10.09.2020 - 16:47 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Verehrung für einen Berliner Kardinal

Alfred Bengsch ist eine Straße gewidmet - Oberviechtach als "zweite Heimat"

Kardinal Alfred Bengsch bei eihem seiner Besuche in der Oberviechtacher Stadtpfarrkirche.
von Georg LangProfil

Einem Berliner Kardinal ist in Obeviechtach eine Straße gewidmet. Die Ursache liegt darin, dass dieser als junger Geistlicher, weit vor seiner kirchlichen Karriere, intensive Kontakte zur Eisenbarth-Stadt pflegte. Alfred Bengsch hatte während seiner Kriegsgefangenschaft den Lagerpfarrer Simon Sindersberger kennengelernt, der 1946 zum Pfarrer von Oberviechtach berufen wurde. Bengsch verbrachte ab dieser Zeit als junger Theologiestudent seine Ferien bei seinem Förderer in Oberviechtach, wo er nach seiner Priesterweihe 1950 auch die gesamte Pfarrei zu seiner Nachprimiz einlud.

Die Gläubigen von Oberviechtach nahmen auch großen Anteil, als er im Mai 1959 von Papst Johannes XXIII. zum Weihbischof von Berlin ernannt wurde und im August 1961, wenige Tage nach dem Beginn des Mauerbaus, als Bischof des Bistums Berlin ernannt wurde, zu dem auch Brandenburg und Vorpommern zählten. Er residierte in Ost-Berlin, war aber auch für West-Berlin zuständig, wo er ebenfalls eine Niederlassung hatte. Die Spitze seiner kirchlichen Karriere erlangte er, als er 1967 von Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium berufen wurde.

Trotz dieses Aufstiegs hielt er all die Jahre die vertrauensvollen Beziehungen zu seinem priesterlichen Freund in Oberviechtach aufrecht. 1978 besuchte er letztmals seine „zweite Heimat Oberviechtach“. Eine Delegation der Eisenbarth-Stadt mit Bürgermeister Josef Spichtinger und einer Abordnung der Stadtkapelle wurde auch nach Berlin eingeladen. Als Prälat Simon Sindersberger als Ruhestandspfarrer im August 1979 mit 83 Jahren verstarb, folgte ihm Kardinal Bengsch nur wenige Monate darauf im Alter von 58 Jahren nach. Beigesetzt ist er in der Gruft der St.-Hedwigs-Kathedrale am Gendarmenmarkt. Wenn die Schüler des Ortenburg-Gymnasiums in den achtziger Jahren ihre traditionelle Berlin-Fahrt durchführten, gehörte für einige ein Besuch in der Gruft von Kardinal Bengsch immer wieder zum Programm.

Im Beisein von 1. Bürgermeister Josef Spichtinger trug sich der Kardinal 1978 in das Goldene Buch der Stadt ein.
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