23.02.2020 - 10:24 Uhr
ParksteinOberpfalz

Großnichte des Malerfürsten Franz von Stuck feiert 100. Geburtstag

Auch mit 100 erfreut sich die in Parkstein lebende Franziska Hausner bester Gesundheit. Ihren trockenen Humor hat sie auch in schlechten Zeiten nie verloren.

Zum 100. Geburtstag gratulierten Franziska Hausner (sitzend Mitte) nicht nur die Familie von Sohn Gerhard (dahinter stehend), sondern auch Stellvertretender Landrat Albert Nickl (sitzend rechts) sowie Bürgermeisterin Tanja Schiffmann (sitzend rechts) und ihr Stellvertreter Georg Burkhard.
von Hans PremProfil

Auf die Frage, wie sie sich zum 100. Geburtstag fühle, antwortet Franziska Hausner im niederbayerischen Dialekt kurz und bündig: „A ned anders ois mit 99“. Ihren allseits geschätzten trockenen Humor hat die älteste Einwohnerin des Marktes nie verloren, auch wenn ihr langes Leben nicht immer ein Zuckerschlecken war.

Am 22. Februar 1920 geboren, wuchs Franziska Stuck mit sechs Schwestern auf einem Bauernhof im Klosterdorf Tettenweis im damaligen Kreis Griesbach in Niederbayern auf. Ihr Großonkel, der Müllnersohn aus dem gleichen Dorf, war der Malerfürst Franz von Stuck, dessen Gemälde noch heute in München im Museum Villa Stuck oder in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung zu sehen sind.

Geprägt durch die örtliche Benediktinerinnenabtei St. Gertrud war ihr Leben einfach und karg. „Hunger wie die Stadtbevölkerung mussten wir nicht leiden“ erinnert sie sich. Mit 13 musste sie den Bauernhof verlassen und arbeitete als Köchin. Nach Kriegsende kam das „Fannerl“ durch eine Cousine und zwei ihrer Schwestern in die Oberpfalz. In Altenstadt lernte sie ihren späteren Ehemann Felix Hausner kennen, der aus einem der sieben Ur-Bauernhöfe des Ortes, dem „Winterbartlhof“, stammte. Amüsant auch, dass sie in der damaligen Metzgerei Hausner als Verkäuferin nur die „Hausner Fanny“ genannt wurde und dann 1958 einen Felix Hausner heiratete.

1960 kam der einzige Sohn Gerhard zur Welt. 1987 zog sie mit ihrem Ehemann nach Parkstein in dessen Haus. „Damals haben meine Eltern überlegt, ob sich ein Umzug im Alter von rund 70 Jahren überhaupt noch lohnen würde“, erinnert sich Gerhard. Bei überaus gesegneter Gesundheit durfte sie noch viele wunderbare und erfüllte Jahre in Haus und Garten mit Ehemann Felix, der 2002 starb, bei Sohn, Schwiegertochter und den drei Enkeln genießen. Darauf blickt die bescheidene Frau mit großer Dankbarkeit und Demut zurück. Auch heute nimmt sie noch regen Anteil am Alltag, informiert sich über alle Geschehnisse vor allem auch durch das tägliche Lesen des Neuen Tages.

Dass sie nicht gern im Mittelpunkt steht, war ihr an ihrem großen Tag anzumerken. Doch den zahlreichen Glückwünschen konnte und wollte sie sich nicht entziehen. Stellvertretender Landrat Albert Nickl gratulierte ebenso wie Bürgermeisterin Tanja Schiffmann und zweiter Bürgermeister Georg Burkhard. Eine besondere Überraschung hatte die Bürgermeisterin parat. Sie überreichte dem Geburtstagskind eine Urkunde von Ministerpräsident Markus Söder und eine Silbermedaille mit dem Konterfei der Patrona Bavariae. Am Tag zuvor war Post von Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier eingetroffen.

Mit Familienangehörigen, Verwandten und Freunden feierte die Jubilarin in „D' Wirtschaft“ von Jürgen Füßl, dem Sohn eines Neffen. Den hatte sie zu dessen Kommunion bekocht und jetzt revanchierte er sich. Anstelle von Geschenken bat sie von den geladenen Gästen, zu denen auch noch eine lebende Schwester zählte, die im Alter von 90 Jahren noch mit dem eigenen PKW anreiste, eine Spende. Das Geld wird an die Indienhilfe des Parksteiner Pfarrers Pennoraj Tharmakkan und die „Feuerkinder“ Tansania von Dr. Annemarie Schraml weitergeleitet.

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