Parkstein
14.10.2026 - 16:23 Uhr

Marktgemeinderat Parkstein beschließt neue Abwassergebühren

Auf dem Programm des Marktgemeinderats stand die Neukalkulation der Abwassergebühren. Sie werden ab 2027 steigen. Auch die Teilüberdachung der Terrasse des Kindergartens war Thema.

Die Ertüchtigung der bestehenden Entwässerungsanlage läuft. In diese werden die Abwässer eingeleitet, deren Gebühren der Marktgemeinderat Parkstein für die nächsten drei Jahre festlegte. Archivbild: Ernst Frischholz
Die Ertüchtigung der bestehenden Entwässerungsanlage läuft. In diese werden die Abwässer eingeleitet, deren Gebühren der Marktgemeinderat Parkstein für die nächsten drei Jahre festlegte.

Die große Investition in Sachen Parksteiner Abwasser ist derzeit die laufende Ertüchtigung der Kläranlage für 16 Millionen Euro. Diese Summe sollen die Anschließer über Beiträge zahlen. Wie Oberpfalz-Medien berichtete, beschloss der Marktgemeinderat jedoch, zwölf Millionen Euro selbst zu übernehmen und nur vier Millionen Euro auf die Bürger umzulegen.

Turnusgemäß steht zudem eine Neukalkulation der Abwassergebühren für den Zeitraum 2027 bis 2029 an. Diese erläuterte der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Neustadt/WN, Matthias Kneidl, detailliert in der Marktratssitzung. Für den jetzt endenden Kalkulationszeitraum von drei Jahren wäre eine Gebühr von 5,97 Euro für den Kubikmeter Abwasser kostendeckend gewesen. Der Marktgemeinderat beschloss aber lediglich 3,60 Euro für den Kubikmeter einzuheben. Für die nächsten drei Jahre ermittelte Kneidl einen Gesamtaufwand von 2,6 Millionen Euro. Darin enthalten sind 1,2 Millionen Euro für Kanalsanierungen im Jahr 2027. Das sei der Hauptgrund für den rechnerischen Gebührenanstieg. Die Neuberechnung sieht kostendeckende Gebühren von 7,81 Euro für den Kubikmeter Abwasser vor. Aufgrund der Investition im Jahr 2027 solle man die Gebühren von 3,60 Euro auf 4,80 Euro anheben.

Wassergebühren auf dem Prüfstand

Hans Wittmann von den Freien Wählern plädierte stattdessen für 4,90 Euro. Diese 1,30 Euro mehr bedeuteten für einen Haushalt im Monat zehn Euro. Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass der Markt dabei noch immer 2,91 Euro pro Kubikmeter zusteuere. Einstimmig fiel dann der Beschluss auf 4,90 Euro.

Analog stehen für den Zeitraum 2027 bis 2029 auch die Wassergebühren auf dem Prüfstand. Hier hatte man bisher einen Kubikmeterpreis von 2,40 Euro, und dieser ändert sich auch nicht für die nächsten drei Jahre.

Baumaßnahmen am Kindergarten

Eine Teilüberdachung der bestehenden Terrasse im Kindergarten stellte Architekt Josef Schöberl vor. Mit der Maßnahme würde zugleich die Spielfläche für die Kinder auf 53 qm erweitert werden, betonte Bürgermeister Reinhard Sollfrank. Schöberl bezifferte die Gesamtkosten auf 41.300 Euro. Mit 12:1 Stimmen wurde die Planung genehmigt.

Formsache war die Verlängerung der Kostenbefreiung für die Vermietung gemeindlicher Räume an ortsansässige Vereine auch für das Jahr 2027. Ein weiterer Punkt war das Mehrzweckfahrzeug (MZF) der Feuerwehr Parkstein. Das derzeitige habe starke Rostmängel, und deren Beseitigung würde nach Angebot eines Autohauses 20.644 Euro kosten. Die anzunehmende Nutzungsdauer des Fahrzeuges beträgt 20 Jahre, und so stünde 2029 sowieso eine Ersatzbeschaffung an. „Diese sollten wir vorziehen“, schlug Bürgermeister Sollfrank dem Gremium vor. Ein neues MZF würde 120.000 Euro kosten. Die Förderung liegt bei 22.230 Euro durch den Freistaat. Wenn man die Lieferzeit von zweieinhalb Jahren in Betracht ziehe, sei man so und so beim Endnutzungszeitraum angekommen, so Marktrat Wittmann. Der Beschluss erfolgte ohne Gegenstimme.

Begonnen hatte die Sitzung mit der Vorstellung des Projekts „NEW Real Talk“ durch Stefanie Sigl und Michael Simmerl vom Jugendamt des Landkreises Neustadt/WN. Das Projekt sei bereits in den Kommunen im Landkreiswesten gut gelaufen, und man dehne es nun weiter aus, hieß es. Bei dem Projekt handelt es sich um einen Workshop für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren mit dem Marktgemeinderat. Auf drei Stationen werden dabei Meinungen und kreative Vorschläge der Jugendlichen abgefragt. Was ist gut? Was nicht? Und was willst du verändern? Dabei gibt es Bewirtung, Geschenke und Lospreise für die Jugendlichen, die Kosten für die Gemeinde liegen bei 1000 Euro. Die Jugendlichen werden durch die Gemeinde angeschrieben. Der Workshop-Abend ist am Freitag, 20. November, im Steinstadl. Am Ende gab Bürgermeister Sollfrank dann noch bekannt, dass der Auftrag für die Elektroarbeiten bei der Erweiterung des Kinderhauses mit 206.000 Euro an die Firma Messer & Kastner in Weiden, für Heizung und Lüftung mit 163.000 Euro sowie für Sanitärarbeiten mit 5000 Euro an die Firma Sperber in Windischeschenbach vergeben wurde.

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