08.03.2021 - 16:54 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Rathaus verstärkt auf der digitalen Schiene unterwegs

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Die Verwaltungswege im Oberviechtacher Rathaus ändern sich. Im Bürgerbüro, an das sich Menschen aller Altersgruppen wenden, wird die Arbeit digitaler. Online-Dienstleistungen sind für die Kommune zum wichtigen Faktor geworden.

Für den "Behördengang per Mausklick" rühren (von links) Sachgebietsleiterin Sonja Bodensteiner und die Bürgerbüro-Mitarbeiter Jana Hummer und Markus Singer die Werbetrommel.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Als "erste Anlaufstelle" bezeichnet Bürgermeister Rudolf Teplitzky im Gespräch mit Oberpfalz-Medien das Bürgerbüro im Oberviechtacher Rathaus. Im Zimmer 01 im Erdgeschoß der Stadtverwaltung verbirgt sich ein großes Leistungsspektrum an Verwaltungsaufgaben und Dienstleistungen. Die Bandbreite reicht unter anderem vom Passwesen über Rentenunterlagen bis hin zu Wohngeld-Zuschuss und Verkehrsregelungen. "Alles, was nicht den Bereichen Bauamt und Finanzen zugeordnet ist, läuft bei uns auf", erklärt Mitarbeiter Markus Singer.

"Viele Bürger reichen ihre Anträge mittlerweile online über das Rathaus-Serviceportal ein."

Sonja Bodensteiner, Sachgebietsleiterin im Oberviechtacher Rathaus

Sonja Bodensteiner, Sachgebietsleiterin im Oberviechtacher Rathaus

Er und seine Kollegin Jana Hummer gehören als Mitarbeiter zum Ordnungsamt der Stadtverwaltung. Die Sachgebietsleitung obliegt Sonja Bodensteiner. Sie schildert, dass sich die Aufgaben in der Verwaltung im Laufe der Zeit verändert haben: "Viele Bürger reichen ihre Anträge mittlerweile online über das Rathaus-Serviceportal ein." Dieser Trend habe sich schon vor Corona abgezeichnet, "hat aber in der Pandemie einen großen Schub erhalten", gibt Bürgermeister Teplitzky zu verstehen.

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Und diese digitalen Verwaltungswege möchte die Stadtverwaltung weiter ausbauen. So seien mittlerweile Anmeldungen für die Hundesteuer per Internet möglich, und auch bezahlt kann diese Abgabe online werden. In den nächsten Tagen soll die Bestellung von Urkunden (Geburtsurkunde, Sterbeurkunden) ebenfalls per Mausklick möglich sein. Die Dokumente werden dann den Bürgern zugesandt. "Bezahlt werden muss lediglich die Urkunde, das Porto übernehmen wir", bemerkt Sonja Bodensteiner.

Der Bürgermeister hat durch die Einführung der Online-Dienste "eine Steigerung der Datenqualität" bemerkt. Denn die Software des Service-Portals ist so eingestellt, dass ein Antrag erst abgeschickt werden kann, wenn alle nötigen Infos und Formulare vorliegen. "Es gibt Pflichtfelder, die in jedem Fall ausgefüllt werden müssen", beschreibt Markus Singer. Als Beispiel nennt Jana Hummer beim Pressegespräch eine Gewerbeanmeldung. Der dazu nötige Auszug aus dem Gewerbezentralregister sei mittlerweile ebenfalls online erhältlich.

Welche Behördengänge sich in der Eisenbarthstadt online erledigen lassen, ist über das sogenannte Bayern-Portal im Internet unter www.freistaat.bayern ersichtlich. Wer dort in der Ortssuche "Oberviechtach" eingibt, stößt auf das digitale Angebot der Stadtverwaltung. Gleichzeitig ist ersichtlich, dass zu den am meist gesuchten Leistungen die Beantragung von Reisepass und Personalausweis zählen.

Die digitale Verwaltung sieht Bürgermeister Rudolf Teplitzky mittlerweile als "wichtiges Aushängeschild". Dabei sei es wichtig, auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein: "Wenn wir den Bürgern Online-Service anbieten, müssen wir auch gute Qualität liefern können." Eine der jüngsten Investitionen sei ein Lesegerät für Ausweise gewesen, mit dem auch Fälschungen erkennbar seien. Vor allem bei ausländischen und nicht so geläufigen Dokumenten sei dies sinnvoll, verdeutlicht Sachgebietsleiterin Sonja Bodensteiner.

Auf dem Weg zur weiteren Digitalisierung der Kommunalverwaltung verstärkt seit gut einer Woche Markus Singer das Rathaus-Team. Er war vorher als Systembetreuer bei jener Firma tätig, die das Rathaus-Serviceportal betreibt. Von daher kenne er die Verwaltung bereits seit 13 Jahren. Sein erster Eindruck vom neuen Arbeitgeber: "Hier herrscht ein gutes Klima und ein familiäres Umfeld."

Als weitere Zielsetzung für die Arbeit im Bürgerbüro sieht der Bürgermeister das Angebot "praktikabler Dienstleistungen für den Bürger". Dies betreffe beispielsweise den Bereich "Bürgerpost", über den die Oberviechtacher Wünsche und Anliegen an die Stadtverwaltung einreichen können. Man habe sich rathausintern vorgenommen, auf solche Anfragen innerhalb von drei Wochen mit einer fundierten Rückmeldung zu antworten.

Und wenn, trotz aller digitalen Dienstleistungen, einmal persönlich im Rathaus vorgesprochen werden muss, wird den Bürgern die Möglichkeit zur Terminvereinbarung mit den jeweiligen Mitarbeitern ans Herz gelegt. Da sei es dann auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten möglich, "sich auch mal mehr Zeit für die Bürger zu nehmen", beschreibt Jana Hummer. Bei dringenden Anliegen könnte ein Termin auch ziemlich kurzfristig vereinbart werden.

"Der Bürger muss mit einem Lächeln aus dem Rathaus gehen und sich geholfen fühlen."

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

Zeitsparen könnten die Bürger, wenn sie sich vor Telefonanrufen im Rathaus auf der Stadthomepage www.oberviechtach.de die direkte Durchwahl des zuständigen Mitarbeiters heraussuchen. Wer nämlich auf der zentralen Durchwahl 09671/3070 anruft, landet im Bürgerbüro – "und wenn wir selbst gerade im Gespräch sind, kann es schon sein, dass man mal eine Zeitlang in der Warteschleife bleiben muss", bittet Jana Hummer um Verständnis. Die Vielzahl an Dienstleistungen im Rathaus sollen laut Bürgermeister Rudolf Teplitzky folgendes zum Ziel haben: "Der Bürger muss mit einem Lächeln aus dem Rathaus gehen und sich geholfen fühlen."

Bürgermeister Rudolf Teplitzky stellt die neue Einlass-Regelung im Bürgerbüro per Ampel vor. "Hereinspaziert" heißt es, wenn das Licht oberhalb der Tür grün leuchtet.
Hintergrund:

Bürgerhilfe auf vielen Ebenen

  • Bürgerhilfsstelle: Etwa ein bis zwei Anfragen pro Woche bearbeiten die Mitarbeiter in der Bürgerhilfsstelle im Rathaus. Dabei geht es um soziale Angelegenheiten (zum Beispiel Kindergeld, Wohngeld, Grundsicherung) und Anliegen zum Thema Rente.
  • Zunahme an Anträgen: In der Vergangenheit hat Mitarbeiterin Jana Hummer immer mehr Anträge auf einen Wohngeld-Zuschuss verzeichnet. Auch nach Schwerbehinderten-Ausweisen wird verstärkt nachgefragt.
  • Kein Porto fällig: Wenn möglich, leitet die Bürgerhilfsstelle die Anträge über den Weg der Dienstpost ans Landratsamt weiter, um den Bürgern das Porto zu sparen.
  • GEZ-Befreiung: Laut einer Info aus dem Rathaus ist die Befreiung von der Rundfunkgebühr ab einem bestimmten Grad an Schwerbehinderung, ab einem gewissen Renten-Niveau oder bei Hartz IV möglich.

Weitere Informationen über das Online-Angebot der Behörde

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