Parkstein
28.07.2019 - 10:52 Uhr

Fensterln im eigenen Schlafzimmer

„Geh mach halt dei Kreizerl hin“ – eine oft nicht unbedingt ernst gemeinte Aufforderung, wenn jemand recht lange braucht, um sich für oder gegen etwas entscheiden zu können. Das Basalttheater zeigt, welch ungeahnte Folgen das haben kann.

Der Großbauer von Grundldorf (Georg Burkhard) löst mit seiner theatralischen Aufforderung, ein Schriftstück zum Erhalt kirchlicher Bräuche mit drei Kreuzerln zu unterschreiben, fast schon ein Erdbeben in der Gemeinde Zwentdorf aus. Bild: bey
Der Großbauer von Grundldorf (Georg Burkhard) löst mit seiner theatralischen Aufforderung, ein Schriftstück zum Erhalt kirchlicher Bräuche mit drei Kreuzerln zu unterschreiben, fast schon ein Erdbeben in der Gemeinde Zwentdorf aus.

Bei der Premiere der Bauernkomödie „die Kreuzerlschreiber“ am Freitag an der Basaltwand erlebten die Besucher eine wunderbare Komödie, in der bestens gesetzte Pointen immer wieder für herzhafte Lacher sorgten. An den zwei großen Wirtshaustischen sitzen die Bauern und die jungen Burschen streng getrennt, um ihr Bier zu trinken. Mit am Tisch der Jugend, der „Steinklopfer“, der im Laufe des Stückes noch eine besondere Bedeutung gewinnt.

Da kommt auch der "Gelbhof-Bauer", der seine Bekanntschaft mit der Bedienung am liebsten verschwiegen hätte. Oberflächlich, meint er, sei das ganz gewesen. Da kommt der Großbauer von Grundldorf ins Bild, wedelnd mit einem Schriftstück, in dem die Beibehaltung christlicher Bräuche gefordert wird und das auch die Bauern unterschreiben sollen. Und weil der „Gelbhof-Bauer“ seinem Vetter, dem "Großbauern von Grundldorf" einen Gefallen tun will, macht er, wie auch die anderen Bauern, seine „Kreuzerl“ unter das Pamphlet.

Der „Steinklopfer“ kann nicht schreiben, deshalb soll er seine „drei Kreuzerln“ darunter machen. Doch der „Steinklopfer“, schlitzohrig und schelmisch, hält dem Großbauern moralische Fehler vor und unterschreibt nicht. „Wir bleiben unseren alten Bräuchen treu“, tönt der Großbauer nochmals. Dann nimmt das Unheil seinen Lauf: In der Küche der Wirtschaft unterzeichnen die Bauern das Schriftstück.

Der „Gelbhof-Bauer“ fühlt sich auf seinem Hof immer recht stark, so lange seine Frau Josefa nicht daheim ist. Kommt sie, verschwindet sogar die Zigarre in der Schublade und er wird zahm wie ein Lamm. Die „Kreuzerl“ unter das Schreiben bleiben nicht ohne Folgen: Hochwürden hat den Frauen nahegelegt, in einen Ehestreik zu treten und die Männer zu Buße nach Rom zu schicken.

Die kommen ins Grübeln: Trockener Humor ist angesagt, der alte Brenninger (Martin Lang) ist verzweifelt, dass sein Annemirl von ihm nichts mehr wissen will. Ein kurzer Rückblick zu den Bier trinkenden Bauern und der alte Brenninger wird nicht mehr gesehen. Mit einer Rauferei endet der Umtrunk, als die jungen Burschen die alten Bauern spöttisch aussingen. Da gibt es beim „Gelbhof-Bauern“ eine Überraschung: Sternhagel voll klopft er an das Fenster vom ehelichen Schlafzimmer und darf durchs Fenster einsteigen.

Christian Höllerer inszenierte „die Kreuzerlschreiber“ mit geschickter Hand und wählte die richtigen Schauspieler für die entsprechenden Rollen aus. Vor allem aber gelang es gerade mit den jungen Burschen, auch dem Nachwuchs des Basalttheaters die Bühne näherzubringen. Für die Musik sorgten Wolfgang Fischer (Tuba), Alfons Steiner, Akkordeon und Stefan Schwarzmeier, Trompete.

Anton Huber, der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml, 2.von rechts) will mit der Kellnerin Liesl (Anna Reichl ) nur eine einjährige "oberflächliche" Bekanntschaft gehabt haben. Eine "Geschichte", die "Steinklopfer" (Richard Beer, links) nicht glaubhaft erscheint und mit einer spöttischen Anmerkung bedacht wird. Bild: bey
Anton Huber, der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml, 2.von rechts) will mit der Kellnerin Liesl (Anna Reichl ) nur eine einjährige "oberflächliche" Bekanntschaft gehabt haben. Eine "Geschichte", die "Steinklopfer" (Richard Beer, links) nicht glaubhaft erscheint und mit einer spöttischen Anmerkung bedacht wird.
Das Schriftstück in der Hand vom "Großbauern" (Georg Burkhard, links) sorgt nach der "Unterschrift" der Bauern mit den "drei Kreuzerln" für höchste Verwirrung und Ärger, besonders beim "Gelbhof-Bauern" Anton Huber (Markus Schraml, rechts). Bild: bey
Das Schriftstück in der Hand vom "Großbauern" (Georg Burkhard, links) sorgt nach der "Unterschrift" der Bauern mit den "drei Kreuzerln" für höchste Verwirrung und Ärger, besonders beim "Gelbhof-Bauern" Anton Huber (Markus Schraml, rechts).
Wenn Ehefrau Josepha, genannt "Seferl" (Christine Ritter) daheim auftaucht, wird der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml, Mitte) wieder handzahm. Das merkt auch der "Steinklopfer" (Richard Beer) . Bild: bey
Wenn Ehefrau Josepha, genannt "Seferl" (Christine Ritter) daheim auftaucht, wird der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml, Mitte) wieder handzahm. Das merkt auch der "Steinklopfer" (Richard Beer) .
Bauer Altlechner (Heinz Rast, Mitte) ist der einzige im Dorf, der sich auf den Bußgang nach Rom freut. Die anderen Bauern (rechts) am Tisch sind eher verzweifelt, dass sie bei ihren Frauen kein Gehör mehr finden. Bild: bey
Bauer Altlechner (Heinz Rast, Mitte) ist der einzige im Dorf, der sich auf den Bußgang nach Rom freut. Die anderen Bauern (rechts) am Tisch sind eher verzweifelt, dass sie bei ihren Frauen kein Gehör mehr finden.
Der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) wagt einen Versuch um seiner Frau Josepha (Christine .Ritter) wieder nahezukommen. Mit Erfolg, denn er wählt den Weg übers Fenster ins Schlafzimmer. Bild: bey
Der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) wagt einen Versuch um seiner Frau Josepha (Christine .Ritter) wieder nahezukommen. Mit Erfolg, denn er wählt den Weg übers Fenster ins Schlafzimmer.
Der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) sucht Rat beim "Steineklopfer" (Richard Beer), um mit den anderen Bauern aus dem ehelichen Dilemma herauszukommen. Bild: bey
Der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) sucht Rat beim "Steineklopfer" (Richard Beer), um mit den anderen Bauern aus dem ehelichen Dilemma herauszukommen.
Der "Steineklopfer" (Richard .Beer) erzählt der Josepha (Christine Ritter) eine "gar fürchterliche" Geschichte über die Bußwallfahrt der Männer nach Rom. Da lenkt Josepha aus Angst um ihren Ehemann ein. Bild: bey
Der "Steineklopfer" (Richard .Beer) erzählt der Josepha (Christine Ritter) eine "gar fürchterliche" Geschichte über die Bußwallfahrt der Männer nach Rom. Da lenkt Josepha aus Angst um ihren Ehemann ein.
Die Bußwallfahrt nach Rom steht bereit. Da sprechen Anton Huber, der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) und Frau "Seferl" (Christine Ritter) nochmals miteinander. Der Bauer Altlechner (Heinz Rast, 3. von links) hingegen sieht in der Wallfahrt eine große Möglichkeit für seine eigene Freiheit. Bild: bey
Die Bußwallfahrt nach Rom steht bereit. Da sprechen Anton Huber, der "Gelbhof-Bauer" (Markus Schraml) und Frau "Seferl" (Christine Ritter) nochmals miteinander. Der Bauer Altlechner (Heinz Rast, 3. von links) hingegen sieht in der Wallfahrt eine große Möglichkeit für seine eigene Freiheit.
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.