Oberviechtach
24.02.2023 - 15:44 Uhr

Reiten, Wellnessen und Wandern als touristische Angebote im Raum Oberviechtach

Dass es keine schneereichen Winter mehr gibt, hat den Tourismus in der Region verändert. Besonders der Raum Oberviechtach ist davon betroffen. Dort wie auch woanders setzt man auf andere Angebote, um Gäste zu gewinnen.

Wer sich bewegen oder einfach die Seele baumeln lassen möchte, ist in der Region Oberviechtach als Tourist gut aufgehoben. Symbolbild: Christian Schwier - stock.adobe.com/exb
Wer sich bewegen oder einfach die Seele baumeln lassen möchte, ist in der Region Oberviechtach als Tourist gut aufgehoben.

„Der Schnee hat gefehlt,“ sagt Sigrid Breitschafter, wenn sie auf die zu Ende gehenden Faschingsferien zurückblickt. Die Touristik-Fachfrau aus dem Oberviechtacher Rathaus kann sich noch an Zeiten „mit Schnee ohne Ende“ erinnern. Und damit einhergehend ans Schlittenfahren, an Langlauf, Eisstock und Schlittschuhfahren. Das sei nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch bei den Übernachtungsgästen gut angekommen, weiß sie.

Auf den fehlenden Schnee schiebt die Touristikerin auch, dass es während der zu Ende gehenden Faschingsferien recht ruhig war, was den Fremdenverkehr in der Region um Oberviechtach angeht. Aber natürlich würden auch noch andere Gründe zählen: Corona, das in seinen Folgen noch immer nicht überwunden sei, und vor allem die Preissteigerungen durch die Inflation. „Da,“ weiß Sigrid Breitschafter, „überlegen es sich Familien zweimal, fortzufahren“.

Generell sei die Region gut geeignet für Naturliebhaber und Menschen, die Ruhe suchen. „Manchmal bedanken sich Gäste sogar bei uns, dass sie sich hier so gut erholt haben,“ berichtet die „Tourismus-Fachfrau mit Leib und Seele“, wie sie vom früheren Bürgermeister Heinz Weigl einmal genannt wurde.

Und tatsächlich kommt Sigrid Breitschafter ins Schwärmen, wenn sie von den touristischen Qualitäten ihrer Heimat spricht, wo sich auch für Hobby-Fotografen außergewöhnliche Motive finden würden. „Toll ist zum Beispiel die Greiner-Schleif, ein echter Lost Place,“ versichert sie. Das Gebäude liegt versteckt im Wald, ungefähr acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Dort wurde von 1914 bis 1935 Glas bearbeitet.

Jedem Feriengast kann sie auch den 45-minütigen Rundweg zum Stangenberg ans Herz legen. Der ist nur drei Kilometer lang und führt zum höchsten Punkt des Stadtgebiets – auf 737 Meter Höhe. „Auf dem Weg gibt es eine bezaubernde Felsklamm mit moosbewachsenen Steinen,“ verrät Breitschafter. Und natürlich dürfen in der Aufzählung die drei Gold-Lehrpfade nicht fehlen, die zwischenzeitlich bayernweit für Aufmerksamkeit gesorgt haben. „Dort gibt es auch geführte Wanderungen,“ empfiehlt sie.

Ganz andere Höhepunkte hat Werner Dietrich im Auge, wenn er vom Tourismus rund um die 16 Kilometer südlicher liegenden Stadt Neunburg vorm Wald spricht. „Weil es bei uns die Winter immer relativ mild sind, ist das hier keine Wintersport-Region, und so macht uns auch der fehlende Schnee nichts aus,“ betont Dietrich. Auch er sitzt im Rathaus, in diesem Fall dem Neunburger, und kann zum Thema Tourismus profunde Auskunft geben.

„Hauptakteure“ in den Faschingsferien waren laut Dietrich die großen Übernachtungsbetriebe wie der „Birkenhof“. Der sei mit seinem Wellness-Angebot überregional bekannt und im Fasching gut belegt gewesen. Ein zweiter Schwerpunkt des Fremdenverkehrs sind die Reiterhöfe. „Wir sind eine große Reiterregion,“ kann Dietrich feststellen, wenn er auf die Reiterpension Kollerhof in Poggersdorf, die Reitschule Fuchsenhof in Seebarn oder den Ferienhof Heimerlmühle in Lengfeld, einem Stadtteil von Neunburg, schaut. „Dort gibt es neue, reitbegeisterte Besitzer,“ freut sich der Fachmann. Generell verstehe sich Neunburg vorm Wald als „pferdefreundliche Gemeinde“. Aber natürlich, so Dietrich, „wird sich auch der andere Wanderer zu uns verlaufen“.

Gut eingeführte Hotelbetriebe hätten im übrigen die Faschingsferien und die aktuelle Nebensaison genutzt, umzubauen, „aufzufrischen“ oder einfach selbst Urlaub zu machen. Dietrich nennt hier das Hotel und Wirtshaus Sporrer im Zentrum der Pfalzgrafenstadt oder das Panorama-Hotel am See in Gütenland. Beide machen erst im Laufe des März wieder auf.

Hintergrund:

Top 10 der Sehenswürdigkeiten

Unter den Top 10 der Sehenswürdigkeiten der Ferienregion Oberpfälzer Wald finden sich drei im dem Landkreis Schwandorf auf den Plätzen 1, 2 und 9.

  • 1. Erlebnisholzkugel am Steinberger See
  • 2. Freilandmuseum Oberpfalz (Nabburg-Neusath)
  • 3. Geschichtspark Bärnau-Tachov (Landkreis Tirschenreuth)
  • 4. Geo-Zentrum an der KTB (Kontinentale Tiefbohrung bei Windischeschenbach, Landkreis Neustadt/WN)
  • 5. Burg Leuchtenberg (Landkreis Neustadt/WN)
  • 6. Historischer Marktplatz von Weiden
  • 7. Kloster Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth)
  • 8. Sibyllenbad Bad Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth)
  • 9. Historische Felsenkeller Schwandorf
  • 10. Kloster und Klosterdorf Speinshart (Landkreis Tirschenreuth) (Quelle: Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald, Nabburg)
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Oberviechtach21.02.2023
 
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