Ottenrieth bei Waldthurn
05.03.2023 - 13:45 Uhr

Große Trauergemeinde verabschiedet beliebten Landhändler Georg Weig

Durch einen tragischen Unfall war Georg Weig aus Ottenrieth ums Leben gekommen. Der Seniorchef des Agrarhandels Weg wurde 77 Jahre alt.

Georg Weig Bild: franz voelkl
Georg Weig

Schockiert sind die Menschen in der Marktgemeinde und auch in der weiteren Region über den Tod des Landhandelskaufmanns und Seniorchefs des Agrarhandels, Georg Weig aus Ottenrieth. Der 77-Jährige kam am Freitag, 24. Februar durch einen tragischen Unfall ums Leben. Der „Boier Schorsch“ wie er genannt wurde, war weit über die Grenzen seiner Marktgemeinde als zuverlässiger Geschäftsmann und hilfsbereiter Mensch bekannt und beliebt. Er unterstützte seine Betriebsnachfolger und stand gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Die Begräbnismesse für den Verstorbenen, die der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz zelebrierte, fand in der Pfarrkirche St. Sebastian in Waldthurn statt. Auf der Vorderseite des Sterbebildes sind Getreideähren und ein Getreidefeld abgebildet – ein Sinnbild für ihn als Menschen der Landwirtschaft. Absolut treffend skizzierten die Worte von Pfarrer Norbert Götz den Verstorbenen. „Ein Markenzeichen beim Boier in Ottenrieth war, dass es am Haus keine Klingel gegeben hat, man ist einfach reingegangen, die Tür war offen“, sagte Götz. Dementsprechend gab es auch am Lagerhaus keine festen Öffnungszeiten. Der Verstorbene ist als Ältester von vier Geschwistern in Ottenrieth aufgewachsen. Im Februar 1982 hat er Rosi geheiratet.

Weig und seine Frau hatten die frühere Bahnhofsgaststätte gelegentlich geöffnet. „In der Erntezeit haben die Getreide anliefernden Bauern flüssige oder feste Brotzeit bekommen, sie haben es ja nicht leicht, sind den ganzen Tag am Feld“. Der Agrarhandel war seine Leidenschaft, Weig habe alle Straßen und Wege im Geschäftsgebiet gekannt, da er viel mit seinem Lastwagen unterwegs war. Er unternahm Studienreisen in die USA, nach Australien, nach Argentinien, Norwegen und Finnland. Erdkunde und Geschichte waren sein Hobby. Gerne war er beim Skifahren und mit der Familie im Sommerurlaub, eine Landkarte habe er nicht benötigt. Leider ist seine Frau im Februar 2006 mit erst 54 Jahren verstorben.

Georg Weig war viel unterwegs in seinem Leben, jetzt habe er seine letzte Reise angetreten. Die Begräbnismesse begleiteten Georg Schmidbauer an der Orgel, Luzia Brandl aus Weiden (Gesang und Querflöte) sowie Lukas Höllerer (Michldorf) an der Gitarre als Freunde der Familie.

Die Beisetzung fand unter Beteiligung vieler Trauernder am Friedhof in Lennesrieth statt. Bürgermeister Josef Beimler sprach für die gesamte Vereinsgemeinschaft Worte des Abschieds. „Sein schwerer Unfall hinterlässt uns alle fassungslos und ist unbegreiflich“. Hinsichtlich seiner Familie und Lebensgefährtin meinte er, man könne nur wünschen, dass der Herrgott ihnen die Kraft gibt, diesen Schicksalsschlag zu verstehen.

Für den „Bojer Schorsch“ war es selbstverständlich, das Vereinsleben zu fördern und zu unterstützen. Die Feuerwehr Lennesrieth nahm mit großer Abordnung Abschied. Der Redner sprach für die Schützenvereine Bayerntreu Lennesrieth und Tell Spielberg, den OWV Waldthurn, den Gesang- und Orchesterverein Waldthurn, die CSU und den FSV Waldthurn. „Bei den Seilziehern der Fahrenbergauswahl war der Boier Jim, wie er hier genannt wurde, Gründungsmitglied, war früher aktiver Seilziehsportler und wurde vor acht Jahren zum Ehrenmitglied ernannt“.

 
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