07.06.2020 - 17:03 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Staatsstraßen im Kreis Schwandorf: Millionenetat für sechs Projekte

Neue Fahrbahnen, Brücken, Anschlussstellen: Über 15 Millionen Euro will das Staatliche Bauamt für Straßenbaumaßnahmen im Landkreis ausgeben. Baudirektor Gottfried Weishäupl erläutert die Einzelheiten.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Corona-Krise hat die Pläne des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach nicht durcheinandergewirbelt. Zwar gab's die ein- oder andere "Bremse", weil beispielsweise Bauarbeiter aus Österreich nicht einreisen konnten. Die sechs großen Projekte im Landkreis Schwandorf laufend dennoch weitgehend, wie vorgesehen. Über 15 Millionen Euro an Investitionen sind vorgesehen, bestätigte Baudirektor Gottfried Weishäupl. Er ist am Bauamt für den Straßenbau im Landkreis verantwortlich. Bislang sei es auch kein Problem gewesen, bei Ausschreibungen Bewerber zu finden, sagte der Baudirektor. Das Staatliche Bauamt ist für Bundes- und Staatsstraßen zuständig.

  • Staatsstraße 2398, Oberviechtach

In der Eigelsberger Straße (Staatsstraße 2398) in Oberviechtach hat die Stadt die Kanal- und Wasserleitungsarbeiten weitgehend abgeschlossen. Dann wird unter Regie des Staatlichen Bauamts die Fahrbahn instand gesetzt. Das kostet rund 400000 Euro, bis Juli 2020 soll die Aufgabe erledigt sein. Für die Bauarbeiten wird eine Vollsperrung erforderlich.

  • Staatsstraße 2151 bei Neunburg vorm Wald

Die Region um Neunburg bildet in diesem Jahr einen Schwerpunkt der Planungen des Straßenbauamts. Im Bereich Kemnath bei Fuhrn wird die Staatsstraße 2151 als wichtigster Zubringer von Neunburg zur Autobahn A 93 verbreitert. Gleichzeitig wird ein Parallelweg für Radler errichtet. Der Zweckverband Nord-Ost-Gruppe verlegt derzeit eine neue Wasserleitung. Die Bauarbeiten für die Straße erfolgen dann in zwei Abschnitten in diesem und im nächsten Jahr. Dazu werden Vollsperren nötig sein. Der 2,7 Kilometer lange Ausbau kostet rund 3 Millionen Euro.

"Das ist noch die erste Fahrbahn seit dem Bau", sagt Gottfried Weishäupl zur Südumgehung von Neunburg. Die Stadt hat sie vor Jahrzehnten gebaut, der Freistaat dann die Baulast übernommen. Auch wegen des großen Anteils an Schwerverkehr ist die Straße verbraucht. "Wir haben da massive Schäden", so der Baudirektor. Die St 2151 wird zwischen der ehemaligen Kaserne auf dem Plattenberg bis einschließlich der Industriestraße auf einer Länge von etwa 4,2 Kilometern erneuert und teilweise verstärkt. Baubeginn im Bereich der Industriestraße soll noch im Juni sein. Die Kosten liegen bei 900000 Euro, die Fertigstellung ist für September geplant.

  • Staatsstraße 2159 bei Gaisthal

Mit Gesamtkosten von 8,2 Millionen Euro ist der Ausbau der Staatsstraße nach Schönsee östlich von Gaisthal das teuerste Projekt. Start für die eigentlichen Bauarbeiten soll im September sein. 2021 wird die Staatsstraße für einen längeren Zeitraum gesperrt

  • Staatsstraße 2145, Regenbrücke Nittenau

Der Neubau der großen Regenbrücke wird in der Stadt im Landkreis-Süden seit Jahren händeringend erwartet. Derzeit laufen die Arbeiten für die Behelfsbrücke, die während des Neubaus den Verkehrs aufnehmen soll. Es habe wegen Corona kurze Verzögerungen gegeben, so Weishäupl. Denn den Auftrag erledigt eine Firma aus Österreich. Die Arbeiter durften zunächst nicht über die Grenze.

Jetzt laufen die Arbeiten aus anderem Grund mit angezogener Handbremse: Die Vorgängerbrücke über den Regen wurde im Zweiten Weltkrieg gesprengt. Es besteht der Verdacht, dass sich im Fluss und an den Ufern noch Kampfmittel finden könnten. "Wir arbeiten sehr vorsichtig", sagt Weishäupl. Denn: Eine eventuell wegen eines Kampfmittelfunds nötige Evakuierung ist während der Corona-Pandemie zu vermeiden. Menschen in Notquartieren wie etwa Turnhallen unterzubringen, ist wegen der Ansteckungsgefahr nicht kaum möglich. "Es wird alles daran gesetzt, weiter zu bauen," so Weishäupl. Die Kosten für diese Maßnahme liegen bei 1,3 Millionen Euro, der Zeitplan reicht bis ins Jahr 2024.

  • Staatsstraße 2150/B 85 bei Bruck

Westlich des Markts Bruck wird der Anschluss der Staasstraße 2150 (Nittenau-Bruck) an die Bundesstraße 85 erneuert. Die Brücke wird bis auf die tragende Betonkonstruktion zurückgebaut, weil Isolierung und Fahrbahn hinüber sind. Um den Verkehr sicherzustellen, werden die Rampen südöstlich der B 85 zur Staatsstraße verbunden und entsprechend ausgebaut. Gut einen Kilometer weiter bei Randsberg liegt der Anschluss der SAD 1/Mappacher Straße an die B 85. Auch hier steht ein Brückenbauwerk, dessen Oberbau erneuert werden muss. Dazu werden ebenfalls die Rampen als Umfahrung genutzt, für die Randsberger gibt's einen beampelten Überweg. Die Baukosten für diese beiden Maßnahmen liegen bei 1,8 Millionen Euro. Ende 2020 sollen sie abgeschlossen sein.

Blick auf die Planungen für den Ausbau der Staatsstraße bei Sonnenried

Neunburg vorm Wald

Vorarbeiten für den Straßenbau in Gaisthal

Schönsee

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