den Jagdhörnern sei als musikalisches Ehrengeleit gedacht.

Der weltliche Teil der Hubertusfeier ging im neuen Pfarrheim in Niedermurach über die Bühne. Nach eröffnenden Klängen durch die Jagdhornbläser dankte Kreisgruppen-Vorsitzender Alexander Flierl Pfarrer Herbert Rösl für seine eindrucksvolle Predigt. Bürgermeister Martin Prey (Niedermurach) unterstrich die Verbundenheit der Jäger mit den Landwirten: Beide Gruppen müssten sich mit der Natur und deren Gegebenheiten arrangieren und auch miteinander auskommen. Sowohl Jägern als auch Bauern lägen der Erhalt und der Schutz der Natur und der dort lebenden Kreatur am Herzen.

Das gute Miteinander zwischen Weidmännern und Landwirten stellte auch Albert Bauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossen im Landkreis Schwandorf, in den Mittelpunkt. Beeindruckt zeigte er sich auch dem eindrucksvollen Hubertusgottesdienst „mitten in der Natur“. Zum Ausklang kam dann noch ein von Familie Gillitzer aus Niedermurach lecker zubereitetes Wildbret auf den Tisch.

In der Walpurgiskapelle zelebrierte Pfarrer Herbert Rösl (links) die Hubertusmesse und schilderte die Legende des Schutzpatrons der Jagd. Die Jäger gestalteten den Gottesdienst mit.

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