02.05.2021 - 15:13 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Sicherer Unterricht am Gymnasien: Lehrer im Landkreis Schwandorf werden durchgeimpft

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Wie schaut es mit Impfungen für Gymnasiallehrer im Landkreis aus? Haben alle ein Impfangebot? Was ist, wenn die Schulen in den Wechselunterricht gehen? Gibt es genügend Tests? Unsere Redaktion hat mit Schulleitern aus der Region gesprochen.

Dass die Schüler bereits in dieser Woche wieder in den Wechselunterricht zurückkehren, ist wenig wahrscheinlich. Erst wenn der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 100 liegt, geht es in den Schulen zwei Tage später wieder los.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Wieder einmal liegt der Landkreis Schwandorf ganz knapp an der 100er-Inzidenzmarke. Einmal darunter, dann wieder darüber. Damit stellt sich die Frage, was mit den Schulen in den kommenden Tagen passiert. Kommen die Schüler in Kürze zurück in den Wechselunterricht, oder bleibt es beim Distanzunterricht? Gleichzeitig sind an den Gymnasien im Kreis die Lehrerimpfungen ein Thema. Denn während Grund- und Mittelschullehrer samt Schulpersonal längst ein Impfangebot bekommen haben, sind die Gymnasien gerade erst an der Reihe.

Wir haben mit dem Landratsamt und mit Schulleitern aus der Region gesprochen und gefragt, wie weit die Impfungen vorangeschritten sind, und ob es zu logistischen Schwierigkeiten bei den Schnelltests kommen könnte, sollte eine größere Zahl an Schülern in das Haus zurückkehren. Werden die Lehrer geimpft sein, wenn die Schüler tatsächlich zurückkehren?

Impftermin für Personal steht

Es scheint, als stünden die Chancen nicht schlecht. Ludwig Pfeiffer vom Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach zum Beispiel sagt, dass die Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schule bereits ein Impfangebot vom Landratsamt bekommen haben. Der Termin wird aber erst noch stattfinden. Das Ortenburg-Gymnasium ist auch keine Ausnahme. Auf Anfrage teilt der Sprecher des Landratsamts, Hans Prechtl, mit, dass mittlerweile die Lehrkräfte an den Gymnasien in Burglengenfeld, Nabburg, Nittenau und Schwandorf zum ersten Mal geimpft wurden oder zumindest ein Angebot bekommen haben. Zum Ablauf sagte Prechtl Ende vergangener Woche: "Zum Großteil ist die Erstimpfung, die nächste Woche abgeschlossen werden wird, bereits erfolgt. Zum Teil wurde mit mobilen Teams vor Ort geimpft, zum Teil wurden die Lehrkräfte ins Impfzentrum eingeladen."

Auch in Amberg bleiben die Schüler vorerst daheim

Amberg

Die Lehrkräfte vom Ortenburg-Gymnasium haben ihren Termin im Impfzentrum in Nabburg. Wie Schulleiter Christian Schwab vom Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium in Nabburg mitteilt, hatten seine Kollegen bereits den ersten Impftermin. Auch dieser fand im Impfzentrum statt.

Unterschiedlicher Stand

Der Impf-Stand bei den Gymnasien im Kreis ist also durchaus unterschiedlich. Über die Reihenfolge der Schulen mag sich Pfeiffer vom Oberviechtacher Ortenburg-Gymnasium aber nicht beschweren. "Das ist doch immer so. Eine Schule kommt ein bisschen früher, die andere ein bisschen später dran." Er ist froh, dass der Termin für die Impfungen überhaupt steht. Das sei ihm das Wichtigste.

Zudem ist es nicht so, dass an den Schulen entweder alle oder keine Lehrer geimpft sind. Pfeiffer weist darauf hin, dass einige Lehrkräfte im Kollegium bereits einen Piecks bekommen haben, weil es sich bei ihnen in etwa um pflegende Angehörige oder Patienten aus der Risikogruppe handelt.

Kein Wechselunterricht in Sicht?

Pfeiffer weiß, dass die Schulen im Landkreis in dieser Woche noch nicht wieder in den Präsenzunterricht starten. "Erst müssen ja die fünf Tage unter 100 sein, und dann haben wir auch noch eine kleinen zeitlichen Puffer, bevor wir wieder auf Wechselunterricht umstellen", erklärt er. Das bestätigt auch Prechtl. Er konnte bereits am Donnerstag mitteilen: "Da für die Frage, ob ab Montag an den Schulen Präsenz- oder Wechselunterricht statt Distanzunterricht stattfinden kann, nicht mehr die Inzidenz vom Freitag vorher entscheidend ist, steht bereits heute fest, dass sich für die Schüler ab Montag nichts ändert."

Die Rückkehr an die Schule funktioniert nicht ohne Vorbereitungen, wie Pfeiffer sagt. Während seine Schüler der elften und zwölften Klassen größtenteils selbst mit dem Auto in die Schule kommen könnten, sei der Schulweg für die jüngeren nicht so einfach. "Ich werde noch mit den Busunternehmen sprechen, um mit ihnen zu klären, wie sie den Transport umsetzen können", sagt er.

Landratsamt bringt Nachschub

Was die Testkapazitäten an der Schule mit einem möglichen Wechselunterricht angeht, sieht sich Pfeiffer gut gewappnet. "Wir haben noch Tests da. Am Montag bekommen wir noch einmal eine weitere Lieferung. Dann sollten wir gut aufgestellt sein", sagt er.

Ebenso sieht es auch Johannes Werner. Er ist der Schulleiter des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums in Schwandorf. "Wir bekommen noch eine Lieferung und haben genügend Tests vorrätig, dass wir damit auf jeden Fall erst mal eine gewisse Zeit auskommen dürften", sagt der Direktor am Telefon.

Hintergrund:

Das gilt für die Schulen im Landkreis Schwandorf

  • Für eine weitere Schulöffnung gilt im Landkreis folgende Regelung: Unterschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz die 100er-Marke, so wechseln die Schulen zwei Tage später, also am übernächsten darauf folgenden Tag, in den Wechselunterricht.
  • Damit es für Schüler zurück in den Distanzunterricht geht, herrscht andersherum nicht die Fünf-Plus-Zwei-Regelung, sondern eine Drei-Plus-Zwei-Regelung. Das bedeutet: Überschreitet die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 100er-Marke, so treten die strengeren Regelungen zwei Tage später wieder in Kraft.
  • Der Grenzwert, der über Distanz- oder Wechselunterricht an Schulen entscheidet, kann der Bundes-Notbremse zufolge bis zu einem Wert von 165 gehen. In Bayern wird dies strenger gehandhabt. Ab einer Inzidenz über 100 müssen die meisten Schüler zu Hause lernen, also im Distanzunterricht beschult werden.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte die strengeren Regeln für Bayern damit begründet, dass der durchschnittliche Inzidenzwert bei jungen Menschen derzeit viel zu hoch sei, um Lockerungen zuzulassen. Der Ministerpräsident sagte zudem, dass Bayern den im Bund festgelegten Schwellenwert von 165 nicht unterstützt habe.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.