18.05.2021 - 16:04 Uhr
NabburgOberpfalz

Pro Tag mehr als ein Wildunfall im Bereich der Polizei Nabburg

Im Bereich der Polizeiinspektion Nabburg passieren immer weniger Unfälle. Die Statistik verzeichnet 2020 den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Das Gros machen mit 58,3 Prozent Wildunfälle aus. Zunehmend sind E-Bikes in Unfälle verwickelt.

Wildunfälle machen das Gros der Unfälle im Bereich der Polizeiinspektion Nabburg aus. 541 waren es im vergangenen Jahr.
von Irma Held Kontakt Profil

Mit 927 sinkt die Zahl der Unfälle 2020 auf den niedrigsten Wert sei fünf Jahren. Zwei tödliche Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr in der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz. Im September kollidierten ein Motorrad und ein E-Bike. Der Fahrer des Elektrorades starb. Der zweite Unfall sei gar nicht gemeldet worden, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Nabburg Günther Vierl bei der Vorstellung der Unfallstatistik im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Im Juni 2020 ist ein 56-jähriger mit seinem Leichtkraftrad in Kötschdorf gestürzt. Scheinbar unverletzt maß er dem Vorfall keine Bedeutung bei. Wenige Tage später war er tot. Im Nachhinein habe sich ein Bezug zum Unfall herausgestellt.

Kein Menschenleben forderten zum Glück die vielen Wildunfälle. 541, das sind 58,3 Prozent, waren es im vergangenen Jahr. Deren Zahl ist seit Jahren gleichbleibend hoch. "Es vergeht kaum eine Nacht, dass nicht ein Unfall mit einem Reh passiert", sagt der Inspektionsleiter. Für ihn sowie für Stellvertreter Stefan Weinberger liegt die plausiblste Erklärung im Zuschnitt der Inspektion. "Wir haben einen flächenmäßig großen und ländlich strukturierten Dienstbereich mit vielen Landstraßen."

Eine positive Entwicklung zeichnete sich auch bei Unfallopfern ab. Die Beamten nahmen nur 74 Unfälle mit Personenschaden auf. Das sei im Zehn-Jahres-Vergleich der niedrigste Wert. Im Jahr zuvor waren es noch 93. In der Folge sank 2020 auch die Zahl der Verletzten. Im vergangenen Jahr gab es keinen Schulwegunfall. Schulen waren coronabedingt allerdings über Wochen hinweg geschlossen. Als positiv heben Günther Vierl und Stefan Weinberger den Rückgang von überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit als Unfallursache hervor. Ein minus von 43 Prozent stellt sich in Zahlen ausgedrückt so dar: 2019 30 Unfälle und 2020 17. Rückläufig war auch die Zahl der Alkoholunfälle von 32 auf 28. Sieben Mal wurden Alkoholfahrten von Polizeibeamten verhindert.

Die beiden Polizeibeamten vergessen bei dieser guten Entwicklung Corona nicht. "Beim ersten großen Lockdown war sehr wenig Verkehr. Die Lockerungen machten sich in mehr Unfällen bemerkbar." Nicht unbeachtet, weil die Beteiligung am Unfallgeschehen steige, lassen Günther Vierl und Stefan Weinberg die E-Bike- und Pedelec-Fahrer. Es seien mehr dieser Zweiräder auf der Straße und ältere Leute seien mit den Fahrzeugen oft überfordert, erklärt Günther Vierl. Dazu kommt laut Stefan Weinberger noch, dass Autofahrer die Geschwindigkeiten von E-Bikes oder Pedelecs falsch einschätzen würden. Keine Rolle spielen in diesem Zusammenhang E-Scooter.

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Für den Leiter der Polizeiinspektion Nabburg, Günther Vierl (links), und Stellvertreter Stefan Weinberger gehen die Unfallzahlen in die richtige Richtung – nach unten. Sorgen bereiten die E-bikes und Pedelecs.
Hintergrund:

Unfallstatistik 2020

  • Verkehrsunfälle: 927 (-12,29 Prozent im Vergleich zu 2019)
  • Tote: 2 (unverändert)
  • Schwerverletzte: 21 (+16,66)
  • Leichtverletzte: 71 (-32,38)
  • Unfälle mit E-Bike oder Pedelec: Sieben mit sieben Verletzten und einem Toten. 2019 waren es zwei Unfälle mit zwei Verletzten.
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