Oberwildenau/Luhe-Wildenau
09.09.2018 - 09:34 Uhr

Zwei Schritte vor, drei zurück

„Auf ein Wort“ ist Landtagsabgeordnete Annette Karl beim SPD-Ortsverein Luhe-Wildenau. Doch aus dem einen Wort wird eine lebhafte Diskussion.

MdL Annette Karl (Mitte) erörtert mit den Genossen und Genossinnen aus Luhe und Oberwildenau aktuelle Themen wie Barrierefreiheit und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum. Bild: bey
MdL Annette Karl (Mitte) erörtert mit den Genossen und Genossinnen aus Luhe und Oberwildenau aktuelle Themen wie Barrierefreiheit und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum.

Beherrschende Themen sind bezahlbarer Wohnraum, vor allem auch für Rentner und Geringverdienende, Barrierefreiheit im Weidener Bahnhof und die Bereitstellung von Wohnbauflächen in der Gemeinde Luhe-Wildenau .

Karl bemängelte das Fehlen von bezahlbaren barrierefreien Wohnungen. Gerade alte Menschen, die ihre bisherigen Wohnungen aufgrund ihrer Größe verlassen möchten, haben nach den Worten der Parlamentarierin das Problem, eine entsprechende Wohnung zu finden. Dies treffe aber nicht nur auf das Gebiet des Marktes Luhe-Wildenau zu, sondern für die gesamte Region.

Deshalb sieht die SPD-Spitzenkandidatin Bund und Land in der Pflicht, als Gemeinschaftsaufgabe bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Es sei nicht vorstellbar, dass oftmals das Einkommen zweier verdienender Menschen in einer Familie nicht ausreiche, um eine Wohnung mieten zu können. Die Neustädterin wünscht sich auch, dass bebaute Grundstücke aus staatlichem Besitz nicht meistbietend versteigert, sondern zu einem bezahlbaren Preis den Kommunen überlassen werden.

Bürgermeister Karl-Heinz Preißer berichtete, dass die Marktgemeinde erhebliche Probleme bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans für die Errichtung einer Altenwohnanlage mit 54 kleinen Wohnhäusern habe. Aufgrund der zurückgehenden Einwohnerzahl stelle das Landratsamt die Notwendigkeit der Größe der Wohnanlage in Frage, bedauerte das Marktoberhaupt. Ein Flächenmehrbedarf für die Entwicklung des Gewerbes bedeute weniger Flächen für die Bevölkerung. Den Vorschlag der Grünen zur Eindämmung des Flächenfraßes nannte die Abgeordnete Karl populistisch, weil er in seiner Umsetzung letztlich nur die großen Kommunen bevorzugen würde. Die Landeshauptstadt München könnte dann in großem Umfang bauen, für kleine Kommunen blieben nur noch "Hundehütten".

Deshalb unterstütze die SPD die Bemühungen der Grünen nicht, machte die Landtagsbewerberin deutlich. Dem ländlichen Raum dürfe nicht durch einseitige Regelungen "der Hals abgedreht" werden.

Beim Bahnhof Weiden gehe es hinsichtlich der Schaffung von Barrierefreiheit "zwei Schritte vor und drei zurück". Die Verantwortung für die Maßnahme schieben sich die verschiedenen Behörden gegenseitig zu, erklärte Karl zum Problembahnhof.

MdL Annette Karl (Mitte) erörtert mit den Genossen und Genossinnen aus Luhe und Oberwildenau aktuelle Themen wie Barrierefreiheit und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum. Bild: bey
MdL Annette Karl (Mitte) erörtert mit den Genossen und Genossinnen aus Luhe und Oberwildenau aktuelle Themen wie Barrierefreiheit und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum.
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