Oberviechtach
18.02.2025 - 17:06 Uhr
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Schwierige Herbergssuche: Stadtkapelle Oberviechtach muss Probenraum verlassen

Stadtkapelle und Spielmannszug haben ihr Domizil seit 2016 in der Grundschule. Doch diese benötigt die Räume für die Ganztagsschule wieder selber. Ein Umzug bereitet noch Sorgen.

Musiker erzählen mit ihren Klängen Geschichten, lösen Gefühle bei den Zuhörern aus. Bei der Stadtkapelle Oberviechtach mischt sich derzeit ein Grundrauschen in die Harmonie. Auslöser dafür ist der anstehende Auszug aus dem Probenraum. Als Übergangslösung dient die ehemalige Zulassungsstelle in der Bezirksamtstraße 7. "Wir bekommen voraussichtlich nächste Woche den Schlüssel", sagt Bürgermeister Rudolf Teplitzky auf Nachfrage von Oberpalz-Medien, "dann kann die Stadtkapelle den Umzug in Abstimmung mit der Schule organisieren".

Seit 2016 dienen vier leere Klassenzimmer der Doktor-Eisenbarth-Grundschule als Herberge für Stadtkapelle und Kolping-Spielmannszug. Die Räume liegen nebeneinander im Gebäudekomplex, sind durch das Treppenhaus vom Schulbetrieb abgetrennt. Und sie bieten Synergieeffekte für Ausbildung und Probenarbeit. Doch damit ist es vorbei: Die Grundschule benötigt die Räume für die Offene Ganztagsschule noch im laufenden Schuljahr, und auch die anstehende Generalsanierung erfordert mehr Platz.

Kündigung schon 2023

"Wir wissen es seit August 2023", sagt Michael Niebauer, Vorsitzender der Stadtkapelle, "einen konkreten Auszugstermin gibt es allerdings noch nicht." Der Kolping-Spielmannszug hat den "Power-Kids der OGTS" bereits Platz gemacht und sich im September 2024 im ehemaligen Telekom-Gebäude in der Nunzenrieder Straße 58 für drei Jahre eingemietet. "Die Kündigung kam im verflixten siebten Jahr", sagt Vorsitzender Tobias Baumer, "seit der Gründung vor 53 Jahren sind wir sechs mal umgezogen".

Nicht so einfach war die Herbergssuche bei der Stadtkapelle. Diese fragte sogar in den Nachbarkommunen an. Doch gibt es nicht auch im Stadtgebiet Locations, die gut geeignet sind? "Es gab durchaus mehrere, aber überall mit Investitionsaufwand und hohen Mietpreisen", lässt Vorsitzender Michael Niebauer wissen. Den geringsten Aufwand bezüglich Investition wäre der Speisesaal im Krankenhaus gewesen, sei aber von der Stadt aus finanzieller Sicht abgelehnt worden. "Der Speisesaal wäre ideal", schwärmt Dirigent Tobias Zeitler wenige Wochen nach dem fulminanten Neujahrskonzert.

"Es wurden acht Immobilien besichtigt und im Stadtrat diskutiert", erklärt dazu der Bürgermeister. Als Kompromiss sei die ehemalige Zulassungsstelle und der Klinik-Speisesaal übriggeblieben. "Wir haben die Räume in der Bezirksamtstraße angemietet und uns bemüht, die Vorgaben des Klangkörpers zu erfüllen", so Rudolf Teplitzky und erwähnt einen zusätzlichen Lagerraum im Flur. Die Regierung der Oberpfalz habe als Hausbesitzer eine Wand für einen großen Proberaum herausgerissen und auch die sanitären Anlagen ertüchtigt.

Lärmbelästigung befürchtet

Einige Mitglieder der Stadtkapelle sind trotzdem skeptisch: So sei zum einen die Raumhöhe sehr niedrig, zum anderen werde eine mögliche Lärmbelästigung durch die nicht unbedingt leisen Blasinstrumente befürchtet. Schließlich sollen in die beiden darüberliegenden Etagen noch heuer Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familien) einziehen. "Die Regierung sieht hier keine Probleme, das sei zumutbar", lässt der Bürgermeister wissen. Die Stadt hatte dort bezüglich der Akustik nachgefragt.

Rudolf Teplitzky betont, dass es sich nur um eine Übergangslösung handle. Außerdem könne für große Probenevents eventuell auch der Asklepios-Speisesaal genutzt werden. "Wir werden miteinander eine Lösung finden, die Stadt unterstützt bestmöglich". Hinsichtlich der Generalsanierung der Grundschule gibt es einen Wunsch: "Wir wollen die zwei Klangkörper wieder am Schulhügel in Nähe zur Schule ansiedeln. Das bringt Synergien für die offene Ganztagsschule." Ob und wie die Architekten dies bei der Planung berücksichtigen können, sei allerdings noch offen.

Spielmannszug angekommen

Im Übergangsdomizil des Spielmannszuges ist für die Stadtkapelle jedenfalls kein Platz. Hier füllen Pauken, Schlagwerk und Fanfaren den Raum. Außerdem treffen sich beide Klangkörper mit einer jeweiligen Stärke von rund 50 Musikern nicht nur zur wöchentlichen Gesamtprobe, sondern benötigen die Räume von Montag bis Samstag auch für die Ausbildung im Einzel- und Gruppenunterricht.

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