13.10.2019 - 12:27 Uhr
ParksteinOberpfalz

Freien Wähler machen es spannend: Reinhard Sollfrank nominiert

Reinhard Sollfrank geht für die Freie Wählergemeinschaft Parkstein ins Rennen um den Bürgermeistersessel. Am Freitagabend stellt der Vorstand im „Parksteiner Hof“ den Kandidaten vor.

Reinhard Sollfrank (Dritter von links) geht für die Freie Wählergemeinschaft Parkstein ins Rennen um den Bürgermeistersessel im Landrichterschloss. Über die Bereitschaft für dieses Amt zu kandidieren freuen sich Vorsitzender Josef Langgärtner (rechts), Stellvertreter Josef Burkhard (Zweiter von links) und Beisitzer und Marktrat Martin Bodenmeier (Vierter von links).
von Walter BeyerleinProfil

Im Nebenzimmer des „Parksteiner Hofes“ war kein Platz mehr frei. Vorsitzender Josef Langgärtner verband die Vorstellung des Kandidaten mit deutlicher Kritik an der derzeitigen Führungsspitze des Marktes. Die Spannung stieg bis 19.30 Uhr. Auffallend war die große Zahl junger Parksteiner Bürger. Mit dabei waren auch Vertreter der Freien Wähler aus Etzenricht und Altenstadt/WN. Vorsitzender Josef Langgärtner verband seine Begrüßung mit einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung der Freien Wähler, die 1984 nach längerer Abwesenheit wieder vier Markträte stellten. Offiziell gegründet wurde die Freie Wählergemeinschaft am 2. Februar 1985 mit der Vorgabe, sich als Interessengemeinschaft parteipolitisch unabhängiger Bürger zum Wohl des Marktes zu betätigen.

Langgärtner wies Vorwürfe im Vorfeld zurück, die Freien Wähler hätten so lange gesucht, „bis einer Ja gesagt hat“. Er nannte es legitim einen Kandidaten zu suchen, weil die Ausübung dieses Amtes, zurzeit noch in „Teilzeit“ schwierig sei. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn in Parkstein ein hauptamtlicher Bürgermeister im Einsatz wäre. Jetzt sei die FWG erleichtert, dass sich ein Kandidat zur Verfügung stelle. Das sei wichtig, weil in Parkstein vieles im Argen liege.

Wichtig sei den Freien Wähler das Thema Energieerzeugung, auch die Photovoltaikpflicht auf Neubauten in neuen Baugebieten. Die bayerische Meinung, ein paar Bäumchen zu pflanzen und damit das Klima zu verbessern, übertrage sich bis ins Bürgermeisterzimmer nach Parkstein, sagte Langgärtner. Harsche Kritik übt er am Vorgehen der Marktgemeinde beim Stromtrassenbau. Er vermisste Hinweise auf Gefahren für die Bürger, aber auch die Veröffentlichung von Stellungnahmen des Marktes.

Deutlich sprach sich der Vorsitzende für Transparenz und einem angemessenen Umgangston aus. Dazu brachte Langgärtner wieder den Kreisverkehr am Schutzengel aufs Tablett. Kreisverkehre würden anderswo perfekt funktionieren, zur Verminderung der Geschwindigkeit beitragen und würden den Verkehr lenken.

Zweiter Vorsitzender und Marktrat Josef Burkhard nannte es eine „ehrenvolle Aufgabe, die Katze aus dem Sack zu lassen“. Noch einmal kam Spannung auf, als Josef Burkhard den Kandidaten als „guten Freund seiner Familie“ beschrieb, aber auch dafür dankte, dass die FWG-Fraktion dicht gehalten und den Namen nicht weitergegeben hat.

Damit wies Josef Burkhard im Marktgemeinderat gegenüber der Freien Wählergemeinschaft gemachte Vorhaltungen, Informationen aus nicht öffentlichen Sitzungen weitergegeben zu haben zurück. „Vielleicht sollte nach einem Leck auch mal auf der anderen Seite geschaut werden.“ Der Kandidat habe sich aus freien Stücken entschieden, die Freie Wählergemeinschaft habe nicht betteln müssen, betonte Josef Burkhard. Als Burkhard dann den Bekanntheitsgrad des Kandidaten auf 90 Prozent taxierte, wanderten die Blicke der Besucher durch die Stuhlreihen. Fast unmerklich zog sich der Kandidat sein Sakko an, um dann bei seiner Namensnennung mit stürmischem Beifall begrüßt zu werden.

Reinhard Sollfrank, Jahrgang 1970, ist genau genommen ein echtes „Münchner Kindl“. Er wurde in der Landeshauptstadt geboren. Nach seiner Schulzeit hat Reinhard Sollfrank seine Berufslaufbahn bei der Deutschen Bundespost begonnen. Für herzhafte Lacher sorgte er, als er berichtete, seine Ehefrau Sandra am Tag der Einschulung im Jahr 1976 in der Grundschule Parkstein kennengelernt zu haben. Sollfrank listete sein ehrenamtliches Engagement in den Parksteiner Vereinen auf, vor allem ist er aktiver Feuerwehrmann bei der Parksteiner Wehr und im Vorstand des Kriegervereins sowie Landsknecht und Kanonier des Burgfähnleins.

Durchdacht sind die Gründe Sollfranks für seine Kandidatur. Dank seiner Tätigkeit als Postzusteller komme er täglich ins Gespräch mit Bürgern, erfahre deshalb ihre Wünsche, Sorgen und Anliegen. „Wir brauchen einen Bürgermeister, der auf die Menschen zugeht und sich um deren Belange kümmert.“ Dafür wolle er nicht die Vorsprache im Rathaus abwarten, sondern von sich aus Verbindung aufnehmen. Er werde auch künftig zu runden Geburtstagen gratulieren. Als besonders bedeutsam hob Sollfrank die Unterstützung durch seine Familie heraus, die es ihm ermöglichte, in den Wahlkampf zu gehen.

Das Bürgermeisteramt sei kein Einzelkämpferposten, sondern könne nur mit einer guten Mannschaft im Hintergrund ausgeübt werden. „Ich lebe für Parkstein und möchte meine ganze Kraft diesem schönen Ort widmen“, schloss Sollfrank seine Ansprache und erntete stürmischen Beifall.

Gabriela Bäumler, Freie Wähler Etzenricht, und Bernhard Pscheidt, Freie Wähler Altenstadt/WN, sprachen ihre Grußworte noch vor Bekanntwerden des Namens des Kandidaten. Pscheidt, der in Altenstadt/WN ebenfalls als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht, sieht die beste Möglichkeit der Zusammenarbeit über die Gemeindegrenze hinaus. Altenstadt habe wohl einen hauptamtlichen Bürgermeister, was aber nicht gleichbedeutend sei, dass dann zwangsläufig mehr geschehe, meint Pscheidt.

Reinhard Sollfrank (Mitte) mit Josef Burkhard (links) und Josef Langgärtner.
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