17.12.2020 - 16:35 Uhr
Oberwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Dirigent erinnert sich: Oberwildenauer Blaskapelle vor 30 Jahren bei New Yorker Steuben-Parade

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Seit 70 Jahren besteht die Blaskapelle Oberwildenau. Doch aufgrund der Coronapandemie fällt das Feiern flach. Dafür erinnert sich Leiter Bernhard Meiler an einen Meilenstein der Blaskapelle.

Aus den Anfangsjahren im Neumann-Saal: Josef Wällisch (von links) Rudi Böhm, Bruno Malner, Adolf Klier, Georg Meiler, Josef Bäumler.
von Helmut KapplProfil

Die Blaskapelle Oberwildenau hat in diesem Jahr eigentlich doppelt Grund zu Feiern. Die Kapelle besteht seit 70 Jahren. Damals hatten Josef Betz, Josef Bäumler und Josef Wällisch die Kapelle gegründet. Josef Bäumler leitete die Musiker bis 1954, Wällisch folgte ihm. Seit 1980 ist Bernhard Meiler der Leiter der derzeit 19 Musiker.

Der erste öffentliche Auftritt war damals der Silvesterball in der Gastwirtschaft Neumann. Seitdem erlebte die Blaskapelle einige Höhepunkte wie Auftritte beim Kölner Karneval, beim Oktoberfest im Münsterland (1997 bis 2010) und im Kloster Weltenburg. Vor genau 30 Jahren nahm die Truppe an der berühmten New Yorker Steuben-Parade teil. Leiter Bernhard Meiler erinnert sich zum Jubiläum.

Stellvertretend für Bayern

Mehr als drei Jahrzehnte ist es her, als Dirigent Bernhard Meiler die Einladung von Staats-Herold-Tours Inc. stellvertretend aller bayerischer Blaskapellen zur 20. Steuben-Parade in New York auf den Tisch flatterte. „Ich traute meinen Augen nicht“, erinnert sich Meiler. „Vom 13. bis 21. September 1990 sollten wir an der berühmten Parade teilnehmen.“ Noch am gleichen Tag machte er sich daran, die Reise zu organisieren. Wohin mit den Instrumenten im Flugzeug? Schließlich landeten diese in speziell angefertigten Metall-Koffern.

Am 13. September um 11 Uhr startete das einmalige "Unternehmen New York". Ein Airbus A 310 der PAN-AM brachte die Gruppe, bestehend aus 86 Personen, davon 34 Musiker, von Frankfurt nach New York. Übrigens mit an Bord waren der damalige Bürgermeister Michael Höhbauer und Gattin, sowie der legendäre, bereits verstorbene Gosl Michl aus Pischeldorf. Bernhard Meiler erinnert sich noch ganz genau, wie der Michl in „Klapperla“ über den Broadway, die Fifth Avenue, vorbei am Empire State Building und Rockefeller Center schlenderte. Nicht nur er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Wir befanden uns in einer ganz anderen Welt“, blickt Meiler zurück.

Vierstündige Parade

Absoluter Höhepunkt war die Steuben-Parade, übrigens nach einem deutschen General benannt, an der über 700 Gruppen, Kapellen und Vereine aus Deutschland und Amerika teilnahmen. Etwa vier Stunden dauerte der Umzug bei bestem Wetter auf der protzigen Fifth Avenue, vorbei am Central Park. Ablauf und Organisation waren typisch amerikanisch, mit allem Prunk und Schnick-Schnack.

Zünftig ging es am nächsten Tag beim Deutsch-Amerikanischen Volksfest zu. Fast 6000 Deutsch-Amerikaner verwandelten das Gelände auf Manhattan in ein Tollhaus. Schnell wurden Freundschaften geschlossen, und die Oberwildenauer mussten zahlreiche Fragen über die Heimat in Deutschland beantworten. Einige Ausgewanderte stammten sogar aus Rothenstadt, Schwandorf, Nabburg oder Tirschenreuth. Dass viele noch an Deutschland hängen, bewiesen die vielen Tränen beim Abspielen der deutschen Nationalhymne. Die restlichen Tage waren geprägt von offiziellen Empfängen, unter anderem gab es ein Ständchen für den deutschen UN-Vertreter vor dem New Yorker Rathaus.

Anstrengend hat Meiler die zehnstündige Busfahrt zu den Niagara-Fällen in Kanada in Erinnerung. Doch der imposante Anblick entschädigte schließlich für alles. Nicht fehlen durfte ein Besuch von Washington D.C.. Nach zehn erlebnisreichen Tagen hieß es Abschied nehmen. Für Dirigent Bernhard Meiler war es ein Erlebnis, welches er nie vergessen wird. „Für diese einmaligen Tage hat sich der Aufwand mehr als gelohnt.“

Der Flosser Hausberg ist ein geschichtsträchtiger und geheimnisvoller Ort

Floss

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.