29.03.2019 - 10:54 Uhr
ParksteinOberpfalz

Kellner kritisiert Klima im Marktrat

Da kracht's: SPD-Vorsitzender Berthold Kellner übt harsche Kritik am Klima im Marktgemeinderat, in dem die Atmosphäre „vergiftet“ sei. Bereits bei der „leichtesten Abweichung“ von der Meinung der Mehrheitsfraktion werde der Ton unsachlich.

SPD-Kreisvorsitzender Markus Ludwig (links) und zweite Vorsitzende Elke Beßenreuther (rechs) ehren die langjährigen Mitglieder Willi Simmerl (Zweiter von links) und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Berthold Kellner (Zweiter von rechts).
von Walter BeyerleinProfil

In einem gut geführten Marktgemeinderat sollte Parteipolitik keine große Rolle spielen, betonte Berthold Kellner. Das Gegenteil sei aber im Parksteiner Gremium zu erkennen. Hier entscheide nicht die Vernunft oder das bessere Argument, sondern das Parteibuch, was sich vermutlich bis zum Ende der Wahlperiode nicht ändern werde. In den vergangenen fünf Jahren seien in erster Linie Projekte der vorhergehenden Wahlperiode vollendet worden. Positiv für die Parksteiner SPD sei die Errichtung des Seniorenzentrums im „Viehhof“, nicht auf dem von der CSU bevorzugten Nordhang unterhalb des Parkplatzes. Berthold Kellner attestierte der Bürgermeisterin wenig Verhandlungsgeschick, um die unbebauten Grundstücke innerhalb bestehender Wohngebiete nutzbar zu machen. Der vergleichbare Sachverhalt ergibt sich laut dem SPD-Vorsitzenden auch beim Gewerbegebiet. „Es reicht halt nicht aus, eine Hinweistafel aufzustellen“. Für die Kommunalwahl 2020 versprach Berthold Kellner ein repräsentatives Angebot an Kandidaten.

In seinem Jahresbericht erinnerte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende an die Veranstaltungen des Vorjahrs. Das Kinderfest an der Basaltwand und die Adventfeier für die Senioren der nannte Kellner die „Highlight-Veranstaltungen“. Ziel des Ortsvereins muss es sein, bei der Zahl der Mitglieder die magische „50“ zu überschreiten, betonte der Vorsitzende und bat die Mitglieder, dafür mit Werbung zu helfen. Es müsse gelingen, die vielen Sympathisanten, die bereits bei Festen mitarbeiten, zum Eintritt in die Partei zu bewegen. Mit Blick auf die Ergebnisse bei der Bundes- und Landtagswahl bedauerte er, dass mehr als die Hälfte der Stammwählerschaft der Partei nicht mehr zutraut, ihre Interessen wirksam zu vertreten. Klare Worte hatte Berthold Kellner zum Erstarken nationalistischer Kräfte im gesamten Europa. In Parkstein sei es „erschreckend“, dass die AfD 12 bis 14 Prozent der Stimmen erhalten habe.

SPD-Kreisvorsitzender Markus Ludwig, Berthold Kellner und Elke Beßenreuther ehrten gemeinsam die langjährigen Mitglieder. Willi Simmerl hat seit 30 Jahren das rote Parteibuch, Berthold Kellner gehört der SPD seit 25 Jahren an. Die Treue der Mitglieder müsse hochgehalten werden, weil die Zahl der Wähler und Sympathisanten in den letzten Jahren massiv zurückgehe, sagte Markus Ludwig. „Es kann nur noch bergauf gehen“.

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