Um das Jahr 600 lebte der Heilige als Einsiedler und Hirte im Trierer Raum, später wirkte er als Abt des Klosters Tholey. Um 617 verstarb er dort und wurde bald von den Menschen wegen seiner Demut, Bescheidenheit und meditativen Gottergebenheit verehrt. In Bayern finden sich noch heute in vielen Kirchen Zeugnisse für die Wertschätzung des "Bauernheiligen", was natürlich von seiner Tätigkeit als Hirte resultiert. In der Wallfahrtskirche am Johannisberg ist dem heiligen Wendelin ein Nebenaltar geweiht. Dort befindet sich eine bäuerliche Darstellung des Heiligen mit den typischen Attributen Schippe, Hirtenhut, Tasche und einem kleinen Schaf zu Füßen der Figur. In dieser Wallfahrtskirche hat sich bis heute am Namenstag des Heiligen (20. Oktober) der alte Brauch der Segnung von Brot und Hafer gehalten. Nach dem Gottesdienst ziehen die Gläubigen zum Wendelinaltar und nehmen für sich Brot und für das Vieh Haferrispen mit nach Hause.
Vom Prinz zum Einsiedler
Dekan Alfons Kaufmann bezog bei seinen Fürbitten den heiligen Wendelin als Beschützer mit ein: "Ich empfehle dir Leib und Seele, Familie, Haus und Hof, Stube und Stall, Feld und Vieh, auf dass du dies alles segnen und vor Unheil beschützen und behüten wollest." Der Legende nach war Wendelin ein schottischer Königssohn, der sich bei einer Pilgerreise nach Rom für ein künftiges Leben als Beter in der Einsiedelei entschied. Heute würde man ihn als Aussteiger einstufen.
Trotz seines zurückgezogenen Lebens konnte er sich aber dem Kontakt mit den Mitmenschen nicht entziehen, denn er fand Aufnahme in dem Kloster Tholey, dessen Abt er später sogar wurde. In der Stadt St. Wendel an der Saar, die nach im benannt ist, befindet sich sein Grab.
Als Hinterglasmotiv
In Oberviechtach gibt es eine St.-Wendelin-Straße, die zum Kreuzweg auf den Johannisberg führt. Unterschiedliche Darstellungen des heiligen Wendelin findet man beispielsweise in den Kirchen von Winklarn, Niedermurach und Altendorf. Auch die einstige Hinterglasmalerei in Winklarn nahm den im Oberviechtacher Raum vielfach verehrten Heiligen in ihre Motivpalette mit auf.















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