25.03.2019 - 16:24 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Trauer um Schauspieler und Regisseur aus Leidenschaft

Wenn am 1. Juni die Premiere des Eisenbarth-Festspiels über die Bühne geht, wird einer nicht mehr dabei sein, dessen Herzblut für dieses Theaterstück floss: Regisseur Michael Eckl verstarb am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Das Eisenbarth-Festspiel, hier eine Szene aus einer Premierenfeier in den vergangenen Jahren, war für Michael Eckl (vorne) über viele Jahre Lebensschwerpunkt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

"Überraschungen" versprach der geachtete Regisseur vor zwei Monaten noch für die Taufszene am Anfang des Festspiels und für die Schlussszene. Für seine Familie, seine Freunde und Wegbegleiter kam jetzt überraschend, dass Michael Eckl nicht mehr unter ihnen weilt. Er verstarb im Alter von 55 Jahren. Der Verlust schlägt eine tiefe Kerbe in den Baum aus gemeinsamer Kreativität und Zuneigung, der über die Jahre in Oberviechtach zu einer schönen Größe herangewachsen ist.

Menschen wie Michael Eckl sind die Schmuckstücke einer Stadt. Freundlich, einfallsreich und künstlerisch ambitioniert hinterlässt er Spuren in der Gemeinde, die nicht so schnell verblassen werden. Eckl verglich sein Aufgabenfeld gerne mit der Tätigkeit eines Fußballtrainers. "Der Regisseur bestimmt die Art wie gespielt wird", hat er einmal gesagt. Und gleich noch versichert, dass man mit so einem Ehrenamt "nicht reich werden kann". Wichtig war sein ausgleichendes Wesen. Wenn einmal ein Schauspieler seinen Text vergessen hatte, hat er sich nicht lange geärgert - wenn überhaupt.

Außerordentlich geschätzt

Wie sehr zum Beispiel das Vorstandsteam des Festspielvereins an dem Regisseur hing, zeigte sich im letzten Herbst, als es ihm den Dank für sein außerordentliches Engagement aussprach. Seiner Mühe und seinem Arbeitsaufwand seien die spielerischen Erfolge und das begeisterte Publikum zu verdanken, hieß es lobend. Als kleines Symbol zum Dank für die mittlerweile elfjährige Tätigkeit als ehrenamtlicher Spielleiter wurde ihm bei dieser Gelegenheit ein individuell gestalteter Regie-Stuhl überreicht.

Mit dem Festspiel-Logo und seinem Namen darauf sollte auch zum Ausdruck gebracht werden, dass der Verein weiterhin fest auf die wertvolle, kreative Arbeit von Michael Eckl in seiner durchaus fordernden Funktion zähle. "Wir hatten am Wochenende Probe und sein Tod hat uns die Füße weggerissen", erzählte ein Mitglied des Ensembles. Sie wusste auch, "dass es für ihn wichtig war, dass wir das Stück auf die Bühne bringen, quasi als sein Vermächtnis".

Michael Eckl hatte auch selbst Schauspielerfahrung, etwa als Mitglied des Ortenburg-Ensembles, für das er in mehreren anspruchsvollen Hauptrollen auf der Bühne stand - etwa als Mephisto im "Faust" und als Mackie Messer in der "Dreigroschenoper". Als früherer Oberministrant, als Jugendbeauftragter der Stadt, als Schatzmeister des ADAC-Ortsclubs gingen seine Kontakte in die vielfältigsten Richtungen.

Samstag Beerdigung

In seinem Berufsleben war er Geschäftsmann, als der er seit vielen Jahren das elterliche Geschäft für Berufsbekleidung und Heimtextilien an der Nabburger Straße geführt hat. Er hinterlässt zwei Schwestern. Requiem ist am Samstag um 13 Uhr in der Stadtpfarrkirche, danach Beerdigung.

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