(frd) Seit zwei Jahrzehnten treffen sich Volkstänzer aus dem Umkreis, pflegen alte Bräuche und sehen zu, dass traditionelle Tanzschritte nicht in Vergessenheit geraten. Am Wochenende war es wieder soweit. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Oberviechtach, Karl Ruhland, empfing zusammen mit seiner Stellvertreterin Christa Bösl, die das Volkstanzen in der Region hochhält, eine große Schar von Tänzern in der Oberviechtacher Mehrzweckhalle.
Beide hatten zusammen mit den Oberpfälzer Volksmusikfreunden diesen Abend organisiert. Die Fans dankten es ihnen, indem sie bis aus dem Regensburger und dem Nürnberger Raum oder bis aus dem Bayerischen Wald zu dieser Veranstaltung in die Eisenbarthstadt gekommen waren.
Runter von der Bühne
Die Ehrengäste waren am Samstag der Vorsitzende der Volksmusikfreunde Oberpfalz, Alfred Merl, und "Volksmusik-Tanzpapst" Hans Ederer, der vor 22 Jahren die ersten Volkstanzabende im Oberviechtacher Emil- Kemmer-Haus organisiert hatte. Damit wurde diese Form des Tanzens in der Region populär. "Der Sinn des Volkstanzes ist nicht das Vortanzen auf der Bühne, sondern vielmehr, die Tänzer von der Bühne herunter auf den Tanzboden zu bringen, damit sie selbst die Freude am Tanzen spüren und nicht die einzige Bewegung das Beklatschen der Tänzer auf der Bühne ist", meint Experte Alfred Merl.
Beim Volkstanz kommt es auch nicht auf das perfekte Ausführen der Tanzfiguren an. "Ein Lächeln, die gemeinsame Freude am Tanz und sogar ein wenig Unterhaltung beim Tanzen sind da viel mehr wert", so der Vorsitzende der Oberpfälzer Volksmusikfreunde. Wie Hans Ederer preisgab, ist die Oberpfalz das "Stammland des Zwiefachen" und genau dieser Tanz, der auch am Samstag oft getanzt wurde, ist vor zwei Jahren ins "Weltkulturerbe" aufgenommen worden.
Natürlich brauchen die Volkstänzer zu ihren flotten Runden auch die richtigen Musikanten, die die von ihnen eingeübten "Schottischen", "Rheinländer", Polkas, Walzer, Boarischen und Zwiefachen auch wirklich beherrschen. Dafür war auch am Samstag die Vöichtacher Rucksackmusi wieder die richtige Formation, da sie all diese Tänze sowohl instrumental als auch gesanglich begleiten kann. Wie in alten Zeiten wurde auf einer Schiefertafel mit Kreide vor der Runde bekannt gegeben, welcher Tanz an der Reihe ist.
Der Volkstanzabend in Oberviechtach, bei dem Tänzer im Alter von 16 bis 86 Jahren anwesend waren, begann einer alten Tradition folgend mit dem "Auftanz", bei dem sich alle Beteiligten auf der Tanzfläche befinden und so gleich sehen, wer denn wieder alles da ist und ein möglicher Tanzpartner sein könnte.
Im richtigen Takt
Schon da war an vielen Gesichtern die Vorfreude auf einen schönen Tanzabend abzulesen, und sie sind ganz bestimmt nicht enttäuscht worden, denn die Rücksackmusi ließ die "Wold Jaga" in den Saal, spielte den "Sieben-Schritt" im richtigen Takt, lud neben dem "Fenstertanz" und der "Schee Marie" zu vielen weiteren Runden ein. Wie das Kennenlernen beim Auftanz, so gehört an so einem Abend auch der Schlusstanz zum Ritual, wobei die Volkstänzer sich im Kreis an den Händen halten und gemeinsam das Lied "Wahre Freundschaft" singen. Wer sich hier einreihen will, kann jedem zweiten Freitag im Monat zum Übungsabenden im Oberviechtacher Pfarrheim kommen.






















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