21.10.2021 - 11:04 Uhr
OberviechtachOberpfalz

St. Ägidius mit feuchten Mauern: Erste Schritte für Sanierung

Fast 900 Jahre hat sie jetzt schon durchgehalten, die Ägidiuskirche im Oberviechtacher Ortsteil Hof. Jetzt schwächelt sie aber sehr, die Mauern sind nass wie ein Schwamm. Packt die Stadt jetzt die Sanierung an?

Die Ägidiuskirche in Hof zählt zu den kulturgeschichtlich wertvollsten Bauwerken in der Region Oberviechtach.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Ägidiuskirche in Hof steht symbolisch für die Geschichte des Oberviechtacher Raumes. Etwas versteckt an der Kreisstraße von Teunz nach Oberviechtach steht das kleine Gotteshaus da wie eine sakrale Trutzburg - errichtet aus massiven Granitsteinen mit relativ kleinen Fensternischen. Das Gotteshaus ist schon fast 900 Jahre alt und gilt als eine der Keimzellen des Christentums in der nördlichen Oberpfalz. Eine Bedeutung, der sich auch Bürgermeister Rudolf Teplitzky bewusst ist. "Natürlich wollen wir die Kirche erhalten", sagt er. Die Stadt ist Eigentümerin der Immobilie. Doch Teplitzkys Antwort klingt nach einem Aber.

Alles eine Frage der Kosten

Es geht um die Kosten und die Frage, wie diese aufgeteilt werden können. "Wir sind erst ganz am Anfang", erklärt der Bürgermeister. "Jetzt geht es erst einmal darum, eine Bestandsaufnahme zu machen." Danach könne man sich überlegen, welche Maßnahmen zuerst angepackt werden sollen. Gleichzeitig sei es wichtig, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten. "Ohne Fördergelder kann sowas sicherlich nicht realisiert werden", gibt der Rathauschef die Richtung vor.

Wichtigster Ansprechpartner ist für die Kommune das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Dessen für die Oberpfalz zuständiger Gebietsreferent, Raimund Karl, macht Bürgermeister Teplitzky und dem Oberviechtacher Stadtrat Mut. "Wir würden das ganze Projekt natürlich sehr gerne begleiten und auch fördern", sagt er. Karl kennt die Ägidiuskirche wegen ihrer herausragenden Bedeutung schon seit vielen Jahren und hat sich schon Gedanken darüber gemacht, was zuerst unternommen werden müsste. "Ein Aufmaß wäre so eine Sache", erklärt der Denkmalpfleger. Darauf aufbauend könnten dann die anderen Schritte erfolgen.

Auch Nachbar-Hof einbeziehen

Karl deutet aber auch an, dass die Sanierung kein Spaziergang werden wird. Die feuchten Mauern sind die eine Sache. Die andere sind Mängel an der Statik, die auf das Konto der Hanglage gehen. Und schließlich müsse auch der benachbarte Bauernhof mit einbezogen werden, der schon immer Teil des Ensembles war. Dieses landwirtschaftliche Anwesen gibt es wohl ebenfalls schon seit mindestens 900 Jahren. Billiger wird das Projekt dadurch sicher nicht. Für Bürgermeister Teplitzky sind verschiedene Lösungen vorstellbar, auch mit dem Bistum Regensburg müsse geredet werden, meint er. "Ganz am Ende brauchen wir auch aktive Bürger, die mithelfen wollen."

St. Ägidius war einmal Pfarrkirche für die ersten Christen, die in der Gegend lebten. Und die Kirche ist - wie es sich für ihr ehrwürdiges Alter gehört - sagenumwoben. Es heißt, Riesen hätten das Gebäude errichtet. Vermutlich haben die bis zu 1,6 Meter dicken Mauern und die darin aufgeschichteten Granitblöcke ordentlich Eindruck bei dem Urheber der Erzählung hinterlassen. Ein Ausflug zu dem geschichtsträchtigen Gebäude lohnt sich. Der Goldsteig führt direkt an dem Gotteshaus vorbei. Die Kirche steht Besuchern grundsätzlich offen. Wenn die Tür versperrt ist, kann der Schlüssel im Bauernhof unterhalb der Kirche abgeholt werden.

Ägidiuskirche in Hof als Ausflugsziel

Tännesberg
Info:

Ägidiuskirche Hof

  • Denkmalgeschützte Kirche im Oberviechtacher Ortsteil Hof.
  • Eine der wenigen erhaltenen Gotteshäuser aus romanischer Zeit im Landkreis Schwandorf.
  • Erbaut zwischen den Jahren 1150 und 1170.
  • Die Kirche gilt als Urzelle der Christianisierung um Raum Oberviechtach.
  • Das Mauerwerk ist feucht, das Gebäude dringend sanierungsbedürftig.

 

 

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