Parkstein
15.03.2024 - 12:35 Uhr
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Markt Parkstein überweist versehentlich halbe Million Euro zu viel für Solarpark

Die einen schlachten die Sache im Marktrat von Parkstein politisch aus, die anderen müssen einen peinlichen Fehler offen zugeben. Am Ende aber heilen sie ihn gemeinsam.

In diesem Gebiet soll der Solarpark am Hart entstehen. Bild: bey
In diesem Gebiet soll der Solarpark am Hart entstehen.

Die Märzsitzung des Marktrats Parkstein lieferte ein Kuriosum, das nicht passieren sollte, nach böser Absicht sieht es aber nicht aus.

Was war geschehen? Bereits im Juli 2022 hatte der Marktrat beschlossen, sich an der Bürgerenergiegenossenschaft Parkstein, die etliche Projekte für nachhaltige Energiegewinnung betreut, mit zwei Millionen Euro zu beteiligen.

Im Februar dieses Jahres fiel Josef Scheidler (CSU) jedoch auf, dass dafür plötzlich 2,5 Millionen im Haushaltsplan auftauchen – ohne Beschluss. Deswegen verlangte Scheidler öffentlich Aufklärung. Die folgte nun in der Sitzung am vergangenen Montag.

Scheidler betonte, dass Zweitem Bürgermeister Josef Langgärtner (Freie Wähler) als Vorsitzendem der Bürgerenergie Parkstein die 500 000 Euro auf dem Konto der Genossenschaft hätten auffallen müssen. Er habe diesen Betrag „wissentlich und stillschweigend geduldet“.

Die Schuld nahm Bürgermeister Reinhard Sollfrank (Freie Wähler) auf sich. Er räumte einen Buchungsfehler seitens der Marktgemeinde bei der Überweisung ein und begründete dies unter anderem damit, dass die Überweisung in mehreren Chargen über den Kauf von Anteilen erfolgt sei. Diese Information sei über das Ratsinformationssystem an die Marktgemeinderäte weitergegeben worden. „500 000 Euro sind aber keine Lappalie“, sagte Scheidler dazu. Ebenso sieht es Heinz Rast (CSU): 500 000 Euro zu viel auf dem Konto zu haben und nicht zu bemerken, sei „makaber“.

Langgärtner erklärte, er habe nur ein bestimmtes Konto im Blick und habe deshalb die halbe Million zu viel nicht festgestellt. Sollfrank versicherte, dass ein derartiger Fehler künftig nicht mehr passieren werde. Wie er passieren konnte, erklärte er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Für Projekte, wie etwa den Solarpark „Am Hart“, müsse man in Vorleistung gehen und etwa Module und Transformatoren kaufen. Das kann schnell teurer werden als erwartet.

Für Sonja Reichold (Grüne) ist das alles halb so wild. Mit der ungenehmigten Überweisung sei schließlich niemand zum Wellnesswochenende gefahren, die Bürgerenergiegenossenschaft verwende das Geld ja sinnvoll. Die Ausgabe könne auch als Vorgriff auf eine weitere Beteiligung des Marktes Parkstein gesehen werden.

Diese weitere Beteiligung wurde nun auch beschlossen, sagt Sollfrank. Nach einer relativ langwierigen rechtlichen Prüfung über eine Beteiligung des Marktes Parkstein am Solarpark „Am Hart“ habe der Marktrat nichtöffentlich beschlossen, sich mit 49 Prozent an dem Projekt zu beteiligen. Das entspreche 3,1 Millionen Euro. In diesem Betrag sei auch die überschüssige halbe Million enthalten.

Kommentare

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Gerhard Fleischmann

Sorry, aber offenbar ist es wirklich so, dass die Gier die Sinne vernebelt.

Gier? Na klar.

Wenn das Foto stimmt, wird hier wieder einmal bestes Ackerland vernichtet. Mit dem Ziel, unter dem Deckmantel "Klimaschutz" eine hohe Rendite zu erlösen.

Die Gemeinde legt zwar nur ihr Geld "an", aber die Bürger haben wohl eher nix davon. Sie bezahlen mit weiterhin hohen Strompreisen den Profit mit.

In der windigen und verregneten Oberpfalz wäre das geld wohl in Windräder besser investiert - und auf dem Acker könnten weiterhin regionale Produkte erzeugt werden.

17.03.2024
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