Ovigo feiert mit "Pension Schöller" Theaterpremiere in Oberviechtach

Oberviechtach
19.03.2023 - 10:40 Uhr

Kurzerhand wird die "Pension Schöller" in eine Nervenheilanstalt verwandelt. Männer schlüpfen in Frauenrollen, Frauen in Männerrollen. Das Ovigo-Theater begeistert in Oberviechtach mit dem Lustspiel "Pension Schöller" die Zuschauer.

"Super", "Hervorragend", "Ich habe Tränen gelacht", so lauteten die Kommentare der begeisterten Zuschauer, die zur Premiere des Lustspiels "Pension Schöller" in das Emil-Kemmer-Haus gekommen waren. Wie Ovigo-Regisseur Florian Wein bei der Begrüßung deutlich machte, gebe es das Stück seit 1890, aber "in dieser Form erleben Sie heute die Uraufführung".

Von der ersten Sekunde an strapazierte das Stück die Lachmuskeln der Gäste. Skurrile Figuren, ungewöhnliche Kostüme, voller Körpereinsatz, Gestik und Mimik, große Spielfreude und einfache, aber geschickte Kulissen (zwei verschiebbare Quader mit verschiedenen Türen, eine Bank mit wechselnden Stoffüberwürfen und unterschiedlichen Kissen) begeisterten die Zuschauer und ließen die gut zwei Stunden wie im Flug vergehen.

"Du hast so viele Bekannte in München, und so, wie du aussiehst, wird es dir ein Leichtes sein, mich in eine Nervenheilanstalt einzuführen." Mit diesem Wunsch trat Philipp Klapproth, hervorragend gespielt von Bernhard Zellner, an seinen Neffen Alfred (Michael Zanner) heran. Da sich dieser für seine Dienste vom Onkel dringend benötigtes Geld erwartete, willigte er ein. In seiner Not erklärte er die Pension Schöller mit ihren exzentrischen Gästen zur Irrenanstalt, und die Gäste zu Patienten. Damit begann ein Theaterspaß voller Slapstick, Kuriositäten, Wortwitz und Spaß, der die Zuschauer in Dauerlachmodus versetzte. Ob die recherchelüsternde Schriftstellerin Josephine Krüger (Erasmus Gerhards), der actionbegeisterte Weltreisende und Großwildjäger Fritz Bernhardy (Renate Bauer), der befehlswütige Major a.D. Gröber oder der spielwütige Schauspieler mit Sprachfehler ("Ich bin im Cnub der Nicht-Niebenden"), sie alle lieferten Klapproth die Steilvorlage, um sie für Insassen der Nervenheilanstalt zu halten.

Zum "Schießen" waren auch die beiden Töchter von Klapproths Schwester, Ida und Franziska (Kathrin Straubinger sowie Andreas Schopper aus Oberviechtach). Wieder zu Hause erscheinen nach und nach die vermeintlich Irren vor dem Haus von Klapproth, und das Verwechslungstreiben erreicht seinen Höhepunkt. Hintergründig stellt sich die Frage, "was ist eigentlich verrückt?"

Das Lustspiel könnte auch ein Trauerspiel sein, das die Verwandlung von Kunst in Kitsch aufzeigt, von wertvoll in billig und von echt in unecht. Florian Wein baut in seinen Inszenierungen oft "special moments" ein, die das Absurde noch absurder erscheinen lassen. So hat er Männerrollen mit Frauen besetzt und umgekehrt, was dem Stück eine besondere Brisanz verleiht. Auch bei der Verwendung von Wörtern wie Indianer und Eskimos, die man heute nicht mehr sagen sollte, setzte er jedes Mal einen Blitz ein, der die Schauspieler zu Boden riss. Mit jubelndem Applaus und Bravorufen bedankten sich die Gäste für die großartige schauspielerische Leistung des Theaterensembles Ovigo, und zeigten dadurch einmal mehr: Wo Ovigo draufsteht, ist herausragende Qualität drin.

Hintergrund:

Weitere Vorstellungen der "Pension Schöller"

  • 25./26. März Turnhalle Pfreimd
  • 31. März Kubus Ursensollen
  • 1. April Jahnhalle Regenstauf
  • 8. April Schwarzachtalhalle Neunburg vorm Wald
  • 22. April Stadthalle Maxhütte-Haidhof
  • 21. Mai Rosenthal Theater Selb
  • Karten gibt es bei OK Ticket, NT Ticket und auf ovigo-theater.de.
 
 

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