06.08.2021 - 10:40 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Papier mit Signalwirkung bei Wildunfällen

Wenn ein Jäger zu einem Wildunfall gerufen wird, vergeht häufig viel Zeit, bis er das getötete oder schwerverletzte Tier entlang der Straße aufspürt. Für solche Fälle hat Josef Bremauer aus Teublitz eine spezielle Markierung entworfen.

Josef Bremauer (Zweiter von rechts) zeigte, wie sich die Wildunfallmarkierung am einem Straßenposten befestigen lässt. BJV-Kreisvorsitzender Alexander Flierl, Polizei-Chef Robert Feuerer und Oberkommissar Armin Ismail (von links) lobten die Erfindung.
von Christof FröhlichProfil

Das richtige Verhalten nach einem Unfall mit einem Wildtier ist vielen Kraftfahrern nicht immer geläufig. Sofort anhalten, Warnblickanlage einschalten, Warnweste anziehen und den Vorfall der nächsten Polizeidienststelle melden, so sollte üblicherweise vorgegangen werden. Die Verständigung des zuständigen Revierpächters, der dem verletzten Tier hilft oder es von seinem Leiden erlöst, übernimmt die Polizei.

Damit der Jäger die Unfallstelle und das Tier schneller finden kann, hat sich Waidmann Josef Bremauer aus Teublitz, der selbst Waidmann ist, etwas einfallen lassen. Er konzipierte die „Wildunfallmarkierung“. Dabei handelt es sich um kleines Stück Papier in gelber Leuchtfarbe, das über einen Leitposten gestülpt werden kann. "Unfallmanager und Schutzpatron zugleich" sei diese Markierung, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Mittlerweile sind auch das bayerische Innenministerium und der Bayerische Jagdverband von dieser Idee überzeugt worden. Vor allem bei der Jägerschaft, der die Problematik des Auffindens einer Unfallstelle bei Wildschäden bestens bekannt ist, kam die Erfindung gut an. Erhältlich sind die Markierungen, die im Handschuhfach mitgeführt werden können, bei den Polizeidienststellen, über die Jäger oder im Internet unter www.wildunfall.org. Hergestellt werden sie in Behindertenwerkstätten.

Bei einem Termin am Linder Bahnhof bei Oberviechtach stellte Ideengeber Josef Bremauer die Wildunfallmarkierung dem Vorsitzenden der Jagd-Kreisgruppe Oberviechtach, Alexander Flierl, dem örtlichen Polizei-Chef Robert Feuerer und seinem für Verkehr zuständigen Mitarbeiter, Polizeioberkommissar Armin Ismail, vor. Sie sprachen Bremauer Dank und Anerkennung aus. Seine Idee erleichtere sowohl Jägern als auch der Polizei das Auffindung einer Unfallstelle. Außerdem könne die Markierung dazu beitragen, das Leid eines verletzten Tiers nicht unnötig zu verlängern.

Die Polizei Nabburg erfasste 2020 zahlreiche Wildunfälle

Nabburg

Weitere Informationen über die Wildunfallmarkierung gibt's hier

 

 

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