Auch wenn es bis zu einer dauerhaften Verlegung noch etwas dauert: Das Abenteuer Litauen wird für die Oberviechtacher Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 immer konkreter. Derzeit sind 126 Soldaten des Verbandes im Baltikum, um bei der Übung Freedom Shield erstmals mit den anderen Einheiten der neuen Panzerbrigade 45 in Litauen den Ernstfall zu proben.
Die Oberviechtacher Panzergrenadiere sollen künftig den Kern dieses neuen Kampfverbandes bilden. Die Panzerbrigade 45 ist die erste in der Geschichte der Bundeswehr, die dauerhaft im Ausland stationiert sein wird. Geplant ist, dass rund 5000 Soldaten künftig direkt an der Grenze zu Weißrussland helfen, die Nato-Ostflanke abzusichern.
Die erste Brigadeübung hat bereits begonnen und wird noch bis Ende Juni andauern. Freedom Shield ist zudem der Auftakt einer neuen Übungsreihe. Die Litauen-Brigade soll künftig zweimal im Jahr ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Der Truppenübungsplatz Pabradė, der direkt an der Grenze Litauens zu Weißrussland liegt, ist diesmal der Ort des Manövers.
14 Puma-Panzer
3000 Soldatinnen und Soldaten sind laut einer Pressemitteilung der Bundeswehr dort aktuell zusammengezogen, „davon 2900 deutsche und rund 800 Fahrzeuge aus acht NATO-Staaten“. Neben den Soldaten aus Oberviechtach ist auch das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf vertreten. Die beiden Verbände sollen zusammen den Kern der Litauen-Brigade bilden. In Pabradė trainieren sie nun erstmals vor Ort mit ihren Kampfpanzern Leopard und Schützenpanzern Puma.
Über Fähren oder Bahntransport habe man das schwere Gerät zuvor ins Baltikum verlegt. „Die Soldatinnen und Soldaten trainieren unter realen Bedingungen mit allen Elementen des modernen Gefechtsfeldes: Drohnen, Mörser, Artillerie, Kampfhubschrauber, Kampf- und Schützenpanzer“, heißt es in der Mitteilung der Bundeswehr.
Demnach nehmen aus Oberviechtach zwei Panzergrenadierzüge sowie Unterstützungskräfte teil. Insgesamt wurden 14 Puma-Panzer von Oberviechtach in den Nordosten gebracht, wie der Pressestab der Panzerbrigade 45 auf Nachfrage mitteilt.
Zeitliche Vorplanung
Ab dem 28. Juni geht es für sie dann von der belarussischen zurück an die tschechische Grenze. Auch wenn die Truppe bereits vor Ort trainiert, wird es bis zur festen Stationierung in Litauen noch dauern. Inzwischen gebe es aber eine zeitliche Vorplanung. „Der erste Bauabschnitt der neuen Kaserne in Rudninkai soll Anfang 2027 fertig sein, dann zieht zunächst der Brigadestab um“, heißt es dazu weiter.
Der Umzug des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach in den zweiten Bauabschnitt der Kaserne sei für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. „Grundsätzlich gilt: Truppe folgt Infrastruktur“, erklärt der Pressestab weiter. Das bedeutet, dass die Verlegung der Truppe direkt vom Baufortschritt der nötigen Anlagen abhängt. Kommt es dort zu Verzögerungen, beeinflusst dies auch die Verlegung der Soldaten.
Im Bataillon 122 dienen nach Angaben der Bundeswehr aktuell rund 600 Soldatinnen und Soldaten. Seit dem Kalten Krieg ist der Verband in der Grenzlandkaserne in Oberviechtach stationiert. Dort bereiten sich die vier Kompanien unter dem Kommando von Oberstleutnant Rayk Engel auf die Verlegung ins Baltikum vor. Die frei werdende Kaserne in Oberviechtach soll nach einigen Umbauten das Artilleriebataillon 131 aufnehmen. Dieser Verband gehört heute zur Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ und ist derzeit in Weiden stationiert.

















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