22.11.2020 - 16:03 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtachs Bürgermeister packt im Recyclinghof mit an

Der Oberviechtacher Recyclinghof wird von den Bürgern auf breiter Ebene in Anspruch genommen. Am Samstag erleben die Besucher einen überraschenden Empfang: Ein neuer "Mitarbeiter" sorgt für Aufsehen – es ist der Bürgermeister persönlich.

Einen besonderen Dienst verrichtet Bürgermeister Rudolf Teplitzky (Zweiter von links) am Samstag im Oberviechtacher Recyclinghof.
von Georg LangProfil

Als am Samstag um 8.30 Uhr der Oberviechtacher Recyclinghof geöffnet wird, reiben sich einige Besucher verdutzt die Augen: Trügt aufgrund der allgemein verpflichtenden Alltagsmaske das Erscheinungsbild oder ist es wirklich Bürgermeister Rudolf Teplitzky, der zwischen den Containern auf die einfahrenden Autos wartet? Doch der Schein trügt nicht: Teplitzky, ausgestattet mit oranger Signalweste, verschafft sich an diesem Wochenende, zusammen mit Bauhofleiter Hubert Hammerer, einen unmittelbaren Eindruck vom viel genutzten Bürgerservice des Recyclinghofs. Mit seinem „Einsatz“ will sich das Stadtoberhaupt aber gleichzeitig „bei den Mitarbeitern für den herausfordernden Job bedanken“.

Auto um Auto fährt im Recyclinghof vor. Kofferraum, Ladefläche oder Anhänger beinhaltet all das Material, das man für immer los werden will. Die Stadtarbeiter auf dem Recyclinghof haben dabei mitunter keine leichte Aufgabe zu erfüllen. Manche Bürger wollen unbedingt den "mitgebrachten Abfall los werden“, gleichgültig ob hierzu eine Berechtigung besteht oder nicht. Baustellenabfälle, Altholz und Styropor sind beispielsweise solche Materialien, die nicht angenommen werden dürfen. Das Landratsamt, das mit dem Personal der Stadt den Recyclinghof betreibt, hat hier klare Richtlinien erlassen.

Die Regelungen vor Ort laufen über das Ordnungsamt mit der Sachgebietsleiterin Sonja Bodensteiner. Egid Meier, Gotthard Zach und mitunter Christian Weber müssen die Einhaltung dieser Vorgaben auf dem Recyclinghof überwachen. Deshalb werden die einfahrenden Ladungen – pro Person maximal 0,5 Kubikmeter pro Tag – in Augenschein genommen. Ganz wichtig ist dann die Sortierung in die beschrifteten Container. Damit dieser Betrieb nicht aus dem Ruder läuft, regelt eine Schranke die Zufahrt in den Innenbereich des Recyclinghofs.

„Etwa 95 Prozent der Nutzer wissen, was sie anliefern“, meint der Bürgermeister. Konflikte mit dem Personal bleiben aber nicht aus, wenn Teile des mitgebrachten Materials wieder mit nach Hause genommen werden müssen, um sie dann Entsorgungsfirmen zuzuführen. Ein Besucher will beispielsweise eine Abdeckplane aus Kunststoff abliefern, die er als Naturschützer am Wegrand eingesammelt hat. Der Recyclinghof darf sie nicht annehmen. Silofolien von Landwirten sind ebenfalls ein Tabu. Sie können aber direkt bei der Müllverbrennung Schwandorf angeliefert werden. Wer Mitglied beim Maschinenring ist, kann die Folien auch bei der Firma Lober in Neunburg vorm Wald abgeben.

Ein besonderer Service, den der Oberviechtacher Wertstoffhof im Gegensatz zu anderen Einrichtungen dieser Art bietet, ist die Abnahme von Elektrogroßgeräten. Deshalb stapeln sich in einer offenen Halle Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Fernsehgeräte und Computer. Die kleineren Geräte wie Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Laptops, Spielekonsolen sowie Leuchten werden in Gitterboxen gestapelt.

An einem stark frequentierten Öffnungstag kommen schon mal hundert Benutzer zusammen. Während des Lockdowns im Frühjahr, als die Bürger mehr Zeit hatten, registrierte man am Wertstoffhof die Vielzahl häuslicher Entrümpelungsaktionen. Damals füllten sich die bereitgestellten Container für Sperrmüll, Altholz und Schrott sehr schnell.

Ein permanentes Kommen, Abladen und Wegfahren prägt das Geschehen auf dem Wertstoffhof. Zeitweise bleibt an diesem Samstagvormittag die Schranke ganz offen, aber zwischendurch muss Egid Meier die Zufahrt doch wieder regulieren. Bei der immer offenen Ausfahrt ist Erleichterung angesagt – für das entladene Fahrzeug und manchmal mental auch bei dessen Lenker.

Egid Meier (rechts) und Christian Weber (Mitte) nehmen vor der Verteilung in die Container eine Anlieferung in Augenschein.
Oberviechtach ist im Altlandkreis eine Zentralstelle für die Annahme elektrischer Großgeräte wie Waschmaschinen, Trockner und Kühlschränke.
Auf das Motto des Recyclinghofs verweisen Bürgermeister Rudolf Teplitzky (links) und Bauhofchef Hubert Hammerer an der Einfahrt der Wertstoffeinrichtung.
Text
Hintergrund:

Anlaufstelle zur Entsorgung

Der Recyclinghof Oberviechtach ist am Mittwoch und Samstag jeweils von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr geöffnet. Folgende Arten von Abfall können angeliefert werden: Sperrmüll (beispielsweise Möbel, Teppiche, Matratzen), Altholz (Holztüren, Arbeitsplatten), Schrott (Öfen, Bleche, Dachrinnen, Metallrohre, Fahrräder), recycelbarer Bauschutt (Mauersteine, Mörtelreste, Fliesen, Beton), Flachglas (Fenster- Isolier- und Drahtglas ohne Fremdanteile) und Elektrogeräte.

Großer Wert wird auf die Trennung der verschiedenen Materialien gelegt. Im Zweifelsfall erteilt das Personal des Recyclinghofs Auskunft über die Annahme.

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