15.12.2019 - 11:15 Uhr
Oberwildenau/Luhe-WildenauOberpfalz

Musik als Hobby mit viel Idealismus

Die Blaskapelle Oberwildenau gehört seit Jahrzehnten zum festen Begriff in der Blasmusikszene. Auch wenn man mittlerweile auf die großen Auftritte verzichtet, die Buchungsanfragen sind immer noch gut.

Die Führungsriege der Blaskapelle Oberwildenau ehrt die langjährigen Musiker Martina Weikmann (vorne, Zweite von links) und Richard Gössl (vorne, rechts).
von Hans MeißnerProfil

Zum Musikspielen braucht man Musiker, die sind der Stolz einer jeder Musikkapelle, auch in Oberwildenau. Und das vor allem deswegen, weil viele seit Jahre dabei sind.

Seit 39 Jahren steht Bernhard Meiler an der Spitze der Blaskapelle. Heute ist er Vorsitzender und musikalischer Leiter in einer Person. In dieser Funktion begrüßte der engagierte Vollblutmusiker seine Musiker, auch eine Musikerin ist unter ihnen, mit Partnern, die Ehrenmusiker und die Vertreter der politischen Gemeinde. Aus Hirschau war Werner Stein gekommen, ein Freund mit dem man seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und der das Präsidium des Nordbayerischen Musikbundes vertrat.

Die sich wandelnden Lebensumstände der Aktiven, Arbeitszeiten und Schichtdienst machen eine regelmäßige Teilnahme an Proben und Auftritten oft nicht mehr möglich, weiß Meiler um die Nöte einer Blaskapelle. "Zum Glück können wir unsere Auftritte noch mit genügend Musikern bestücken, auch wenn es manchmal schwierig wird." Wenn das Jahr 2020 genauso ablaufe, wie 2019, könne man zufrieden sein.

"Blasmusiker werden in aller Regel nicht reich." Das Geld, das normalerweise nach einem Auftritt von Kassier Georg Kick ausbezahlt werde, liege für den gesamten Auftritt weit unter einem Mindeststundenlohn. "Unsere Musik ist Hobby und Idealismus." Das Schlossfest, bei dem die Blaskapelle einer der Organisatoren udn Beteiligten sei, fordere allen Vereinen alles ab, stellte Meiler fest. "Einige, die seit dem Anfang oder über Jahrzehnte dabei sind, wollen oder können nicht mehr."

"Was haben wir schon alles gemeinsam erlebt", erinnerte der Stellvertretende Präsident des Nordbayerischen Musikbundes, Werner Stein. "Die Jahrzehnte andauernden Freundschaft hat mich heute Abend hierher beordert." Auch der Musikbund hoff und wünsche, dass die Blasmusik weiterhin bestehen könne und so den Menschen ein Stück Kulturgut näherbringe.

Zusammen mit Meiler zeichnete Stein langjährige Musiker aus. Seit 40 Jahren spielt Martina Weikmann aus Rottendorf schon Blasmusik. "Die Klarinettistin ist für uns unverzichtbar", lobte Meiler. Seit nunmehr 75 Jahren ist Richard Gössl mit Leib und Seele Musiker. 1973 hat er sich der Blaskapelle Oberwildenau – damals noch unter Leitung des unvergesslichen Sepp Wällisch – angeschlossen. Trotz mehrere Rücktrittsankündigungen ist Gössl immer noch zur Stelle, wenn er gebraucht werde. Meiler: "Das wird er samt seiner Klarinette."

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