25.03.2020 - 15:32 Uhr
ParksteinOberpfalz

Gebetskette gegen das Coronavirus

Eine Gebetskette, ausgehend von einer Handvoll Frauen um die Parksteiner Mesnerin Resi Hausner, fleht um Hilfe gegen das Virus. Gleichzeitig wird aus weiter Ferne gebetet für Angehörige wie den Pirker Pfarrer Pater Jaison Thomas aus Indien.

Um Pater Jaison Thomas aus dem indischen Kerala sorgen sich die Angehörigen zu Hause; er selbst bleibt gelassen.
von Gabi EichlProfil

Pater Jaison Thomas stammt wie so viele indische Priester im Ausland aus dem südindischen Bundesstaat Kerala. Seine Eltern und Geschwister sorgen sich um ihn, denn die Nachrichten im Zusammenhang mit der Coronapandemie in Deutschland beunruhigen. Pater Jaison selbst bleibt gelassen, wie er sagt. Er bleibt zu Hause und legt das auch den Mitgliedern seiner Pfarrei ans Herz. Denn: „Wir bleiben weiterhin auch verbunden im Gebet als eine große Familie und beten, dass wir diese anstrengende Zeit gemeinsam gesund überstehen.“ In Indien sei die Situation aktuell entspannter, sagt Thomas, das Virus habe sich dort noch nicht so verbreitet. „Wir haben alles unter Kontrolle.“

Pater Thomas zelebriert derzeit auch allein in der Kirche den Gottesdienst, er ermutige die Menschen, zu Hause zu beten. In der Kirche selbst hat er Gebetstexte ausgelegt für das einsame Gebet einzelner Pfarreiangehöriger.

In Parkstein und den umliegenden Gemeinden und der Stadt Weiden verbreitet sich in der Zwischenzeit die von Resi Hausner und weiteren Parksteiner Frauen angestoßene Gebetskette. Es gehe darum, sagt Hausner, dass mindestens zwölf Stunden am Tag gebetet werde. Zu dem Zweck habe man zunächst 24 Menschen gesucht, die sich bereit erklärt hätten, jeweils eine halbe Stunde an einem Tag zu beten, immer am selben Tag. Inzwischen seien einige Tage auch schon 24 Stunden abgedeckt. Die Intention sei: „So wie sich das Virus ausbreitet, soll sich das Gebet ausbreiten.“ Jeder, der mitmache, spreche wieder andere an, sich der Kette anzuschließen.

Erinnerung an Gebetskette 2011

Auf die Frage, wie sie auf die Idee zu dieser Gebetskette gekommen sei, erinnert Hausner an die Gebetskette der Parksteiner Pfarrangehörigen für Pfarrer Jakob Eder, der 2011 fälschlicherweise des sexuellen Missbrauchs bezichtigt worden war. Damals hätten nur die Parksteiner gebetet, an der Corona-Gebetskette beteiligten sich jetzt auch Altenstädter und Weidener. Gebetet wird in der Hauptsache nur zu Hause, jeder Teilnehmer der Kette für sich, aber immer genau am vereinbarten Tag, für den man sich verpflichtet habe. „Damit das Gebet ganz stark ist“, sagt Hausner, „dass der liebe Gott die Bereitschaft sieht, dass das Volk wieder betet.“

"Gott wird uns nicht allein lassen"

Hausner führt keine Liste der Teilnehmer und weiß auch gar nicht, wer inzwischen alles mitmacht, das sei auch gar nicht notwendig, sagt sie. „Das weiß der liebe Gott schon“; die Hauptsache sei, es werde gebetet. Wer neu mitmachen wolle, brauche sich nirgendwo zu melden. Man sucht sich einen Tag aus und betet an diesem jede Woche eine halbe Stunde. Was man betet, spielt keine Rolle; das kann der Rosenkranz sein, das können Psalmen sei oder Texte aus dem Gotteslob oder ganz persönliche Gebete. Intention sei, dass das Virus „wieder von uns genommen wird“. Hausner zeigt sich überzeugt, „dass Gott uns nicht allein lassen wird“.

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