17.01.2019 - 17:02 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Ein paar Krisentreffen bringen die Bahn nicht wieder ins Gleis

Die Bahn gilt seit Jahren als Stiefkind der deutschen Verkehrspolitik. Die Politik muss sich endlich um den Konzern kümmern, kommentiert Alexander Pausch.

Ein ICE der Deutschen Bahn fährt bei Schnee und Eis auf der Bahnstrecke Hannover-Berlin.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Alle reden vom Wetter. Wir nicht" lautete vor mehr als 50 Jahren der Spruch einer viel beachteten Werbekampagne der damaligen Deutschen Bundesbahn. Heute, 25 Jahre nach der Bahnreform, würde dieser Werbespruch Anlass zu bitterem Spott bieten. Während die als dröge verschrieene Beamten-Bahn weder durch Hitze noch durch Schnee aus dem Tritt gebracht werden konnte, handelte sich der auf schlank getrimmte Konzern Deutsche Bahn AG angesichts der Schneefälle im Bayerischen Wald und im Voralpenland wieder reichlich Kritik ein.

An den Mitarbeitern liegt es nicht. Sie sind heute ebenso engagiert wie sie es vor 50 Jahren waren. Nur heute sind es deutlich zu wenige Frauen und Männer. Das belegen die jüngsten Personalpläne der Bahn nur zu deutlich. Es fehlt an den Reserven: beim Personal und beim rollenden Material, den Zügen. Zudem hält das Schienennetz trotz der Investitionen mit den Anforderungen längst nicht mehr Schritt. Die Gründe dafür sind seit langem bekannt. Die Bahnreform diente vor allem dazu, es für den Bund billiger zu machen. In so mancher Bundesregierung wurde ebenso wie von dem einen oder anderem im Bundestag von einem Börsengang der Bahn geträumt.

Die Bahnreform von 1994/94 ist gescheitert. Das Kernziel "Mehr Verkehr auf Schiene zu bringen" wurde verfehlt, stellt der Bundesrechnungshof fest. Dabei muss angesichts der Klimaprobleme und der Enge in den Städten mehr Verkehr auf die Schiene. Der Rechnungshof moniert zurecht, dass die Bundesregierung über Jahre hinweg die falschen Rahmenbedingungen gesetzt hat. Mit ein paar Krisentreffen, wie sie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun mit der Bahnspitze angesetzt hat, ist es bei weitem nicht getan.

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