24.08.2018 - 12:03 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Wärme zum Lebensende

Aktuelles aus dem Pflege- und Gesundheitswesen: Monika Kagerer von "Pallicura" Schwandorf referiert über spezialisierte ambulante Palliativversorgung beim Verein "Betreutes Wohnen Daheim."

Monika Kagerer stellte die „Pallicura GmbH“ Schwandorf vor.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

(ptr) Der Verein "Betreutes Wohnen Daheim (BWD)" traf sich kürzlich zur Mitgliederversammlung in den Räumen der Caritas-Sozialstation Oberviechtach. Vorsitzende Zenta Ruml freute sich über das Interesse und betonte, dass der Verein die Jahresversammlung seit jeher dazu nutzt, die Mitglieder mittels einem Vortrag über Aktuelles aus dem Pflege- und Gesundheitswesen zu informieren.

Möglichst zu Hause

Diesmal war Pflegedienstleiterin Monika Kagerer von "Pallicura", dem Palliative Care Team Schwandorf anwesend. Thema war die ambulante Palliativversorgung. Wie Kagerer informierte, sind im Team auch drei Oberviechtacher Palliativ-Fachärzte dabei. Ihr Vortrag war keine "leichte Kost" - jedoch Lebensrealität. "Er hilft dabei, Betroffenen und dessen Angehörigen einen Hinweis auf diese Möglichkeit zu geben", betonte Zenta Ruml eingangs.

Wie Monika Kagerer bekräftigte, wünschen sich viele Menschen mit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen, dass sie so viel Zeit wie möglich zu Hause im Kreise der Familie verbringen können. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hilft mit, dass die Patienten nicht unter Schmerzen und Ängsten leiden müssen und sie in ihren eigenen vier Wänden oder im Pflegeheim gut versorgt und fürsorglich begleitet werden. In vielen Fällen können unnötige und stark belastende Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Leistungserbringer der SAPV im Landkreis Schwandorf ist das Palliative Care Team "Pallicura". Dieses setzt sich aus palliativ-medizinisch ausgebildeten Fachärzten und Pflegefachkräften zusammen. Mit viel Zeit und menschlicher Wärme helfen sie dabei, Schmerzen und andere quälende Symptome zu lindern. Angehörige werden entlastet und in dieser schweren Zeit begleitet. Wie Monika Kagerer betonte, ist SAPV ein zusätzliches Angebot zur ambulanten Versorgung schwerstkranker Menschen. Es ergänzt die Betreuung durch den Hausarzt und Pflegedienst - ersetzt diese aber nicht.

Die "Pallicura" hält als multiprofessionelles Team eine 24-Stunden-Bereitschaft mit Pflegefachkräften und Fachärzten vor. Der individuelle Krankheitsverlauf wird überwacht und ein Behandlungs-, Notfall- und Medikamentenplan erstellt. Zu den Leistungen gehört auch die psychosoziale Hilfe und Unterstützung für Patienten und deren Angehörige. Auf Wunsch können ambulante Hospizdienste, Seelsorger oder andere Einrichtungen vermittelt werden. Auch eine Hilfe bei behördlichen Formalitäten ist möglich. "Es entstehen keine Zusatzkosten" betonte die Referentin. Denn seit 1. April 2017 hat jeder gesetzlich krankenversicherte Bürger, der an einer fortschreitenden unheilbaren Erkrankung mit komplexem Symptomgeschehen leidet, einen individuellen Leistungsanspruch auf SAPV.

Umfang wird festgelegt

Die Kontaktaufnahme erfolgt durch eine Anfrage von Klinik, Arzt, Krankenkasse, Patient oder Angehörigen. Danach wird eine SAPV-Verordnung zur Bewilligung durch die Krankenkasse ausgestellt und dabei der erforderliche Leistungsumfang beschrieben. Das Palliative Care Team meldet sich beim Patienten und bespricht mit ihm und seinen Angehörigen Art und Umfang der Leistungen. Nach der Genehmigung durch die Krankenkasse beginnt die Versorgung wie abgesprochen. Die "Pallicura GmbH" in Klardorf ist von Montag bis Freitag, von 9 bis 14 Uhr unter Telefon 09431/7904866 zu erreichen (info[at]pallicura[dot]de oder www.pallicura.de).

Vor dem Vortrag, der auch für Nichtmitglieder offen war, stellte Claudia Reiter den Geschäftsbericht des Vereins "Betreutes Wohnen Daheim" (BWD) mit Statistiken und Haushaltsergebnis vor. Derzeit bestehen 21 Familien- und 45 Einzelmitgliedschaften. Auf Nachfrage eines Mitglieds wurde die Thematik "Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" rege diskutiert. Wie Zenta Ruml bekräftigte, halten Pflegekasse und Landratsamt hierzu Informationen parat und bieten eine individuelle Beratung an.

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