14.04.2019 - 12:31 Uhr
ParksteinOberpfalz

Nachts beim Vulkan

„Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer": In die Welt der Mineralien entführt wurden die Besucher der ersten „Museumsnacht im Vulkanerlebnis Parkstein“.

von FSBProfil

Sie begann im Foyer des Museums mit einem Sektempfang. Bürgermeisterin Tanja Schiffmann begrüßte im Steinstadl die Referenten, Fachärztin Dr. Ute-Heide Kleppik und Geograph Martin Füßl sowie Museumsleiterin Regina Kiermaier als Ideengeberin. Zwischen den Fachvorträgen lud sie alle Gäste zu kleinen Häppchen und Getränken bei ungezwungenen Gesprächen ein.

Kleppik, Leiterin des „Instituts für Positive Lebensführung“, half in ihrem Referat „Die wunderbare Welt der Heilsteine und die Heilstein-Apotheke“, Interesse und Verständnis für diese Art positiver Lebensführung zu wecken. Viele Mineralien in entsprechender Qualität finden als Schmucksteine Verwendung und diese wiederum als Heilsteine. Alles sei Schöpferkraft, alles sei miteinander verbunden, alles lebe, es gebe keine tote Materie. Die Heilsteine senden Lichtteilchen aus, können miteinander schwingen, seien in großer Ordnung. Jedes Exemplar sei ein einzigartiges Individuum, das in Harmonie mit der Lebensenergie schwinge und uns so mit dieser verbinde. Heilsteine, umgeben von einem elektromagnetischen Feld, nehmen Energie auf, strahlen sie wieder in Informationen ab und treten so in eine Wechselwirkung mit uns. Diese führe zu Reaktionen auf spiritueller, seelischer, mentaler und körperlicher Ebene.

Jeder Heilstein habe seine eigene Schwingung. Die Wirkung hänge von seiner Farbe, seiner Beschaffenheit, auch von seinem Fundort ab. „Urmutter“ der Kristalle sei der Bergkristall. Weitere Universalsteine sind Rosenquarz, Amethyst, Hämatit, Karneol, Bernstein und Citrin. Die Referentin stellte deren besondere Bedeutung, Aufgabe und Wirkung vor, gab Tipps zur Reinigung und Pflege. So müssen Heilsteine, weil sie bei direktem Körperkontakt statische Ladung aufgenommen haben, unter fließendem, kühlem Wasser wieder entladen, danach zum Löschen der im Stein gespeicherten Informationen in eine Glasschale mit Wasser und anschließend in eine größere Schale mit Salz gelegt und schließlich zum Aufladen ins Sonnenlicht bei Sonnenaufgang oder -untergang gestellt werden. Schmuck mit Steinen sollte man nicht den ganzen Tag direkt auf der Haut tragen und immer wieder reinigen und entladen. Rosenquarz helfe auch gegen Elektrosmog. Daher legt man diesen Heilstein neben den Computer, aber nicht über Monate, denn irgendwann strahle er den aufgenommenen E-Smog zusätzlich ab, sondern erst wieder nach entsprechender Reinigung.

Die Pause nutzten viele Besucher, um im Museum das simulierte, 24 Millionen Jahre alte Naturschauspiel eines Vulkanausbruchs über drei Etagen zu bestaunen und hautnah zu spüren.

Geograph und Mineraliensammler Füßl referierte im zweiten Teil der Museumsnacht über „Silber, Gold und Edelsteine – Mineralien der Oberpfalz“. Die Region ist im wahrsten Sinne des Wortes steinreich, galt sie doch als das Ruhrgebiet des Mittelalters, das seinen Bewohnern durch seine Bodenschätze Wohlstand bescherte. Zur Ausbeutung der im Boden lagernden Erze, Zinn und Silber waren die Rohstoffe Wasser und Holz reichlich vorhanden, entstanden zahlreiche Hütten- und Hammerwerke. Warf man damals einen Stein nach einer Kuh, war dieser mehr wert als jene, sagt ein Sprichwort. Doch auch heute hat die Oberpfalz verborgene Schätze zu bieten.

Zunächst zeigte er anhand einer Übersichtskarte den vielfältigen geologischen Aufbau der Region auf. Im Osten liegt von der tschechischen Grenze bis an die große, den Landkreis Neustadt/WN halbierende geologisch-tektonische Abbruchlinie, die sogenannte Fränkische Linie, das Grundgebirge mit Gneisen, Amphiboliten und anderen Mineralien. Es ist durchzogen von Basalten und Graniten. Deren Bestandteile merkt man sich mit dem Spruch: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer.“ Westlich davon breitet sich das jüngere Deckgebirge mit reinen Ablagerungsgesteinen mit Sand- und Tonschichten sowie Kalkgestein aus.

Neben den genannten Hauptgesteinstypen des Grundgebirgs gibt es noch eine Fülle von Gesteinsvarietäten. Im Bereich Erbendorf, einer uralten Bergbaustadt, wurde schon im 14. Jahrhundert Gold gewaschen und auch heute findet man noch winzige Goldflitterchen. Auf der Suche nach Golderzgängen fand man Bleierz, das einen hohen Silbergehalt hat. Im Steinbruch Oedenthal südöstlich von Weiden sind Pyrite (Katzengold), Vivianite (Eisenphosphate) und Calcitkristalle zu finden. Im 19. Jahrhundert gab es bei Irchenrieth die größten Granatkristalle der Welt, die zu Schmirgel zerstoßen wurden. Bei Flossenbürg mit seinem „Ayers Rock der Oberpfalz“ rissen in den Graniten Klüfte auf, in die neben Basalt auch kieselsäurehaltige Lösungen mit vielen Salzen eindringen konnten, die beim Abkühlen Kristalle bildeten. So findet man in einem Steinbruch am Plattenberg wegen radioaktiver Strahlung ergrauter Bergkristalle und Fluorite. Hinzu kommen die Feldspatgruben bei Hagendorf/ Waidhaus, seltene Erden bei Pleystein, Turmalin- und Beryllfunde im Raum Plößberg, Columbite bei Plößberg und Achate bei Erbendorf und im Naabtal. Viele dieser Mineralien sind im Stadtmuseum Pleystein in der bedeutenden Sammlung „Lehner“ zu besichtigen.

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